Studium

Niederlassen versus lieber lassen

Mit einem Infotag an der Charité wirbt die KBV für die Niederlassung. Wir haben die Medizinstudierenden vor Ort gefragt, ob sie sich niederlassen wollen. Die Antworten sind überraschend.

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Vanessa Klein, 2. Semester Zahnmedizin: "Ich möchte später gerne auf dem Land in einer Gemeinschaftspraxis arbeiten. Ich mag die Vorstellung, dass man die Patienten über viele Jahre hinweg kennenlernt." zm-jt
Karunaharamoorthy Achudhan, 10. Semester Humanmedizin: "Ich habe mich noch nicht entschieden, kann mir aber gut vorstellen, qmich niederzulassen. Dann kann ich mir meine Arbeitszeiten flexibel einteilen und die Vergütung ist auch besser." zm-jt
Mona Wandrey, 4. Semester Humanmedizin: "In einer eigenen Praxis ist der Patientenkontakt viel intensiver und Familie und Beruf lassen sich besser vereinbaren." zm-jt
Felix Boschann, 9. Semester Humanmedizin: "Ich werde mich eher niederlassen als im Krankenhaus zu arbeiten, weil ich dann mein eigener Herr bin." zm-jt
Ece Aray, 2. Semester Zahnmedizin: "Ich möchte mich auf jeden Fall niederlassen. Nur so kann ich meine Arbeit und meine Praxis nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten." zm-jt
Mathias Weidlich, 5. Semester Humanmedizin: "Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich mich niederlassen werde. Das ist stark von der Fachrichtung abhängig. Ich spiele mit dem Gedanken in die Radiologie zu gehen und da ist das finanzielle Risiko für die Anschaffung eigener Geräte sehr hoch." zm-jt
Olga Lisowskaja, 1. Semester Humanmedizin: "Ich bin noch unentschlossen - für die Patientenbeziehung ist eine Niederlassung schön, aus ökonomischer Perspektive eher riskant." zm-jt
Ralf Felix Frauzeddel, Praktisches Jahr: "Ich halte mir die Option der Niederlassung noch offen. Es ist attraktiv, dass man in der eigenen Praxis keinem Dienstsystem unterworfen ist und ein breites Spektrum an Erkrankungen kennenlernt." zm-jt
Sophia Tolle, 2. Semester Zahnmedizin: "Ich will mich später in meiner Heimatregion auf dem Land niederlassen. Da sind alle meine Verwandten und Bekannten und ich bin nicht nur eine unter Tausenden von Zahnärzten." zm-jt
Nora Jung, 5. Semester Humanmedizin: "Ich habe im Sommer meine Famulatur bei einem Hausarzt gemacht und war positiv überrascht. Ich hatte erwartet, dass die Arbeit langweilig sei, aber es war sehr abwechslungsreich. Ob ich mich selbst niederlassen werde, weiß ich noch nicht." zm-jt
Sophie Noack, 2. Semester Zahnmedizin: "Für mich ist eine Selbstverwirklichung nur in einer eigenen Praxis möglich." zm-jt
Anne-Sophie Dussouy und Lina Bialcareili, beide 1. Semester Humanmedizin: "Im Krankenhaus hat man nur wenig Zeit für die Patienten. Wir kommen aus einer ländlichen Region in Frankreich, die Ärzte dringend braucht." zm-jt
Lindsay Rachni, 2. Semester Zahnmedizin: "Ich will auf jeden Fall später mein eigener Chef sein. Wenn nicht hier in Berlin, dann im Ausland." zm-jt
Katharina Georg, 2. Semester Zahnmedizin: "Ich möchte mich niederlassen und mein eigener Chef sein. Außerdem ist der Verdienst so auch besser." zm-jt
Dr. Regina Feldmann ist seit 1991 als Fachärztin für Allgemeinmedizin in eigener Praxis in Meiningen niedergelassen: "Als niedergelassener Arzt kann man flexibel über seinen beruflichen Alltag bestimmen, die Praxis nach den eigenen Vorstellungen führen und Beruf und Familie gut vereinen." zm-jt
Dr. Andreas Gassen ist seit 1996 als Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumathologie in einer Gemeinschaftspraxis in Düsseldorf niedergelassen: "Die Niederlassung lohnt sich, weil nur sie die Arbeit am Patienten ermöglicht, so wie man sie sich selbst vorstellt." zm-jt

"Soll ich mich niederlassen oder nicht?" Diese Frage stellen sich viele Medizin- und Zahnmedizinstudenten an den Universitäten, aber auch junge Ärzte während ihrer Facharztausbildung. Der Infotag "Fit für die Praxis?" im Lehr- und Forschungszentrum der Medizinischen Fakultät der Charité in Berlin gab Antworten auf diese und andere Fragen. Tatsächlich interessieren sich viele der Medizinstudierenden für eine Niederlassung - auch als Facharzt für Allgemeinmedizin.

Angst vor hohen Kosten und Bürokratie

Der Wunsch, sein eigener Chef zu sein, ist für die meisten Studenten das Hauptmotiv. Außerdem versprechen sie sich von der Selbstständigkeit mehr Flexibilität und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Abschreckend wirken das ökonomische Risiko und die Bürokratie.

"Wir arbeiten daran, den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten", versprach Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), angesichts solcher Bedenken. Seiner Meinung nach sei eine Niederlassung attraktiv, weil man frei von Hierarchien und Strukturen arbeiten könne. "Außerdem erfährt man gerade im ländlichen Raum, als Hausarzt eine hohe Anerkennung", ergänzte Dr. Regina Feldmann, KBV-Vorstandsmitglied und dort zuständig für die hausärztliche Versorgung.

Auch Gröhes Kinder müssen sich entscheiden

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe warb in seinem Grußwort dafür, die Allgemeinmedizin besser in die Ausbildung von Medizinern zu integrieren. Er sei hierzu mit der Bundesvereinigung junger Medizinstudierender im Austausch. Außerdem verriet der Minister, dass er auch persönlich mit dem Thema vertraut sei, da zwei seiner vier Kinder Medizin studieren. Ob sie sich niederlassen wollen, hätten sie noch nicht entschieden.

Im Anschluss an die Vorträge und moderierten Diskussionen zum Thema Niederlassung konnten die Medizinstudierenden sich im Niederlassungscafé von Mitarbeitern einiger Kassenärztlicher Vereingigungen (KVen) beraten lassen, worauf man bei einer Niederlassung achten sollte.

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