Studium

Olympioniken am Behandlungsstuhl

Jedes Frühjahr nehmen Zahnmedizinstudierende an der Dentalolympiade der Staatlichen Universität für Medizin und Zahnmedizin in Moskau teil. 2012 siegte Michael Eremenko aus Greifswald.

Drefs und Eremenko

Drefs und Eremenko
Drefs und Eremenko
Drefs und Eremenko
Drefs und Eremenko
Drefs und Eremenko
Drefs und Eremenko

Auch fast ein Jahr später erinnern sich Eremenko und sein Studienkollege Michael Drefs noch gerne an ihre Reise nach Moskau, wo die Kommilitonen vom 17. bis zum 20. Februar an der Dentalolympiade 2012 teilnahmen und gegen jeweils zwei Studierende aus Frankreich, Litauen, Weißrussland, Moskau und den GUS-Staaten antraten.

Zunächst hatten die beiden Deutschen zurückhaltend auf das Angebot reagiert, bei dem Wettbewerb mitzumachen. "Ich musste erst eine Nacht drüber schlafen. In einem fremden Land, dessen Sprache ich nicht spreche, meine Uni zu vertreten, das wollte ich mir gut überlegen. Am nächsten Tag habe ich dann aber sofort zugesagt, weil ich fand, dass das eine tolle Chance ist“, erinnert sich Drefs, der mittlerweile - zeitgleich mit Eremenko - sein Examen gemacht hat. Er arbeitet jetzt an der Zahnklinik in Greifswald, Eremenko sitzt an seiner Doktorarbeit.

Den Vorschlag, nach Moskau zu reisen, machte den beiden Studenten Prof. Dr. Dr. Georg Meyer, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Greifswald. Er steht seit Jahren in gutem Kontakt mit der Moskauer Universität, deren Ehrendoktor er seit 2006 ist.

Von der Dentalolympiade weiß Meyer seit dem Jahr 2003. Damals lud ihn Prof. Dr. Igor Lebedenko von der Moskauer Universität ein, Studierende aus Greifswald zum Wettbewerb zu schicken. Der Direktor der Prothetischen Klinik hatte die Olympiade schon mehrere Jahre für die Studierenden vor Ort ausgerichtet und wollte sie nun internationaler gestalten. Seitdem ist der zahnärztliche Nachwuchs der Uni Greifswald regelmäßig vertreten.

Wer in Moskau startet, entscheidet Meyer auf Basis von Gesprächen mit Kollegen. "Ich frage bei den Oberärzten und den anderen ausbildenden Ärzten nach, wer geeignet ist. Dieses Jahr wurden Herr Eremenko und Herr Drefs genannt, weil sie sehr gute Leistungen bringen“, erklärt Meyer.

Ihre gut sitzenden Fachkenntnisse erwiesen sich für Drefs und Eremenko als Vorteil, denn viel Zeit zur Vorbereitung blieb ihnen nicht. Erst kurz vor ihrer Abreise nach Russland erfuhren sie, welche Themengebiete für den Wettbewerb festgelegt wurden. "Die Organisatoren haben grob umschrieben, welche Schwerpunkte bei den Aufgaben geplant sind, zum Beispiel wussten wir, dass eine Wurzelkanalbehandlung dabei sein wird, aber nicht, an welchem Zahn“, berichtet der 25-jährige Drefs.

Wo möglich, arbeiteten sich die Kommilitonen in die Fachgebiete ein. So verpassten sie sich beispielsweise einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe, die zu den Disziplinen gehörte. Außerdem polierten sie ihre Sprachkenntnisse auf.

"Da die offizielle Sprache bei der Olympiade Englisch war, habe ich mir Fachvokabular auf englisch angeschaut, damit ich mit den zahnmedizinischen Begriffen schnell umgehen kann“, erzählt Drefs. Von Eremenko, dessen Vater Russe ist, ließ er sich dazu noch ein paar russische Vokabeln wie "Danke“ oder "Guten Tag“ beibringen.

Als die beiden Studenten am 17. Februar in Moskau aus dem Flugzeug stiegen, packte sie noch einmal die Nervosität - aber nur kurz. "Es war schon jemand da, um uns abzuholen und zu unserem Zimmer im Studentenwohnheim zu bringen. Wir haben uns sofort gut aufgehoben gefühlt, alle waren extrem gastfreundlich“, so Drefs.

An der Uni wurden die Teilnehmer feierlich begrüßt. "Das Gebäude war mit Luftballons und Bannern geschmückt und man hat uns mit einem Orchester in der Aula willkommen geheißen. Die Studenten vor Ort hatten sogar vorlesungsfrei, um an der Willkommensfeier teilnehmen zu können“, beschreibt Drefs die Auftaktveranstaltung. 

Das allgemeine Interesse setzte sich im Laufe der Olympiade fort. Zu ihrem großen Erstaunen stellten Drefs und Eremenko fest, dass die Wettbewerbe auf Leinwände und Bildschirme übertragen wurden und komplette Kurse das Geschehen verfolgten.

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