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Resilienzforschung: Strategien gegen Stress

Universität und Unimedizin in Mainz haben das europaweit erste Forschungszentrum zur Erforschung der seelischen Widerstandskraft (Resilienz) gegründet.

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Verstehen, Vorbeugen, Verändern: Diese drei Bereiche bilden das Kernprofil des Deutschen Resilienz-Zentrums Mainz (DRZ). Das DRZ soll ergründen, wie diese Schutzmechanismen gestärkt werden könnten. Statt psychische Krankheiten zu erforschen, gehe es darum, sie im Vorhinein zu verhindern. Das könne viel Leid und Geld sparen.  

Welche Vorgänge schützen vor Stress und Sorgen?

„Wir wollen verstehen, welche Vorgänge im Gehirn Menschen dazu befähigen, sich gegen die schädlichen Auswirkungen von Stress und belastenden Lebensereignissen zu schützen und wie diese Schutzmechanismen gezielt gefördert und verstärkt werden können", erläuterte Prof. Dr. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und stellvertretender Sprecher des DRZ das Konzept.

Diese Erkenntnisse zu nutzen, um psychischen Problemen vorzubeugen, stellt Lieb zufolge einen Paradigmenwechsel dar, "denn bisher konzentriert sich die klinische Forschung in Psychologie und Psychiatrie vorwiegend auf die Erforschung von Krankheiten".

Wie können wir die Menschen stark machen?

Leistungsgesellschaft und Digitalisierung ließen Menschen immer weniger zur Ruhe kommen, so Lieb. "Die Debatte über Burn-out zeigt, dass wir eine Antwort brauchen auf die Frage, wie können wir die Menschen stark machen?" In Mainz arbeiten dafür Mediziner, Psychologen und Sozialwissenschaftler zusammen.

„Das DRZ wird ein wichtiges Standbein unseres Forschungszentrums Translationale Neurowissenschaften werden“, betonte der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Ulrich Förstermann. „Da es bisher keine etablierte Resilienzforschung in Deutschland gibt, ist dies ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal innerhalb unseres Forschungsprofils und wird zu einer großen nationalen wir internationalen Sichtbarkeit führen.“

Anlaufstelle in Sachen Resilienz

Die enge Verbindung der Forschung mit der Umsetzung neuester Erkenntnisse in die Praxis solle den Umgang von Betroffenen mit Stress und psychischen Erkrankungen verändern und eine seriöse Anlaufstelle für Wissenschaftler, Kliniker, Journalisten, Entscheidungsträger in Gesellschaft und Politik sowie Betroffene zu Fragen von Stress und Resilienz bieten. Ziel des DRZ Mainz sei also nicht lediglich die Förderung von Forschung und Versorgung: "Wir beabsichtigen darüber hinaus eine breite Wirkung in die Gesellschaft hinein.“

So würden beispielsweise im Zuge des Mainzer Resilienz Projekts (MARP) und der Gutenberg Brain Study (GBS) junge, gesunde Studienteilnehmer rekrutiert und über mehrere Jahre begleitet, um ihre psychische Gesundheit und Stressfaktoren, denen sie im Laufe der Jahre ausgesetzt sind, zu erfassen. Dadurch sollen Eigenschaften des Gehirns und geistige Fähigkeiten identifiziert werden, die wichtige Schutzmechanismen darstellen. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen effektive Präventionsprogramme entwickelt werden, die das individuelle Leid sowie ökonomische und soziale Kosten reduzieren.

Das Forschungszentrum Translationale Neurowissenschaften (FTN) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat sich die Erforschung der Resilienz, eine Art seelischer Widerstandskraft, zum Ziel gesetzt und alle Kompetenzen im Deutschen Resilienz-Zentrum Mainz (DRZ Mainz) gebündelt.

In dieser neuen, fachübergreifenden Einrichtung der JGU werden Neurowissenschaftler, Mediziner, Psychologen und Sozialwissenschaftler zusammenarbeiten. Das DRZ Mainz will damit eine Lücke in der deutschen und europäischen Forschungslandschaft schließen.

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