Die Leber ist eines unserer wichtigsten Organe. Sie ist dafür zuständig, dass wir unsere Nahrung richtig verwerten (Synthesefunktion) und giftige Stoffe aus unserem Organismus gelangen (Entgiftungsfunktion). Zu viel Alkohol, Stress, Bewegungsmangel und falsche Ernährung greifen die Leber an. Die Folgen sind kranke Zellen, die zu Entzündungen, Krebsgeschwüren, Fettablagerungen, Zirrhosen oder zum lebensbedrohenden Leberversagen führen können.
Fünf Millionen Kranke allein in Deutschland
Laut der Deutschen Leberstiftung haben über fünf Millionen Menschen in Deutschland eine kranke Leber. Oft sind die Krankheitsverläufe chronisch. Die Patienten leiden beispielsweise unter Gedächtnisstörungen (Enzephalopathie), Bauchwassersucht (Aszites) oder juckenden Ablagerungen in der Haut.
Medizinische Systeme, die die Leber in ihren Funktionen unterstützen, können Wartezeiten bis zur Transplantation überbrücken, die Regeneration der Leber nach operativen Eingriffen beschleunigen oder Transplantationen überflüssig machen. Sie können neben der Entgiftungs- auch die Synthesefunktion übernehmen.
Bislang gibt es jedoch keine zellbasierten Systeme, die medizinisch zugelassen sind. Gleichzeitig fehlen telemedizinische Plattformen, die es erlauben, Patienten mit chronischen Lebererkrankungen auch außerhalb des Krankenhauses zu beobachten und zu behandeln. "Das würde die Qualität der medizinischen Betreuung und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern", sagt Stephan Kiefer, Informatiker am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in St. Ingbert bei Saarbrücken.
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