GKV-Schätzerkreis legt Prognose für 2026 und 2027 vor
In den prognostizierten GKV-Einnahmen enthalten sei der Bundeszuschuss in Höhe von 13,15 Milliarden Euro, teilte der Schätzerkreis im Anschluss an seine Sitzung am 13. und 14. Oktober mit. Er betonte gleichzeitig, dass in dem errechneten durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent die Veränderungen bei den Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen nicht berücksichtigt seien und der tatsächlich erhobene Zusatzbeitragssatz wie immer den jeweiligen Krankenkassen obliege.
Die geschätzten GKV-Ausgaben im Jahr 2027 liegen laut der Berechnungen des Gremiums – dem Fachleute des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesamtes für Soziale Sicherung und des GKV-Spitzenverbandes angehören – bei voraussichtlich 378,1 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Ausgabenanstieg von drei Prozent, 2026 wird ein Anstieg von sieben Prozent erwartet.
Das sind die Schätzergebnisse für 2026
Für den Gesundheitsfonds erwartet das Expertengremium Einnahmen in Höhe von 312,2 Milliarden Euro. Diese beinhalten den Bundeszuschuss, der 14,5 Milliarden Euro und einen ergänzenden Bundeszuschuss zur Refinanzierung der Sofort-Transformationskosten der Krankenhäuser von 2,5 Milliarden Euro umfasst. Berücksichtigt wurden außerdem die Darlehen des Bundes an den Gesundheitsfonds, die sich auf 2,3 Milliarden Euro belaufen, und eine Zuführung aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 826 Millionen Euro. „Die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen für das Jahr 2026 werden auf 370,1 Milliarden Euro prognostiziert“, teilte der Schätzerkreis mit. Damit würden die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen 2027 wesentlich geringer ansteigen als 2026.
GKV-SV zeigt sich zufrieden – unter Vorbehalt
Aus Sicht des GKV-Spitzenverbands (GKV-SV) deuten die Schätzergebnisse an, dass die GKV-Finanzen für das nächste Jahr stabilisiert werden. „Stabilität kann es aber nur geben, wenn der eingeschlagene Kurs konsequent weiterverfolgt wird“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende des GKV-SV, Oliver Blatt, die Zahlen. Insbesondere dürfe es keine aus GKV-Mitteln finanzierte Standortklausel geben, „die Pharmaunternehmen, die in Deutschland forschen und produzieren, unter bestimmten Bedingungen komplett oder von Teilen des zusätzlichen Herstellerrabatts für patentgeschützte Arzneimittel zu befreien“.
Grüne: Stabilitätsversprechen wird scheitern
Schon 2026 sei das Stabilitätsversprechen der Bundesregierung an der Realität gescheitert, sagte der Gesundheitspolitiker Dr. Janosch Dahmen (Grüne) der „Rheinischen Post“. Er rechne damit, dass die Versicherten auch 2027 wieder mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von mindestens 3,1 Prozent rechnen müssten. Ein Grund dafür sei, dass der Schätzerkreis die gesetzlichen Vorgaben zur Rücklagenbildung der Krankenkassen bei der Berechnung nicht berücksichtige. Als weiteren Grund nennt auch Dahmen absehbare Milliardenbelastungen durch Zugeständnisse an die Pharmaindustrie und zudem an die Krankenhäuser.



