DG PARO/meridol-Preise und -Fördermittel vergeben
Im Rahmen der Jahrestagung 2026 der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) in Heidelberg wurden hervorragende wissenschaftliche Publikationen und Forschungsvorhaben ausgezeichnet.
Der DG PARO/meridol-Preis wird einmal jährlich für die besten wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet der Parodontologie verliehen, die im vorhergehenden Jahr in einem internationalen peer-reviewed Journal veröffentlicht wurden. Der Preis wird in den Kategorien Grundlagenforschung und klinische Studien verliehen. Er ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Die DG PARO/meridol-Forschungsförderung beträgt maximal 10.000 Euro pro Antrag.
Die Urkunden wurden den Preisträgerinnen und Preisträgern von Prof. Dr. Bernadette Pretzel und dem Präsidenten der DG PARO Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler überreicht. „Die unabhängige internationale Jury hat unter den zahlreichen, hochwertigen Bewerbungen vier herausragende Publikationen ausgewählt, die wir mit dem DG PARO/meridol-Preis 2026 auszeichnen. Mit der Forschungsförderung durch unseren langjährigen Kooperationspartner CP GABA unterstützen wir zwei Forschungsprojekte mit hochaktuellen Fragestellungen und besonderer translationaler Relevanz“, erläutert der DG PARO-Präsident.
Weiterführende Informationen sowie die jeweiligen Ausschreibungsfristen für den DG PARO/meridol-Preis und -Fördermittel finden Interessierte auf der Webseite der DG PARO hier.
Literatur:
[1] Kocher T, Baumeister SE, Völzke H, Nauck M, Meisel P, Suhre K, Völker U, Friedrich N, Holtfreter B. Elevated Salivary Theobromine and Long-Term Improvement of Periodontal Health in Two Cohort Studies. J Clin Periodontol. 2026 Mar;53(3):445-454.
[2] Schulz, S, Börner, S, Bitter, K, Gheit, H, Partsakhashvili, J, Ukkat, J,Reichert, S (2026). Possible association between the microbiota in subgingival and atherosclerotic plaque in a cohort of patients with carotid stenosis. J Oral Microbiol. 2026;18(1):2648325.
[3] Jepsen K, Jepsen S, Hämmerle CHF, Mancini L, Strauss FJ, Strasding M, Hicklin S, Sanz M, Sanz-Martin I, Thoma DS, Sailer I. Changes in Peri-Implant Soft Tissue Dimensions Following Soft Tissue Contour Augmentation: A 3-Year Follow-Up of a Multi-Center RCT. Clin Oral Implants Res. 2026 Mar;37(3):345-356.
[4] Bumm CV, Gaenesch S, Nagler F, Frasheri I, Schwendicke F, Pitchika V, Ern C, Heym R, Wetzel C, Folwaczny M, Werner N. Endpoints of Periodontal Therapy in Elderly Patients With Stage III/IV Periodontitis and Their Oral Health-Related Quality of Life Following 10 Years of Supportive Periodontal Therapy. J Clin Periodontol. 2025; 52(10):1398-1409.
[5] Pappe CL, Lutzenberger S, Goebler K, Meier S, Jeitler M, Michalsen A, Dommisch H. Effect of a Whole-Food Plant-Based Diet on Periodontal Parameters in Patients With Cardiovascular Risk Factors: A Secondary Sub-Analysis of a Randomized Clinical Trial. J Clin Periodontol. 2025 Jan;52(1):125-136.


![Der zweite Preis ging an Prof. Dr. Susanne Schulz (3. v. l., Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg). Die ausgezeichnete Studie [2] untersuchte mikrobielle Zusammenhänge zwischen der subgingivalen Besiedlung und Karotis-Plaques. Die karotide Probeentnahme erfolgte intraoperativ im Rahmen von Karotis-Endarteriektomien. Die Analyse ergab, dass sich die Mikrobiota im Mundraum und in den Halsschlagadern unterscheiden. Taxa aus dem gingivalen Raum traten in Karotis-Plaques nur vereinzelt auf. Die Studie legt nahe, dass die vaskuläre Mikrobiota nicht ausschließlich oralen Ursprungs ist, sondern auch andere systemische Quellen hat.](/fileadmin/_processed_/e/6/csm_984582-16-9_630fd4fe91.jpg)
![Mit dem ersten Preis für klinische Studien ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Karin Jepsen (3. v. l., Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universitätsklinikum Bonn) für ihre klinische Studie [3] zu Veränderungen des periimplantären Gewebes bei Einzelimplantatversorgungen nach einer Weichgewebe-Augmentation (STA) mit einer volumenstabilen Kollagenmatrix (VCMX) oder Bindegewebe (SCTG). Dabei wurden die Beschaffenheit der Schleimhaut und periimplantäre Parameter sowie die Bewertung der Ästhetik und Zufriedenheit durch die Behandelnden und die Patientinnen und Patienten ausgewertet. Daraus ergab sich, dass sowohl VCMX als auch SCTG drei Jahre nach der Implantatbelastung für stabiles periimplantäres Weichgewebe mit minimalen Konturveränderungen sorgten. Die von den Behandelnden bewertete Gesamtästhetik sprach für SCTG, während sich bei den Patientinnen und Patienten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen zeigten.](/fileadmin/_processed_/1/5/csm_984593-16-9_ade653fd73.jpg)
![Der zweite Platz ging an für klinische Studien ging an Dr. Caspar Victor Bumm (3. v. l., Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und digitale Zahnmedizin, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München). In der prämierten Studie [4] wurden die Zusammenhänge der klinischen Endpunkte der Parodontaltherapie nach den Therapiephasen 1 und 2 mit der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität (MLQ) im Anschluss an eine langfristige unterstützende Parodontitistherapie (UPT) untersucht. Bei den Studienteilnehmern konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Erreichen klinischer Endpunkte und deren MLQ nachgewiesen werden. Patientinnen und Patienten, die über Zahnverschiebungen berichteten, wiesen jedoch eine signifikant verminderte MLQ auf. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass neben klinischen Endpunkten funktionelle und ästhetische Beschwerden bei der Bewertung des Erfolgs der Parodontaltherapie berücksichtigt werden sollten.](/fileadmin/_processed_/e/7/csm_984598-16-9_7cf20728e3.jpg)
![Der erste Platz für Forschungsförderung ging in diesem Jahr an Dr. Christina Laetitia Pappe, M.Sc. (3. v. l., Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Universitätsklinikum Leipzig) für ihr Forschungsprojekt „Beeinflusst eine pflanzenbasierte Ernährung das orale Mikrobiom? Eine Sekundäranalyse einer randomisierten, kontrollierten Studie.“ Hierfür soll eine Sekundäranalyse supra- und subgingivalen Plaqueproben durchgeführt werden, die in einer vorausgegangenen randomisierten, kontrollierten Studie [5] gewonnen wurden. Ziel dieses Projektes ist es, bereits beschriebene klinische Effekte mikrobiologisch zu überprüfen und klinische Parodontologie mit moderner Mikrobiomforschung zu verbinden.](/fileadmin/_processed_/9/e/csm_984604-16-9_d6338fd81b.jpg)


