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BfDI-Datenbarometer

Rund acht Prozent der GKV-Versicherten nutzt die ePA aktiv

Warum nutzen so wenige Versicherte ihre ePA. Die BfDI-Umfrage hat die Gründe für die derzeit ausbleibende aktive Nutzung der elektronischen Patientenakte über die ePA-App ermittelt. BfDI-Datenbarometer
br
Gesellschaft
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Aktuell nutzen laut gematik nur 5,85 Millionen Versicherte ihre ePA aktiv, gemessen an der Zahl registrierter Gesundheits-IDs. Trotzdem wollen 9 von 10 Befragten des BfDI-Datenbarometers ihre ePA behalten.

Die Behörde des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) befragt regelmäßig und repräsentativ die Bevölkerung zu aktuellen Fragen des Datenschutzes und der Digitalisierung und veröffentlicht die Ergebnisse im BfDI-Datenbarometer. In der für die aktuelle Ausgabe des BfDI-Datenbarometers vom September 2026 durchgeführten repräsentativen Umfrage unter 1.500 gesetzlich Versicherten geht es um die Nutzung der elektronischen Patientenakte. Anlass der Untersuchung war, dass ab Ende Oktober 2026 erstmals Daten aus der Medikationsliste der elektronischen Patientenakte (ePA) pseudonymisiert zu Forschungszwecken ausgeleitet werden können – vorausgesetzt, die Versicherten haben nicht widersprochen.

Das BfDI-Datenbarometer zitiert Angaben der gematik, nach denen aktuell nur 5,85 Millionen Versicherte ihre ePA aktiv, gemessen an der Zahl registrierter Gesundheits-IDs, nutzen. Das sind rund acht Prozent der rund 73 Millionen Versicherten, für die die Kassen eine ePA angelegt haben. Die Befragung des BfDI-Datenbarometers zeigt aber zugleich „eine hohe grundsätzliche Akzeptanz“, wie der BfDI mitteilt: Neun von zehn Befragten wollen ihre ePA behalten. Wer widerspricht, begründet dies überwiegend mit Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (55 Prozent).

Versicherte wollen Kontrolle über ihre Gesundheitsdaten behalten

Besonders deutlich ist der Wunsch nach Kontrolle über die eigenen Gesundheitsdaten. 83 Prozent wünschen sich, fein differenziert festlegen zu können, wer welche Daten einsehen darf. Gleichzeitig wären mehr als zwei Drittel bereit, ihre Daten Ärztinnen und Ärzten sowie der Forschung zur Verfügung zu stellen. Differenzierte Einstellungsmöglichkeiten zur Datenfreigabe und eine umfassende Datennutzung widersprechen sich demnach nicht.

„Datenschutz ist kein Hindernis für die ePA, sondern die Voraussetzung für ihren Erfolg“, so die zum Zeitpunkt der Befragung amtierende Bundesdatenschutzbeauftragte Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider. „Wer Versicherten echte Kontrolle über ihre Gesundheitsdaten gibt, gewinnt ihr Vertrauen – und damit auch ihre Bereitschaft, diese Daten zu teilen, etwa für die Forschung. Nur so heben wir das Potenzial der ePA für die eigene Gesundheit, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft insgesamt.“

BfDI fordert mehr Information über die Nutzung der ePA

Verbesserungsbedarf zeigt sich auch bei der Information: 95 Prozent kennen die ePA namentlich, doch mehr als vier von zehn wissen über zentrale Eigenschaften und Funktionen nicht genau Bescheid. Die BfDI empfiehlt deshalb der Bundesregierung, diese Wissenslücken zügig aktiv zu schließen und die Möglichkeiten zur selbstbestimmten Steuerung von Datenfreigaben nutzerfreundlich auszugestalten. Zudem sollten klare gesetzliche Rahmenbedingungen für automatisierte Auswertungen von Gesundheitsdaten geschaffen werden.

Die Befragungsergebnisse des BfDI-Datenbarometers finden Sie hier.

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