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Phagenforschung

Schweizer Start-up erhält Förderung für die Entwicklung neuer Phagentherapie

Phagen können gezielt an spezifische Bakterienarten und -stämme andocken und diese bekämpfen. Phagen gelten als Hoffnungsträger in der Therapie antibiotikaresistenter Keime. vipman4_stock.adobe.com
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Medizin
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Das Forschungsnetzwerk INCATE fördert das Start-up Phalcon Bio mit 250.000 Euro. Das Geld ist für die Weiterführung des von dem Startup entwickelten Dual-Action-Phage-(DAP)-Programms vorgesehen

PhalconBio entwickelt eine inhalierbare Therapie gegen die ventilatorassoziierte Pneumonie (VAP), die durch Pseudomonas aeruginosa verursacht wird und die ergänzend zur Standardtherapie mit Antibiotika eingesetzt werden soll. Eine durch P. aeruginosa verursachte VAP ist eine schwere Infektion bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten, die mechanisch beatmet werden. Antibiotikaresistenzen und bakterielle Biofilme können die Behandlung besonders erschweren. Daher besteht Bedarf an ergänzenden Therapien, die direkt in die infizierte Lunge eingebracht werden können.

Die INCATE-Förderung wird für die Herstellung des Phagentherapiekandidaten sowie für eine geplante randomisierte Studie eingesetzt. In dieser Studie soll die Standardtherapie mit Antibiotika mit einer Behandlung durch inhalierte Dual-Action-Phagen in Kombination mit Antibiotika verglichen werden. Dabei soll untersucht werden, wie wirksam die Behandlung gegen die Bakterien ist, wie gut die Phagen in die Lunge gelangen und wie gut die Behandlung unter den für beatmete Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen relevanten Bedingungen vertragen wird.

Selbstverstärkende Phagentherapeutika mit dualer Wirkung

PhalconBio entwickelt mit den sogenannten Dual-Action-Phagen (DAPs) nach eigenen Angaben eine neue Generation präzise wirkender antibakterieller Wirkstoffe zur Behandlung schwerer Infektionen durch schwer behandelbare Bakterien. Die Technologie des Start-ups verbindet die natürliche Fähigkeit von Bakteriophagen, ihre bakteriellen Zielorganismen selektiv zu infizieren und abzutöten, mit einem zweiten, vom Phagen kodierten Wirkmechanismus, der in Form antibakterieller Proteine bereitgestellt wird. Bei diesem Ansatz werden die Zielbakterien am Infektionsort so umprogrammiert, dass sie diese antibakteriellen Proteine selbst produzieren – der Krankheitserreger wird damit gewissermaßen gegen sich selbst eingesetzt.

Dieser duale Wirkmechanismus soll die Abtötung der Bakterien verstärken, Möglichkeiten für die Entwicklung von Resistenzen verringern und gleichzeitig die Präzision der Phagentherapie erhalten. Die Dual-Action-Phage-Technologie von PhalconBio ist eine Plattform mit Potenzial für weitere Anwendungsgebiete über das führende VAP-Programm hinaus, darunter auch Verbrennungswundinfektionen. Durch die Anpassung der Phagen und der von ihnen transportierten antibakteriellen Proteine sowie mithilfe KI-gestützter Proteindesign-Verfahren kann die Technologie auch für die Behandlung anderer Indikationen und antibiotikaresistenter Erreger weiterentwickelt werden.

INCATE verbindet öffentliche und private Partner

INCATE ist eine gemeinnützige Partnerschaft, die sich auf die Entwicklung neuer Therapien und Interventionen zur Verringerung der Verbreitung und der Auswirkungen antimikrobieller Resistenzen (AMR) konzentriert. Ein Team aus Expertinnen und Experten für translationale und Grundlagenforschung, Industriepartnern, Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Investorinnen und Investoren stellt Ventures in frühen Entwicklungsphasen die Beratung, das Netzwerk und die Finanzierung zur Verfügung, die sie benötigen, um ihre Innovationen schneller voranzubringen.

INCATE ist eine Partnerschaft des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI), des Nationalen Forschungsschwerpunkts AntiResist (NCCR AntiResist) und der Universität Basel. Zu den Venture-Partnern von INCATE gehören Basilea, die Cystic Fibrosis Foundation, MSD Deutschland und Roche.

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