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Neuer Bericht der American Academy of Pediatrics

Willst du wissen wie es einem Teenager geht? Schau ihm in den Mund!

Die US-amerikanische pädiatrische Fachgesellschaft, die American Academy of Pediatrics (AAP), empfiehlt, die Mundgesundheit Jugendlicher stärker in die kinderärztliche Vorsorge einzubeziehen. Sergey Furtaev-stock.adobe.com
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Zahnmedizin
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Essstörungen, Rauchen, Drogenkonsum, sexuell übertragbare Krankheiten: Die Mundgesundheit verrät viel über den Zustand von Jugendlichen. Zu dem Schluss kommen zwei neue Berichte der American Academy of Pediatrics (AAP).

Die AAP hat zwei neue Fachberichte veröffentlicht, in denen sie die Bedeutung der Mundgesundheit im Jugendalter hervorhebt. Die AAP empfiehlt Kinderärztinnen und -ärzten, bei Routineuntersuchungen auch nach Schmerzen, Zahnfleischbluten, Mundtrockenheit sowie Veränderungen der Ess- und Trinkgewohnheiten zu fragen.

Karies gehört weiterhin zu den häufigsten Mundgesundheitsproblemen bei Jugendlichen. Sie ist eng mit dem Konsum zuckerhaltiger Getränke, unzureichender Mundhygiene, unregelmäßigen Zahnarztbesuchen und bereits im Kindesalter aufgetretener Karies assoziiert. Die Mundgesundheit von Jugendlichen kann sich unmittelbar auf den Schulbesuch, die allgemeine Gesundheit, soziale Kontakte und die Lebensqualität auswirken.

Das empfiehlt die AAP Kinderärzten

Bei den jährlichen Kontrolluntersuchungen von Jugendlichen sollten die Mundgesundheitsgeschichte erhoben und eine periorale und intraorale Untersuchung durchgeführt werden.

  • Achten Sie auf Situationen mit erhöhtem Risiko, wie Substanzkonsum, komplexe medizinische Zustände und Medikamente sowie bestimmte Kontaktsportarten.

  • Fördern Sie präventive Verhaltensweisen, wie zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, Zahnzwischenraumreinigung, gesunde Getränkeauswahl und regelmäßige Zahnpflege.

  • Setzen Sie sich dafür ein, dass alle Jugendlichen, einschließlich derjenigen mit besonderen Gesundheitsbedürfnissen, Zugang zu einer zahnärztlichen Anlaufstelle haben.

  • Stellen Sie weiterhin genaue Informationen über Fluorid als sichere und wirksame Strategie zur Vorbeugung von Mundkrankheiten bereit.

Indem Jugendliche frühzeitig gute Mundhygienegewohnheiten entwickeln, schaffen sie die Grundlage für eine bessere Gesundheit im Erwachsenenalter. Als wichtigste Präventionsmaßnahmen empfiehlt die AAP das zweimal tägliche Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und eine ausreichende Fluoridexposition.

Mundgesundheit gibt Hinweise auf Allgemeinerkrankungen

Die Mundgesundheit eines Jugendlichen biete einen Einblick in seinen allgemeinen Gesundheitszustand, erklärte Cora Collette Breuner, Erstautorin des begleitenden technischen Berichts. „Als Kinderärztinnen und Kinderärzte können wir möglicherweise chronische Erkrankungen erkennen, die sich frühzeitig durch Veränderungen der Mundgesundheit bemerkbar machen, oder Erkrankungen feststellen, die eine sofortige zahnärztliche Behandlung erfordern. Darüber hinaus können wir Jugendliche darüber beraten, wie sie Verletzungen beim Sport und bei Freizeitaktivitäten vorbeugen können, beispielsweise durch das Tragen eines gut angepassten Mundschutzes.“

Kinderärztinnen und Kinderärzte können im Rahmen der Vorsorge auch regelmäßig Risiken für die Mundgesundheit erfassen, die mit bestimmten Verhaltensweisen im Jugendalter zusammenhängen. Dazu gehören Nikotinkonsum, Vaping, Cannabiskonsum, Alkoholkonsum, der Konsum illegaler Drogen sowie ungeschützter Geschlechtsverkehr. Diese Verhaltensweisen können mit unterschiedlichen Risiken für die Mundgesundheit einhergehen, darunter Karies, Zahnfleischerkrankungen, orale Infektionen und Mundhöhlenkarzinome.

„Die Mundgesundheit eines Teenagers bietet ein Fenster in sein allgemeines Wohlbefinden.“

Co-Autor Dr. Cora Collette Breuner, Professorin für Pädiatrie am Seattle Children's Hospital.

Das sind die oralen Risiken von Teenagern

In dem klinischen Bericht heißt es:

  • Bei Jugendlichen mit Bulimie ist das Risiko einer irreversiblen Erosion des Zahnschmelzes aufgrund des Kontakts der Zähne mit Magensäure fünfmal höher.

  • Cannabis, Ecstasy und Methamphetamin tragen zur Kariesbildung bei, unter anderem durch die Verursachung von Mundtrockenheit.

  • Rauchen kann Zahnfleischentzündungen verursachen und das Risiko für Mundkrebs erhöhen.

  • Sexuell übertragbare Infektionen können zu einer Rötung des Rachens sowie zu Mundgeschwüren oder Wucherungen führen.

  • Risikoreiche Aktivitäten wie Skateboardfahren oder das Fahren mit E-Bikes können bei Stürzen zu gebrochenen oder verlorenen Zähnen führen, wenn kein Mundschutz getragen wird.

  • In den Teenagerjahren haben Jungen und Mädchen ein höheres Risiko für altersbedingte Zahnprobleme wie die Notwendigkeit, retinierte Weisheitszähne zu entfernen, eine Zahnspange anzulegen oder aufgrund falscher Kieferbewegungen einen Mundschutz zu tragen.

  • Jugendliche stehen zudem vor vielen alltäglichen zahnmedizinischen Herausforderungen, wenn sie nicht regelmäßig Zähne putzen und Zahnseide verwenden, darunter Karies, Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen.

Die AAP weist in ihrem Bericht außerdem darauf hin, dass der Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellt. Jugendliche in Pflegefamilien, von Wohnungslosigkeit betroffene Teenager, Jugendliche im Jugendstrafrechtssystem, junge Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete und Jugendliche mit besonderen medizinischen Versorgungsbedürfnissen sind häufig stärker von Mundgesundheitsproblemen betroffen und haben gleichzeitig einen eingeschränkten Zugang zu entsprechenden Versorgungsangeboten.

Die AAP empfiehlt deshalb, die Zusammenarbeit zwischen medizinischen und zahnmedizinischen Leistungserbringern zu stärken. So könnten Kinderärztinnen und -ärzte dazu beitragen, Probleme früher zu erkennen und die gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

Fisher-Owens SA, Sarvas EW, Breuner CC; Section on Oral Health; Council on Adolescents and Young Adults. Oral Health for Adolescents: Clinical Report. Pediatrics. 2026 Oct 19. doi: 10.1542/peds.2026-079040. Epub ahead of print. PMID: 42894291.

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