Alle anderen haben scheinbar perfekte Zähne? So stärken Zahnärzte Teenager!
An der Studie nahmen 1.004 Probanden in Neuseeland teil: Befragt wurden 251 Elternpaare und ihre 2 Kinder. Von den Eltern berichtete Variablen umfassten demografische Kovariaten, die kieferorthopädische Behandlungshistorie und Indikatoren für die Nutzung sozialer Medien (aktive und passive Nutzung). Von den Kindern berichtete Variablen beinhalteten alle psychosozialen Konstrukte: Selbstvertrauen, ästhetisches Bedenken, soziale und psychologische Auswirkungen aufgrund der eigenen Zähne.
Anhand der Zähne werden Akzeptanz, Selbstvertrauen und Gesundheit bewertet
„Diese Studie zeigt, dass das Selbstbewusstsein in Bezug auf die Zähne keine private psychologische Einschätzung oder ein klinisches Merkmal ist, sondern eine sozial verankerte Gesundheitswahrnehmung, die in digitalen Umgebungen geprägt wird, in denen man von Gleichaltrigen gesehen wird“, heißt es in der Studie.
Den Forschenden zufolge ist das Aussehen der Zähne im digitalen Marketing somit nicht nur ein ästhetisches Merkmal, sondern ein sichtbarer Indikator, anhand dessen soziale Akzeptanz, Selbstvertrauen und die wahrgenommene Gesundheit verhandelt werden.
Ein geringes Selbstvertrauen in Bezug auf das eigene Gebiss könne dazu führen, dass Jugendliche sich ihren Gleichaltrigen gegenüber als minderwertig empfinden – sei es online oder im persönlichen Kontakt – und Gefühle wie Scham, Unzulänglichkeit und Eifersucht hervorrufen.
„In digitalen Umgebungen, in denen visuelle Vergleiche im Vordergrund stehen und idealisierte Bilder algorithmisch verstärkt und kontinuierlich verbreitet werden, ist das Selbstvertrauen in Bezug auf das eigene Gebiss besonders anfällig“, bestätigt Mitautorin Prof. Lisa McNeill vom Fachbereich Marketing der University of Otago – Ōtākou Whakaihu Waka in Neuseeland.
Dabei seien Jugendliche stärker betroffen, wenn sie aktiv Fotos posten, Kommentare abgeben, mit Freunden chatten oder Videos erstellen als wenn sie lediglich scrollen, beobachten und „Likes“ vergeben, ohne selbst Inhalte zu posten oder zu kreieren.
Zahnärzte sollten auch über Schönheitsideale auf Social Media sprechen
Zahnärztinnen und Zahnärzte sollten daher die Gespräche über die rein klinischen Behandlungsanforderungen hinaus führen und die Jugendlichen nach ihrem Befinden beim Lächeln, Sprechen und beim Fotografiertwerden fragen und die Erwartungen hinsichtlich der ästhetischen Ergebnisse entsprechend steuern.
Während der Behandlung sollten sie darauf eingehen, wie Gleichaltrige die Sichtbarkeit von Zahnspangen wahrnehmen, und die Nutzung sozialer Medien und Schönheitsideale in ihre Gespräche einbeziehen.
„Die Gespräche von Zahnärzten mit Kindern sollten über die klinischen Ergebnisse hinausgehen und auch Themen wie Selbstvertrauen, soziale Erfahrungen und digitale Einflüsse auf die Wahrnehmung des eigenen Erscheinungsbildes umfassen“, bekräftigt McNeill.
Ibrahim, K., McNeill, L. S., & Mei, L. (2026). Dental self-confidence in digital health marketing systems: Adolescent well-being and social media use. Health Marketing Quarterly. doi:10.1080/07359683.2026.2687296


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