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Projekt zur Wiederherstellung des Darmmikrobioms

EU fördert Phagentherapie mit 15 Millionen Euro

Matthieu Louis/stock.adobe.com
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Medizin
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Phagen gelten als vielversprechende Alternative gegen antibiotikaresistente Keime. Die EU fördert jetzt ein Forschungsprojekt an der Unimedizin in Frankfurt am Main zur Wiederherstellung des Darmmikrobioms.

Im Kampf gegen die zunehmenden Antibiotikaresistenzen sind in den letzten Jahren Phagen in den Fokus gerückt. Phagen sind Viren, die zielgenau jeweils gegen spezifische Bakterien eingesetzt werden können und diese abtöten. Im Unterschied zu Antibiotika greifen sie nur die Zielbakterien an und schonen große Teile der natürlichen Mikrobiota.

Ein Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Frankfurt untersucht erstmals im Rahmen einer randomisierten klinischen Studie die Kombination aus Phagentherapie und Wiederherstellung des Mikrobioms im Darm, um wiederkehrenden Harnwegsinfektionen vorzubeugen. Das Projekt wird mit 15 Millionen Euro von der EU gefördert. Es startete im Juni und ist auf fünf Jahre angelegt.

Den Teufelskreis aus Infektion und Antibiotikaeinsatz durchbrechen

Kern des Projekts ist eine klinische Studie in mehreren europäischen Zentren, die Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Behandlung systematisch untersucht. Verglichen werden drei Ansätze: Phagentherapie allein, Phagen in Kombination mit Antibiotika sowie Phagentherapie mit anschließender Wiederherstellung des Mikrobioms.

Konkret kommt im ersten Schritt ein mithilfe der CRISPR-Genschere entwickelter Phagencocktail zum Einsatz, der gezielt gegen die häufigsten Auslöser von Harnwegsinfektionen – bestimmte Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli – vorgeht und dabei die Entstehung neuer Resistenzen erschwert.

Im zweiten Schritt soll das Darmmikrobiom wiederhergestellt werden: Stuhlbakterien von gesunden Spenderinnen und Spendern werden übertragen, um das natürliche Gleichgewicht im Darm zu reaktivieren. Ziel ist es, den Körper langfristig vor erneuten Infektionen zu schützen.

„Rezidivierende Harnwegsinfektionen stellen eine erhebliche Belastung für Patientinnen und Patienten sowie für Gesundheitssysteme dar – für viele Betroffene reichen die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten allerdings schlicht nicht aus“, sagt Prof. Dr. Maria J.G.T. Vehreschild, Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie der Universitätsmedizin Frankfurt und Gesamtverantwortliche des Projekts.

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