Vertragszahnärztetag Westfalen-Lippe

QM und Paro

Ist die neue QM-Richtlinie eine Belastung oder kann sie womöglich sogar eine Perspektive sein? Wie Zahnärzte die Vorgaben für sich im Praxisalltag umsetzen können, zeigten die Referenten Mitte September 200 Kollegen auf dem Vertragszahnärztetag der – vollbesetzten – KZV Westfalen-Lippe in Münster.

© Michael Schaumer

PD Dr. Michael Wicht | © Michael Schaumer

Ob eine professionelle Kommunikation Misserfolge vermeiden kann und wie Zahnmediziner sich idealerweise verhalten, wenn gar ein therapeutischer Fehler entstanden ist, beleuchtete PD Dr. Michael Wicht aus Köln. Dabei plädierte er für die strukturierte Gesprächsführung, weil sie dem Zahnarzt einen Rahmen und damit Sicherheit biete. Dabei sollte der Behandler primäre sowie versteckte Anliegen des Patienten erfragen, denn sie sind laut Wicht entscheidend für die weitere Entwicklung der Arzt-Patienten-Interaktion. Wicht: „Aktives Zuhören und regelmäßige Zusammenfassungen sind Stilmittel, die Patienten helfen, sich zu öffnen und möglicherweise auch über Ängste und Sorgen zu reden. Mit einer strukturierten Gesprächsführung geben Sie der Kommunikation ein Gesicht!““

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Prof. Dr. Patrick Sensburg | © Michael Schaumer

„Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts!“ Prof. Dr. Patrick Sensburg, Mitglied des Bundestags und Vorsitzender des NSA-Untersuchungsausschusses, erklärte den Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit: Während erstere definiert, welche Daten man erfassen darf und zu welchem Zweck, klärt letztere, wie man mit den eigenen Daten umgeht, damit sie keiner abschöpft. Die Datensicherheit sei die Kehrseite der Medaille der digitalen Welt, weil die Sicherheitsproblematik im Gegensatz zu den positiven Nutzungsaspekten viel zu wenig beachtet werde. Sensburg machte klar: Wir leben heute in einer Welt, in der Geheimdienste wie auch Unternehmen – Google! – unsere Daten sammeln, ohne dass ihnen der Nutzen vorab schon klar wäre. Sehr verletzlich seien die Daten im Gesundheitswesen: Sensburg schilderte, wie ein Krankenhaus sich einen Virus eingefangen hatte und deshalb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik einschalten musste, um die EDV wieder ans Laufen zu bringen. Sensburg: „Datenschutz ist ein Teil des Qualitätsmanagements und wir reden nicht mehr über das Ob der Digitalisierung oder über das Ob des Datenschutzes.“

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Dr. Dr. Alexander Steiner | © Michael Schaumer

Dr. Dr. Alexander Steiner, MKG-Chirurg und Referent im Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), gab einen Überblick über die gesetzlichen Verpflichtungen aus dem SGB V zu QM und QS.

Die Agenda Qualitätsförderung der KZBV bewertete er ausgesprochen positiv. Und die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland hält er für eine „der besten der Welt“.

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Prof. Dr. Thorsten M. Auschill | © Michael Schaumer

„Durchschnittlich 2,7 Zähne sind bei den jüngeren Erwachsenen laut DMS V parodontal erkrankt“, begründete Prof. Dr. Thorsten M. Auschill, Marburg, die Notwendigkeit einer „Systematik in der Parodontitistherapie unter qualitativen Aspekten“.

Ziel sei immer, die Infektion zu kontrollieren, ein Fortschreiten der Krankheit mittels der UPT zu verhindern und die Zähne langfristig mithilfe des Recalls zu erhalten. Auschill wies darauf hin, dass die UPT für jeden Patienten individuell erfolgen muss.

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Dr. Art Timmermeister | © Michael Schaumer

Dr. Art Timmermeister, MSC für Parodontologie und Implantattherapie mit Praxis in Bielefeld, stellte sein Konzept einer Parodontitistherapie im Praxisalltag vor. „Aufklärung ist das Entscheidende“, bilanzierte Timmermeister. Ein erstes Vorgespräch nutzt er, um den Patienten kennenzulernen, dann folgt die Vorbehandlung. Bei der anschließenden Befundbesprechung klärt er, ob der Patient verstanden hat, woran er erkrankt ist, was er selbst im Rahmen der Therapie tun muss und ob er dies überhaupt will. Therapie, Re-evaluation und gegebenenfalls eine prothetische Versorgung sind die letzten Schritte.

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Dr. Bernhard Reilmann | © Michael Schaumer

„Da jeder Vertragszahnarzt verpflichtet ist, QM in seiner Praxis einzuführen – die G-BARichtlinie liegt bekanntlich beim BMG zur Freigabe – will die KZV Westfalen-Lippe die Vertragszahnärzte über diese Vorgaben kompetent informieren, heute insbesondere im Bereich der Parodontitistherapie“, erklärte ihr Vorsitzender Dr. Bernhard Reilmann.

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