Zahnärztetag Westfalen-Lippe

Implantologie ist allgegenwärtig

Alles drehte sich auf dem diesjährigen Zahnärztetag Westfalen-Lippe um die Implantologie. Mit der Wahl des Themas hatten die Organisatoren voll ins Schwarze getroffen – der Zuspruch mit knapp 4.000 Teilnehmern war enorm. Denn es ging nicht um akademische Extremfälle, sondern um praxisnahe und evidenzbasierte Anwendungen. Doch auch berufspolitische Themen kamen zur Sprache.

Implantologie stand im Fokus des Kongresses: Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling, Vizepräsident Jost Rieckesmann, Tagungspräsident PD Dr. Gerhard Iglhaupt und Akademieleiterin Dr. Martina Lösser (v.l.n.r.) © zm-pr

Knapp 4.000 Teilnehmer verbuchte der Kongress im ostwestfälischen Gütersloh. © zm-pr
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens informierte sich bei der Kammerspitze über die neue zahnärztliche Servicestelle für Menschen mit Beeinträchtigungen. © ZÄKWL

Die Implantologie sei in der modernen Zahnheilkunde allgegenwärtig und zu einem Querschnittsfach geworden, erklärte Tagungspräsident PD Dr. Gerhard Iglhaupt, niedergelassener Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Memmingen. Sie habe viele Gebiete der Zahnmedizin verändert und beeinflusst. Wichtig sei nun, die implantologische Therapie noch sicherer und vorhersehbarer zu machen. Dazu bedürfe es der engen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praktikern.

Erkenntnisse aus Forschung und Praxis

Beides, Forschung wie Praxis, kam auf dem Kongress vom 31.3. bis zum 1.4. in der Stadthalle Gütersloh ausführlich zu Wort. Die Vorträge reichten von der Behandlungsplanung (einfache und komplexe Implantatfälle) über verschiedene Implantatwerkstoffe (Wann nehme ich Titan? Wann nehme ich Keramikimplantate?), Aspekte der Knochen- und Gewebeheilung bis hin zur Versorgung periimplantärer Erkrankungen.

Kammerpräsident Dr. Klaus Bartling betonte, der Zahnärztetag wolle dazu beitragen, das komplexe Thema Implantologie aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Das Spektrum der Behandlungskonzepte sei groß und könne manchmal auch unübersichtlich sein. Die richtige Auswahl im Einzelfall sei „nicht immer leicht“ und hänge nicht zuletzt von der persönlichen Erfahrung des Behandlers ab.

Bartling wies die Teilnehmer auf aktuelle Themen aus der Berufspolitik hin. So habe die Kammer eine Umfrage unter angestellten Zahnärzten in Westfalen-Lippe gestartet – derzeit sind im Land rund 1.000 Kollegen im Angestelltenverhältnis tätig. Die Kammer möchte mehr über die persönlichen Gründe wissen und hat (in anonymisierter Form) dazu Fragebögen erarbeitet. Die Umfrage läuft noch, viele Kollegen füllten die Fragebögen am Kammerstand aus. Ferner machte Bartling die Teilnehmer auf das Projekt „ZIS – Zugangsdienst in der Selbstverwaltung der KZV Westfalen-Lippe“ aufmerksam. Das ist ein Service der KZV, als Zugangsdienstbetreiber für die derzeit aufzubauende Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen zu fungieren (siehe Kasten auf S. 34). Viele Kollegen nutzten am Stand der KZV die Gelegenheit, sich für den Dienst zu registrieren.

Zahnärztliche Servicestelle für Pflegebedürftige

Neu ist in der Kammer und KZV Westfalen-Lippe die gemeinsame Servicestelle „Zahnärztliche Servicestelle zur Behandlung von Menschen mit Beeinträchtigungen“ (https://www.zahnaerzte-wl.de/praxisteam/zahnaerztliche-servicestelle-zur-behandlung-von-menschen-mit-beeintraechtigungen.html). Sie steht als koordinierende Anlaufstelle Zahnärzten und ihren Teams zur Beratung und zur Unterstützung zur Verfügung. Neben Ansprechpartnern finden sich dort zahlreiche schriftliche Informationen, zum Beispiel Flyer und Formulare, Konzepte, Informationen zu Kooperationsverträgen, Fortbildung und ein Wegweiser zu barrierefreien Praxen. Auch Pflegebedürftige, Angehörige oder Pflegepersonal können sich dort Unterstützung holen. Auf dem Kongress in Gütersloh konnte sich die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens persönlich ein Bild von dem Serviceangebot machen. Das Fazit zum Zahnärztetag fiel durchweg positiv aus: „Ich freue mich, dass wir knapp 4.000 Teilnehmer begrüßen konnten“, bilanzierte Dr. Martina Lösser, Mitglied des Vorstands und Leiterin der Akademie für Fortbildung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, zum Abschluss des Kongresses.

Güterloh ist stets eingeplant

„Es ist ein Beweis dafür, das sich das Konzept unseres Zahnärztetages bewährt: hochkarätige praxisnahe Fortbildung und die Möglichkeit zum kollegialen Miteinander, daneben Informationen von Kammer, KZV und Versorgungswerk. Für sehr viele Kolleginnen und Kollegen und ihre Mitarbeiterinnen ist der Besuch in Gütersloh jedes Jahr fest eingeplant!“


Auf dem Zahnärztetag wurde auch auf das Projekt „Zugangsdienst in der Selbstverwaltung“ (ZIS) der KZVWL verwiesen. Dahinter verbirgt sich ein Service der KZV, als Zugangsdienstbetreiber für die derzeit aufzubauende Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen zu fungieren. Die TI ist die digitale Infrastruktur des Gesundheitswesens. Sie dient der Vernetzung und dem geschützten Datenaustausch aller im Gesundheitswesen Beteiligten.
Der Hintergrund: Mit dem Gesetz für die sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) müssen alle Zahnarztpraxen in Deutschland ab dem 1. Juli 2017, spätestens aber bis zum Juli 2018, in der Lage sein, das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) als erste Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte über die Telematikinfrastruktur (TI) durchzuführen.
Eine wesentliche Rolle dabei spielen die Zugangsdienstbetreiber, die die Praxen und Kliniken bei der Implementierung der TI unterstützen und die Kommunikation zu den zentralen Fachdiensten gewährleisten.
Die KZVWL will dabei die Zügel selbst in der Hand behalten und schickt sich an, aktiv in das technische Geschehen einzugreifen. Sprich: Sie will Zugangsdienstbetreiber der TI werden. Da sie bereits seit 2010 als Zugangsdienstbetreiber für Abrechnungs-Services ihrer Mitglieder fungiert, setzt sie damit den Service für ihre Mitglieder fort.
„Wir vertreten den Standpunkt, dass wir als KZVWL nicht tatenlos zuschauen sollten, wenn unsere Mitglieder gesetzlich verpflichtet werden, diese neuen komplexen Strukturen umzusetzen“, heißt es dazu aus der KZVWL. Die Mitglieder sollen selbst wählen können, ob sie diesen Dienst nutzen möchten oder einen gewerblichen Dienst mit Gewinnerzielungsabsicht.
Für die Zahnärzte in Westfalen-Lippe ist dabei der größte Vorteil, dass sie sich nicht mit einem externen Dienstleister, der die individuellen Praxisstrukturen nicht kennt, auseinandersetzen müssen. Sie greifen wie gewohnt auf die bekannten IT-Spezialisten der KZVWL zurück – „ohne in Hotlines verloren zu gehen“, so die KZVWL.
Nach der erfolgten Zustimmung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW befindet sich die KZVWL aktuell in der Vorbereitung für diese Leistung. Am 1. März wurde eine europaweite Markterkundung respektive Interessenbekundung ausgeschrieben, die dabei helfen soll, kompetente technische Partner zu finden. Auch wurde deswegen nach Informationen aus der KZVWL in den vergangenen Monaten mit vielen Herstellern von Praxisverwaltungssystemen (PVS) bereits gesprochen, Kooperationen wurden geschlossen.
In erster Linie natürlich für die Mitglieder in WL, aber auch für andere Interessenten aus dem Bereich der Gesundheitsberufe hat die KZVWL in Münster ein Democenter eingerichtet. Hier wird die Praxisumgebung mit dem Zugang zur TI nachgestellt. Die Zahnärzte haben so die Möglichkeit, die TI einmal „anzufassen“ und die Kommunikation mit ihrem PVS live auszuprobieren. „Die KZVWL möchte dabei ihren Mitgliedern die Angst vor der Umstellung nehmen und zeigen, dass auch in Zukunft alles wie gewohnt funktioniert“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Holger Seib. „Außerdem haben wir eine umfangreiche Informationsreihe für unsere Mitglieder gestartet. Wir besuchen alle 34 Bezirksstellen individuell und berichten dabei über das Projekt und den aktuellen Stand.“
Auch der Zahnärztetag in Gütersloh habe sich bewährt, um die Zahnärzte zu informieren und zu zeigen, was TI in der Praxis bedeutet. Auf dem Zahnärztetag lagen Listen aus, in die sich interessierte Zahnärzte eintragen konnten. sg



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