50 Jahre Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

„Ich rauche – weil ich ein Kamel bin!“

„Tina! Was kosten die Kondome?“, „Ich rauche – weil ich ein Kamel bin“ oder „Mach die Hände nass!“ – die meisten kennen die eingängigen Spots und Kampagnen, mit denen die BZgA die Bevölkerung mit Fingerspitzengefühl und Humor wachrüttelt und aufruft, Prävention zu betreiben – seit dem 20.7.1967, also seit 50 Jahren.

1990: Anti-Aids-Kampagne mit Hella von Sinnen 2009: Kampf gegen Viren und Bakterien © BZgA

1967: Anti-Raucher-Kampagne © BZgA
1976: Aktion für gesunde Ernährung bei Kindern © BZgA
2009: Kampf gegen Viren und Bakterien © BZgA
2009: Plädoyer für saubere Hände
... und für die richtige Händehygiene © BZgA
1970er: Aktion Bewegung und gesunde Lebensführung © BZgA
2001: Anti-Raucher-Kampagne © BZgA
1988: Anti-Aids-Kampagne © BZgA

Wer kennt ihn nicht – den Aufklärungsspot aus der Anti-Aids-Kampagne mit Hella von Sinnen an der Supermarktkasse, die lauthals nach dem Preis der Kondome fragt? Die BZgA-Kampagne „Gib AIDS keine Chance“ war eine der erfolgreichsten Gesundheitskampagnen in Deutschland. Gestartet war sie 1987, als das Thema AIDS gesellschaftlich besondere Relevanz erhielt. Die Spots liefen in Kinos und im Fernsehen, die BZgA verteilte Informationen zur Aidsaufklärung an alle bundesdeutschen Haushalte. Offensichtlich mit Erfolg: Immer mehr Menschen schützen sich seitdem mit Kondomen. Waren es 1988 rund 54 Prozent der über 16-Jährigen, sind es heute 91 Prozent. Die Kampagne – ergänzt um das Themenfeld sexuell übertragbarer Infektionen – wird seit 2016 unter der Bezeichnung „Liebesleben“ fortgesetzt.

„Alkohol – kenn Dein Limit“

Eingängig waren auch die Aktivitäten der BZgA zur Sensibilisierung für Suchtentstehung. Beispiel: Alkoholsucht. „Ein Schlückchen in Ehren kann niemand verwehren“ – so hieß es in einem Spot aus den 1980ern. Und: „Alkohol – kenn Dein Limit“ oder „Alkohol macht mehr kaputt als du denkst“ lauteten dann 2011 die Appelle an Jugendliche und junge Erwachsene, sich im Alkoholkonsum zu mäßigen. Auch diese Präventionskampagne war sehr erfolgreich: Der Anteil der 12- bis 17-Jährigen, die mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, ist von rund 21 Prozent in 2004 auf zehn Prozent in 2016 gesunken.

Beim Kampf gegen Suchtentstehung stand auch das Rauchen im Fokus: In den 1960ern arbeitete die BZgA noch mit Schreckensszenarien („Nikotin ist eines der stärksten und gefährlichsten Gifte, die wir kennen“). „Ich rauche – weil ich ein Kamel bin“ hieß es dann mit humorvollen Zwischentönen in einem Spot aus dem Jahr 2001. Und auch hier verbucht die BZgA eine positive Bilanz: Die Raucherquote bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ist derzeit auf einem historischen Tiefststand. Rauchten 2001 noch 28 Prozent dieser Altersgruppe, waren es 2015 nur noch knapp acht Prozent. Diese

Entwicklung ist das Ergebnis von Tabaksteuererhöhungen, bundesweiten Regelungen zur rauchfreien Schule und bundesweiter Massenkommunikation zur Schaffung eines rauchfreien Klimas. Dazu gehört auch ein Schulwettbewerb „Be Smart – Don‘t Start“.

„Statt Süßigkeiten Liebe wählen“

In den 1970er-Jahren ging es um die Bewusstmachung für eine gesunde Ernährung: Ein Spot aus dem Jahr 1976 brachte die Botschaft für Eltern auf den Punkt: „Für andere Kinder gibt‘s kein Halten, wenn draußen hell die Sonne blinkt. Doch er ist fett, so wie die Alten, er sitzt und liegt und isst und trinkt! Drum gute Eltern, lasst Euch sagen, dass dicken Kindern etwas fehlt: Zuneigung geht nicht durch den Magen, statt Süßigkeiten Liebe wählen!“ Oder – diesmal an hektische Berufstätige gerichtet (1974): „Herr Schlappschlapp ist der ganze Stolz seiner Firma. Dauernd ist er beschäftigt. Pausen kennt er nicht. Er isst nur einmal täglich. Oh Gott, Herr Schlappschlapp: Wollen Sie sich umbringen?!?“

Regelmäßig führt die BZgA Untersuchungen zu Wissen, Einstellungen und Verhalten zu Gesundheitsthemen durch. Ergebnis ist beispielsweise die Kampagne zur Bekämpfung von Ansteckungsgefahren durch Viren und Bakterien oder das Plädoyer für eine richtige Händehygiene. 2009 hieß es: „Mach die Hände nass.“

Prävention im Wandel der Zeit

Die Maßnahmen und Aufklärungskampagnen der BZgA spiegeln das Präventionsverständnis im Wandel der Zeit. Hauptaufgabe war und ist es, die Bereitschaft des Einzelnen zu einem verantwortungsbewussten und gesundheitsgerechten Verhalten zu fördern. Anfangs der 1960er-Jahre dominierte noch die Belehrung mit erhobenem Zeigefinger. Mit Abschreckung und harten Fakten ging man daran, den Menschen die Folgen einer gesundheitsschädigenden Lebensführung vor Augen zu führen. Appelle wie „Du sollst ...“ oder „Du darfst nicht ....“ prägten die frühen Kampagnen.

Später, etwa Mitte der 1980er-Jahre, zeichnete sich im Gesundheitsverständnis ein Paradigmenwechsel ab. Gesundheit wurde umfassender, nicht mehr nur als die Abwesenheit von Krankheit definiert. Gesundheitserziehung sollte nun dazu dienen, Menschen mehr Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen. Und die Kampagnen der BZgA richteten sich strategisch auf Verhaltensprävention aus.

Seit den 2000er-Jahren hat sich das Verständnis von Prävention erneut gewandelt. Heute wird diese als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden, im Verbund mit interdisziplinären Netzwerken und Koalitionen. Die Bundeszentrale stellte sich breiter auf, die Kampagnen zielen nun hinein in die Lebenswelten der Menschen, es geht beispielsweise um die Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten und um die Ansprache neuer Zielgruppen. Neue Themenbereiche sind hinzugekommen, etwa das Programm „Gesundes Alter“, das die Förderung von Bewegung und Mobilität vorantreiben will, oder die Initiative „Trau Dich!“, gerichtet an Opfer sexuellen Missbrauchs.

Anlässlich der Jubiläumsfeier würdigte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Arbeit der BZgA: „Seit 50 Jahren informiert sie Bürgerinnen und Bürger mit großem Einsatz – und oft auch mit Humor – zu wichtigen Gesundheitsfragen. Dabei hat sie bewiesen: Gesundheitsförderung wirkt! Mit dem Präventionsgesetz haben wir dafür gesorgt, dass hochwertige Angebote der Gesundheitsförderung dorthin getragen werden, wo Menschen leben, lernen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen – in die Kita, in die Schule, an den Arbeitsplatz, in die  Pflegeeinrichtung oder ins Stadtquartier. Dabei unterstützt die BZgA die Krankenkassen mit ihrem Fachwissen.“

Eine Bilderstrecke mit den Highlights  der BZgA-Filmspots finden Sie unter:
http://www.zm-online.de/home/nachricht/Tina-Was-kosten-die-Kondome_410478.html#1

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