Qualitätsreport der Bundeszahnärztekammer

Zahnärztliche Qualität kann sich sehen lassen

So lautet die Quintessenz des zweiten Qualitätsreports, den die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) jetzt veröffentlicht hat. Präsentiert wird ein Überblick über die zahlreichen Qualitätsinitiativen der Zahnärzteschaft in zwei Schwerpunktbereichen: Professionalität im Praxisteam und Prävention. Adressaten des Reports sind Politik, Ministerien, Fachöffentlichkeit, Standespolitik und Verbände. An sie wird der Report jetzt auf breiter Basis verschickt.

Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der BZÄK BZÄK(Axentis.de)

Zum zweiten Mal veröffentlicht die Bundeszahnärztekammer Ergebnisse aus zahlreichen Qualitätsinitiativen in der zahnärztlichen Versorgung. Bundes- und landesweit bestehen zahlreiche Qualitätsinitiativen der Zahnärzteschaft. Das belegt der Report mit Daten und Fakten. Die Kernaussagen:

  • Die Präventionserfolge sind Erfolge des gesamten zahnärztlichen Teams.
  • Mit den zur Verfügung stehenden Arbeitsmodellen lässt sich eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) erreichen.
  • Die von den Kammern angebotenen (Aufstiegs-)Fortbildungen sichern die Präventionserfolge und bieten für die ZFA gute berufliche Perspektiven und Karrierechancen.
  • Die duale Ausbildung zur ZFA bietet auch Menschen mit Migrationshintergrund große Chancen der gesellschaftlichen Teilhabe.

Wirtschaftliches Potenzial


Wie der Report herausstellt, geht von der zahnärztlichen Versorgung ein gewichtiges wirtschaftliches Potenzial aus (BZÄK-Jahrbuch 2016/17):

  • Rund 377.000 Personen sind in den medizinischen und nicht-medizinischen Bereichen der Zahnarztpraxen beschäftigt.
  • 51.000 Zahnärzte sind in eigener Praxis niedergelassen. Insgesamt sind 71.425 Zahnärzte hier beruflich tätig. 
  • Derzeit praktizieren 19.800 Zahnärztinnen – und ihre Zahl nimmt ständig zu.
  • Der zahnärztliche Sektor ist ein Jobmotor: 4,5 Arbeitsplätze stellt im Schnitt jeder praktizierende Zahnarzt bereit.

Professionalität im Team


Weitere Zahlen präsentiert der Report zur Aus- und Fortbildung des Praxisteams:

  • 211.000 ZFA sind in der Zahnmedizin tätig, darunter 31.000 Auszubildende.
  • 99 Prozent aller ZFA-Auszubildenden sind weiblich, davon ist jede Fünfte eine Auszubildende mit ausländischem Pass.
  • Um plus 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nahm zum 30. September 2016 bundesweit die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zur ZFA (12.993) zu. In den alten Bundesländern entschieden sich 3,83 Prozent mehr Azubis für diesen Beruf, in den neuen 6,68 Prozent. 
  • 42 Prozent aller Zahnarztpraxen (17.950) bilden aus.
  • Über 20.000 fortgebildete Prophylaxefachkräfte vermitteln in Zahnarztpraxen Grundlagen in Gesundheitserziehung, -vorsorge, -aufklärung sowie Motivation der Patienten und sie übernehmen präventive Maßnahmen.
  • 24.000 ZFA verfügen über eine abgeschlossene Aufstiegsfortbildung.

Der Qualitätsreport stellt die Professionalität im Team heraus. Er verweist darauf, dass die ZFA ein krisensicheres Ausbildungsmodell ist. Eine Ausbildung ist ortsnah möglich und bietet hervorragende Qualifizierungsmöglichkeiten, an deren Ende sogar die Hochschulzugangsberechtigung und später ein akademischer Abschluss stehen können. Auch junge Menschen mit einem niedrigeren Schulabschluss können einen Zugang zu einer Ausbildung in einem verantwortungsvollen Arbeitsbereich erlangen, was somit eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Das gilt auch für Azubis mit Migrationshintergrund.
Als positiv stellt der Report heraus, dass beim zahnärztlichen Praxispersonal die Möglichkeiten zur Gestaltung der beruflichen Zukunft flexibel und individuell genutzt werden können, was besonders familiäre Aspekte begünstigt. Mutterschaft und Kindererziehungszeiten sowie eine stufenweise Rückkehr zum Arbeitsplatz sind hier gut realisierbar.

| BZÄK

Auch weist der Report auf die von den Zahnärztekammern angebotenen Aufstiegsfortbildungen für zahnärztliches Fachpersonal hin: ZFA, die sich weiterentwickeln wollen, stehen die Optionen ZMP, ZMF und ZMV sowie DH zur Verfügung. Im Zeitverlauf hat sich die Anzahl der Fortbildungsteilnehmer kontinuierlich gesteigert. Die Zukunftsaus-sichten der Fachkräfte sind gut. In 2016 wurden 810 erfolgreiche Prüfungen zur ZMP, 544 zur ZMV, 197 zur ZMF und 75 zur DH vor den Kammern abgelegt.
Bei den rund 850 in Deutschland tätigen DH handelt es sich zum größten Teil um ZFA, die ein von den (Landes-)Zahnärztekammern angebotenes modulares Aufstiegsfortbildungsprogramm erfolgreich absolviert haben. Die erworbene Qualifizierung wird in allen Bundesländern anerkannt.
Seit 2015 ist es zudem möglich, ein duales Studium zur DH mit Bachelor-Abschluss zu absolvieren, das sich aber vom Tätigkeitsspektrum einer kammerfortgebildeten DH unterscheidet. So zeichnet sich eine Kammer-DH neben hervorragenden theoretischen Kenntnissen auch durch kommunikative und soziale Kompetenzen aus.

Prävention


Ein weiterer Schwerpunkt des Reports liegt auf der Prävention. Hierzu präsentiert die BZÄK unter anderem folgende Fakten:

  • 91 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Zahnarzt zufrieden.
  • 30 Prozent weniger Zähne sind bei jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) seit 1977 mit Karies befallen 
  • Acht von zehn der 12-jährigen Kinder (81,3 Prozent) sind heute kariesfrei.
  • Die Zahl der kariesfreien Gebisse bei 12-Jährigen hat sich in den Jahren 1997 bis 2014 verdoppelt. 
  • Nur noch jeder achte ältere Mensch ist völlig zahnlos. Im Jahr 1997 war es noch jeder Vierte.
  • Die Zahl der schweren Parodontalerkrankungen nimmt ab. Durch die demografische Entwicklung und die Altersabhängigkeit der Erkrankung ist prognostisch aber mit einem steigenden Behandlungsbedarf zu rechnen.
  • 1,9 Millionen Kinder werden über die Gruppenprophylaxe an Schulen und Kindergärten erreicht.

Die BZÄK weist darauf hin, dass insbesondere die zahnmedizinischen Präventionsbemühungen bei Kindern und Jugendlichen – auch im internationalen Vergleich – laut Report eine nachweisbare Erfolgsstory darstellen. Prophylaxe in der Zahnarztpraxis ist vor allem eine Teamsache. Und die zahnärztlichen Kinderpässe tragen erheblich dazu bei, eine frühe Einbindung von Kleinkindern in der Zahnarztpraxis in der ersten Lebensphase zu gewährleisten.
Ziel ist es, die erfolgreiche Individualprophylaxe auch im Erwachsenenalter fortzusetzen. Eine besondere Herausforderung stellt der Gesundheitszustand von immobilen oder pflegebedürftigen Patienten und Menschen mit Behinderungen dar. Die Zahnärztekammern der Länder sind dafür wichtige Dienstleister.

Die Onlineversion des Qualitätsreports II finden Sie auf der BZÄK-Homepage unter: www.bzaek.de/berufsausuebung/qualitaetsfoerderung.html

 

Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der BZÄK

„Unsere Disziplin verdient Vertrauen“

Was möchte die BZÄK mit dem Qualitätsreport bewirken?

Wir Zahnmediziner durchlaufen eine Ausbildung, die es sonst in der akademischen Welt nicht so oft gibt. Neben allem fachlichen Wissen entsteht dabei in uns das Ethos des „guten Handwerkers“ mit dem Ziel optimaler Behandlungsqualität. Inzwischen droht unser Qualitätsbegriff aber leider zum Opfer von Misstrauensbürokratie zu werden. Da wird dann geprüft, bewertet, sanktioniert und letztlich entstehen nur Ärger und Vermeidungsstrategien. Der Report zeigt, wo uns unser eigener Qualitätsbegriff hingebracht hat: Unsere deutschen Patienten stehen an der Weltspitze der Mundgesundheit.

Was sind die Kernbotschaften des Reports?

Es gibt zwei Kernbotschaften: Unsere Disziplin verdient Vertrauen, weil sie aus eigener Kraft und gegen alle Beharrungskräfte diesen Schwenk zur Vorbeugung mit ihren großen Erfolgen geschafft hat. Die zweite Kernbotschaft ist, dass die Erfolge nur gemeinsam mit unserem Team möglich waren und in Zukunft sein werden. Diese Freude will der Report zeigen, mit hoher Kompetenz auf Augenhöhe in einem Team zu arbeiten, das jedem Patienten – vom Kleinkind bis zum Pflegebedürftigen – direkt und nachhaltig helfen kann.

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