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Zahnärzte-Stifterclub Dresdner Frauenkirche

Jetzt hat Dresden wieder seine berühmte Stadt-Silhouette

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Hartmut Friel
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Der Zahnärzte-Stifterclub, hervorgegangen aus der zm-Initiative zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, berichtet regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten an der Kirche und wirbt wie seit vielen Jahren besonders zu Weihnachten bei den Lesern um Spenden. Rund 635 000 Euro haben die zm-Leser schon an Spenden zusammengetragen und damit eine die Kuppel tragenden Säule, die „Zahnärzte-Säule“ und den größten Teil des darüber liegenden Bogens finanziert. Auch jetzt berichten die zm wieder über den Stand des Wiederaufbaus und werben für die Zeichnung von Stifterbriefen und den Kauf von Geschenken mit Spendenanteilen.

„Elbflorenz sonnt sich wieder in seinem alten Glanze“, schrieb die Presse, als im September 2003 das letzte Gerüst von der „steinernen Glocke“, der ganz aus Sandstein gebauten Kuppel der Dresdner Frauenkirche, entfernt worden war. Nun bestimmt die Silhouette der „steinernen Glocke“ wieder zusammen mit Hofkirche und Kreuzkirche das Panorama der Innenstadt Dresdens und zeigt wie früher von der Neustädter Elbseite den berühmten „Canaletto-Blick“. Die spätbarocke Sandsteinkuppel, 1743 nach den Plänen von Baumeister George Baehr vollendet und einzigartig nördlich der Alpen, hatte über 200 Jahre das Dresdner Stadtpanorama geprägt, bis sie nach dem Feuersturm der Bombenangriffe vom Februar 1945 infolge ausgebrannter Steine in sich zusammenbrach. Jetzt steht sie wieder. Gerade für die ältere Generation ein emotional sehr denkwürdiger Moment!

„Die letzte Schicht ist versetzt, die Hauptkuppel vollendet“, verkündete Baudirektor Eberhard Burger, als Anfang Juli dieses Jahres in rund 62 Meter Höhe der letzte Druckring geschlossen war, nachdem man schon im Mai den Schlussstein der Kuppel gesetzt hatte. Bauherr, Techniker und Handwerker feierten diesen Tag mit einem „Kuppelfest“, der steinernen Variante des sonst üblichen Richtfestes vergleichbar. Sie haben allein für den Bau der steinernen Glocke die riesige Menge von 183 577 Einzelsteinen versetzt und damit 3 600 Kubikmeter Sandstein verbaut. „Mit Präzision und handwerklicher Kunst ist hier ein Sinnbild des Himmels entstanden“, erläuterte Frauenkirchen-Pfarrer Stephan Fritz die Bedeutung der Kirchen-Kuppel.

Es fehlen jetzt noch knapp 30 Meter bis zur Spitze. Sie werden durch die „Laterne“ und das Kuppelkreuz erreicht, das – vom britischen „Dresden-Trust“ gestiftet – schon lange vor der Kirche auf seinen Weg in die Höhe wartet. Der Bau der Laterne, des „Häuschens“ auf der Kuppel, das dann das goldene Kreuz tragen wird, hat bereits begonnen. Hier wurden nun wieder sorgsam reparierte Fundstücke aus der zerstörten Kirche eingesetzt, nachdem beim Bau der Kuppel aus Sicherheitsgründen nur neue Steine verwendet worden waren. Insgesamt fanden hier 1 245 Werksteine ihren Platz. Ende Februar 2004 soll die steinerne Laterne fertig sein. Bis Juni 2004 sollen die Turmhaube auf der Laterne und voraussichtlich am 22. Juni 2004 das Turmkreuz aufgesetzt werden.

Es war ein ereignisreiches Jahr an der Dresdner Frauenkirche. Zum ersten Male zeigte sich das Außenmauerwerk in seiner ganzen Sandstein-Schönheit ohne Gerüste, während zunächst verdeckt die steinerne Kuppel wuchs und wuchs. Dann kamen die Glocken, deren Weihe und Platzierung mit großen Festen gefeiert wurden und deren Geläut heute schon fast zum Dresdner Alltag gehört. Schließlich jetzt im Herbst zeigte sich die ganze Pracht der Kuppel. In der Chronik des Wiederaufbaus fehlen nur noch einige Seiten. Zum Reformationsfest 2005 soll die Kirche geweiht werden.

Von nun an steht der Innen-Ausbau im Vordergrund. So folgen demnächst der Einbau der Treppenanlagen im oberen Bereich der Wendelrampe und des Laternenhalses, das Anbringen von Handläufen und Geländern, das Einsetzen von weiteren Türen und Fenstern sowie das Verlegen von Heizung und Fußböden. Vollendet werden muss die bereits weitgehend fertige Chorbalustrade.

Die Maler sind schon an der Arbeit

Die Maler haben schon mit der Gestaltung des Kirchraumes und der Emporen bis hin zum Chorraum begonnen. Der renommierte Dresdner Maler Christoph Wetzel hat jetzt eines der acht Kuppelbilder in der Frauenkirche als Probebild gemalt. Wetzel traf dort die gewünschte „barocke Leichtigkeit“; er will, so er den Zuschlag für alle Bilder erhält, das Bindemittel für die Eitempera nach einem historischen Rezept herstellen. In diesem sind neben zirka 1 000 Eiern auch Leinölfirnis und – für Zahnärzte besonders interessant – Nelkenöl enthalten. Wie schon die eichenen Holzglockenstühle, so wird auch für die Innenverkleidung der Frauenkirche, für die Sitzbänke und die Emporen Holz verwendet. Im Winter 2002 waren im Schwarzwald, Forstbezirk Todtmoos, 400 Weißtannen geschlagen, geschnitten und dann eineinhalb Jahre luftgetrocknet worden, bis sie nach Dresden reisten. Dieses Holz hat besonders positive Eigenschaften: gleichmäßige Maserung, harzfrei, gut imprägnierbar und pilzresistent, also geeignet für eine lange Lebensdauer.

Ein Blick auf die zukünftige Umgebung der Frauenkirche zeigt auch Erfreuliches. Trotz mancher architektonischer, denkmalschützerischer und finanzieller Querelen wird es doch insgesamt wohl eine benachbarte Bebauung geben, die diesem zentralen Platz der Stadt sowohl im Baustil als auch von Harmonie und Urbanität her zukommt. Die wieder aufgebaute Frauenkirche prägt eben nicht nur die Silhouette von Elbflorenz, sondern sie ist auch Maßstab für das neue Straßenbild und die gesamte Anmutung und Atmosphäre der 1945 in Schutt und Asche gebombten Altstadt auf dem linken Elbufer.

Hartmut FrielJägerhofstr. 17242119 Wuppertal

Hartmut Friel

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