Aufruf des Weltzahnärzteverbandes FDI

3,5 Milliarden Menschen leiden unter Munderkrankungen

pr
Der Weltzahnärzteverband hat dazu aufgerufen, global Maßnahmen zur Bekämpfung von Munderkrankungen zu priorisieren. Und plädiert für mehr Prävention.

Die FDI World Dental Federation (FDI) hat Regierungen und weltweite Gesundheitsorganisationen aufgerufen, Maßnahmen zur Bekämpfung von Erkrankungen des Mundraums zu priorisieren. Dazu solle das Thema Mundgesundheit auf die Agenda des hochrangigen Treffens der Vereinten Nationen zur allgemeinen Gesundheitsversorgung im September gesetzt werden, fordert der Verband. Das Treffen sei eine wichtige Gelegenheit, um Bereiche für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit festzulegen.

Der Verband verweist auf Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, nach denen Erkrankungen des Mundraums zu den weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten gehören. Fast 3,5 Milliarden Menschen litten unter Karies, schwerer Zahnfleischentzündung, Zahnausfall und Mundhöhlenkrebs, heißt es dazu. Das seien fast eine Milliarde mehr Fälle von Munderkrankungen als alle fünf häufigsten nicht übertragbaren Krankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen, Krebs und psychische Störungen) zusammen.

FDI fordert gleichberechtigten Zugang zu bezahlbarer Gesundheitsversorgung

„Eine gute Mundgesundheit spielt eine entscheidende Rolle in unserem täglichen Leben, sowohl in Bezug auf die körperliche Gesundheit als auch, was das geistige Wohlbefinden anbelangt“, erklärt Prof. Ihsane Ben Yahya, Präsidentin der FDI und Dekanin der Fakultät für Zahnmedizin an der Universität für Gesundheitswissenschaften Mohammed VI, Casablanca, Marokko, dazu. Die Präsidentin weiter: „Da jährlich Milliarden von Menschen von Munderkrankungen betroffen sind, ist es an der Zeit, dass Regierungen und weltweite Gesundheitsorganisationen gezielt dagegen vorgehen. Das bedeutet, einen gleichberechtigten Zugang zu bezahlbarer und hochwertiger Gesundheitsversorgung für alle sicherzustellen und die Mundgesundheit zu einem Schwerpunkt von Plänen für eine allgemeine Gesundheitssicherung zu machen.“

Die FDI betont, dass den meisten Munderkrankungen vorgebeugt werden könne und dass sie sich mit kosteneffizienten Eingriffen behandeln ließen. Viele Menschen hätten jedoch keinen Zugang zu einer Behandlung, unter anderem, weil diese nicht verfügbar oder zu teuer sei. Fast 75 Prozent aller weltweit von Munderkrankungen betroffenen Personen lebten in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommen, wo die Kosten für entsprechende Behandlungen oft für Familien untragbar seien. Der Verband weist weiter darauf hin, dass in den vergangenen Jahren weltweit eine Zunahme der Maßnahmen gegen Erkrankungen des Mundraums zu verzeichnen war. So hätten 2021 die Länder eine Resolution der WHO zur Mundgesundheit unterstützt.

Dieses Jahr werde die 76. Weltgesundheitsversammlung den Globalen Aktionsplan für Mundgesundheit (2023 bis 2030) verabschieden. Darin seien Regierungen dazu aufgerufen, dafür zu sorgen, dass 80 Prozent der weltweiten Bevölkerung grundlegende Mundgesundheitsleistungen beanspruchen könne. Dies könnte nach Angaben der FDI unter anderem dadurch erreicht werden, dass Länder die Integration der Mundgesundheit in ihre nationale Gesundheitsversorgung priorisieren und sicherstellen, dass ausgebildete zahnmedizinische Fachleute in ausreichender Zahl verfügbar sind. Entscheidend sei, dass diese Initiativen in konkrete Maßnahmen gegen Erkrankungen im Mundraum umgesetzt werden, bilanziert die FDI-Präsidentin Ben Yahya, „damit die am meisten betroffenen Personen lächelnd durchs Leben gehen können.“

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