Papier der European Federation of Periodontology

357 Milliarden US-Dollar pro Jahr kostet der Kampf gegen Karies pro Jahr!

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Zahnmedizin
Die Behandlungskosten für orale Erkrankungen wie Parodontitis oder Karies machen fast 4,9 Prozent der globalen Gesundheitsausgaben aus. Zu dem Ergebnis kommt ein Rechner der European Federation of Periodontology.

„Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen: Ungleichheiten bei der Mundgesundheit bekämpfen“ lautet der Titel des neuen White Paper von Economist Impact, das von der European Federation of Periodontology (EFP) in Auftrag gegeben wurde. Das Papier untersucht die eskalierende Belastung durch Parodontitis und Karies und hebt die kritischen Zusammenhänge zwischen beiden Krankheiten hervor.

An Karies leiden mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit

In dem Papier wird ein neuer Kostenrechner für die Kariesprävention und -behandlung vorgestellt, der direkte Behandlungskosten in Höhe von 357 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausweist, was 4,9 Prozent der der weltweiten Gesundheitsausgaben entspricht. Produktivitätsverluste aufgrund von Karies, schwerer Parodontitis und Zahnverlust belaufen sich dabei alleine auf schätzungsweise 188 Milliarden Dollar jährlich. Der Rechner schätzt die langfristigen direkten Kosten, die mit der Behandlung von Karies im Alter zwischen 12 und 65 Jahren in sechs Ländern (Brasilien, Frankreich, Deutschland, Italien, Indonesien und das Vereinigte Königreich) einhergehen.

Der Rechner zeigt auch, dass

  • die direkten Gesamtkosten von Karies zwischen 10.284 Milliarden Dollar in Italien und 36,231 Milliarden Dollar in Brasilien schwanken, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass die Bevölkerung unterschiedlich groß ist.

  • die Pro-Kopf-Kosten im Vereinigten Königreich am höchsten (22.910 US-Dollar) wurden und in Indonesien am niedrigsten sind (7.414 US-Dollar).

  • die direkten Kosten von Karies in allen Ländern in der am stärksten benachteiligten Gruppe am höchsten waren - außer in Indonesien und Deutschland, wo sie in der am wenigsten benachteiligten Gruppe am höchsten waren, dicht gefolgt von den am meisten benachteiligten Gruppen.

Mundkrankheiten hat fast die Hälfte der Weltbevölkerung und sie übertreffen die Belastung der meisten nicht übertragbaren Krankheiten (NCDs). An Zahnkaries leiden mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit, schwere Zahnfleischerkrankungen stehen mit über einer Milliarde Fällen an zweiter Stelle. Die gezielte Beeinflussung gängiger Risikofaktoren wie Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum bietet die Chance, nicht nur Mundkrankheiten, sondern auch NCDs wie Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs und Schlaganfall einzudämmen, die eng mit parodontalen Erkrankungen verknüpft sind.

Das Paper sei eine rechtzeitige Erinnerung daran sei, dass es keine allgemeine Gesundheit ohne orale Gesundheit gebe, sagte EFP-Generalsekretärin Prof. Nicola West, die den Bericht initiiert und verfasst hat. Sie appelliert an die politischen Entscheidungsträger und Budgetverantwortlichen, mehr Geld in die orale Prävention zu investieren – insbesondere im Hinblick darauf, dass es sich um vermeidbare Erkrankungen handelt.

Aufbauend auf dem Erfolg eines früheren Papers des Economist über die Kosten von Zahnfleischerkrankungen („Time to take gum disease seriously“), das die positive Investitionsrendite demonstriert hat, die durch häusliche Präventivpflege und Frühdiagnose erzielt wird, beschreibt der neue Bericht auch den Verlauf der Karies vom gesunden Zahn bis zur bis hin zu einem nicht mehr zu rettenden kariösen Zustand. Das Modell skizziert präventive Maßnahmen, wie die Einhaltung der Mundhygiene durch Zähneputzen mit fluoridierter Zahnpasta, die Anwendung von Fluorid in der Mundhöhle und die strategische Ausrichtung auf verschiedene Stadien um die Entwicklung von Karies zu verhindern oder aufzuhalten.

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