Aligner versus feste Zahnspange: Wo ist die Mundhygiene besser?
Insgesamt wurden 24 Patientinnen und Patienten randomisiert zwei Behandlungsgruppen zugeteilt: Eine Gruppe (n = 12) erhielt transparente Aligner, die andere (n = 12) eine festsitzende kieferorthopädische Apparatur. Vor Behandlungsbeginn erhielten alle dieselben Mundhygieneinstruktionen. Zu Studienbeginn sowie nach drei und sechs Monaten entnahmen die Forschenden Speichel, supragingivale Plaque und gingivale Sulkusflüssigkeit. Zusätzlich dokumentierten sie Plaque-Index, Gingiva-Index, Sondierungstiefe und Blutung auf Sondierung. Die mikrobielle Zusammensetzung analysierten sie mittels 16S-rDNA-Sequenzierung; 8-OHdG in Speichel und Sulkusflüssigkeit bestimmten sie per ELISA.
Festsitzende Apparaturen beeinflussen die orale Mikro-Umgebung stärker
Nach drei und sechs Monaten lagen der Plaque-Index sowie die Blutung auf Sondierung nach sechs Monaten in der Gruppe mit festsitzenden Apparaturen höher als in der Aligner-Gruppe. Zudem fanden sich dort häufiger mit Dysbiose assoziierte Gattungen wie Prevotella und Veillonella, während in der Aligner-Gruppe eher gesundheitsassoziierte Taxa überwogen. In der gingivalen Sulkusflüssigkeit war außerdem die Konzentration von 8-OHdG bei festsitzenden Apparaturen nach sechs Monaten höher.
„Festsitzende Zahnspangen waren mit einer höheren relativen Häufigkeit von parodontalen und karieserregenden Krankheitserregern verbunden, was auf ein potenziell erhöhtes Risiko für Parodontitis und Karies hinweist“, schreiben die Autoren.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass festsitzende Apparaturen die orale Mikroumgebung stärker beeinflussen könnten als Aligner. Wegen der kleinen Stichprobe und der kurzen Nachbeobachtungszeit lassen sich daraus jedoch keine belastbaren Aussagen zu einem tatsächlichen Parodontitisrisiko ableiten.
Xu M, Li G, Tian J, Xie F et al. Comparison of the effects of clear aligners and fixed appliances on the oral microbiota and reactive oxygen species: a prospective study. Front Cell Infect Microbiol. 2026 Jan 23;15:1738047. doi: 10.3389/fcimb.2025.1738047. PMID: 41659811; PMCID: PMC12876197.





