Wie gut sind Praxen auf Katastrophensituationen vorbereitet?
Die Erhebung hat in dieser Woche begonnen, informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Ab sofort können angeschriebene Ärzte und Psychotherapeuten die Fragen online beantworten. Eine Teilnahme ist bis zum 30. Juni möglich.
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) führt das Praxis-Panel bereits seit mehreren Jahren im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen und der KBV durch, um valide Daten zur wirtschaftlichen Situation der Praxen zu erhalten. Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Krisen- und Katastrophenresilienz. Vor dem Hintergrund multipler Krisen und der weltpolitischen Lage will das Zi mit den erhobenen Daten einen Überblick schaffen, wie Praxen auf mögliche Szenarien vorbereitet sind. Dazu zählen flächendeckende Ausfälle der Strom- und Energieversorgung oder der Telekommunikations-Infrastruktur. Steht in der öffentlichen Diskussion meist der stationäre Bereich im Fokus, soll mit der Erhebung die ambulante Versorgung in den Blick genommen werden.
Es werden insbesondere Themen wie Lagerhaltung, Vorbereitungen auf den Ausfall kritischer Infrastruktur, personelle Gegebenheiten sowie Bedarfe beleuchtet. Die Ergebnisse sollen neben einer Bestandsaufnahme zum Status quo Bedarfe aufzeigen, beispielsweise für Informations- und Unterstützungsangebote, sowie das von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angekündigte Gesundheitssicherstellungsgesetz aus berufspolitischer Sicht flankieren.
Bei der Erhebung zur wirtschaftlichen Entwicklung der Praxen sowie zu den Rahmenbedingungen der ambulanten Versorgung geht es um die Jahre 2023 und 2024. Ziel ist es, mit repräsentativen Daten die Verhandlungsposition der Vertragsärzte- und Vertragspsychotherapeutenschaft untermauern zu können und Transparenz zur wirtschaftlichen Lage und zu allgemeinen Rahmenbedingungen herzustellen.
Nicht zuletzt auch aufgrund der aktuellen Diskussionen um Einsparungen und Sparzwänge in der ambulanten Versorgung sowie der beschlossenen Honorarkürzungen im Bereich der Psychotherapie ist es wichtig, so die KV, „über eine belastbare und repräsentative Datengrundlage zu verfügen.“ Eine möglichst hohe Beteiligung der Praxen am Zi-Praxis-Panel sei in diesem Jahr daher von besonderer Bedeutung.


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