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Reaktion des Spitzenverbands der Fachärzte auf GKV-Spargesetz

Fachärzte kündigen Schließtage zum Quartalsende an

mg
Politik
Ab 2027 werde die 4-Tage-Woche in Facharztpraxen die Regel sein, teilt der Spitzenverbande Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) mit. Um Umsatzverluste abzumildern, müssten sich Facharztpraxen „anderen Einnahmequellen zuwenden“.

Angesichts des GKV-Spargesetzes der Bundesregierung müssten sich die Bürgerinnen und Bürger ab kommendem Jahr darauf einstellen, „nicht mehr jeden Tag in der Woche zum Facharzt gehen zu können“, heißt es in dem Schreiben, das SpiFa-Mitglieder wie der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte veröffentlichten. Die 4-Tage-Woche werde in Facharztpraxen die Regel sein.

Angesichts drohender Umsatzverluste von 20 bis 30 Prozent für die Fachärzte seien diese Veränderungen unausweichlich, argumentiert der Verband. „Nur so lassen sich Kosten einsparen und Umsatzverluste etwas abmildern. Mindestens einen Tag in der Woche werden sich Facharztpraxen anderen Einnahmequellen zuwenden müssen.“

Müssen Praxen in sozialen Brennpunkten schließen?

An diesem Tag würden vermehrt Gutachten, zusätzliche Privatpatienten und Selbstzahler, Verkehrsmedizin und andere Tätigkeiten gemacht werden müssen. „Nur so kann das Überleben der meisten Facharztpraxen gesichert werden. Dies wird in sozialen Brennpunkten allerdings infolge fehlender Kaufkraft nicht möglich sein, so dass dort Praxen vermehrt aufgegeben werden müssen“, heißt es in dem Brief.

„Sparen bleibt nicht ohne Folgen“, heißt es dort weiter. „Diese Binsenweisheit ist vielen Bürgerinnen und Bürgern klar, nur unserer Bundesregierung offensichtlich nicht.“ Die Sparpolitik werde auch Auswirkung auf die Beschäftigung in Arztpraxen haben, die bundesweit 750.000 Mitarbeitende zählen.

Es sei nicht verständlich, warum die Pharmaindustrie mit ihren nur 130.000 Beschäftigten „nach massiven Drohungen mit Arbeitsplatzabbau und Abwanderung“ geschont werde. „Ob ungleich mehr Medizinische Fachangestellte, zu 98 Prozent Frauen, in Arztpraxen arbeitslos werden, scheint der Bundesregierung hingegen nicht wichtig zu sein“, schreibt der SpiFa.

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