Jedes siebte Unternehmen schreibt Arbeitszeugnisse mit KI
KI findet zunehmend ihren Weg in die Personalarbeit. Besonders häufig kommt sie laut einer aktuellen Bitkom-Befragung derzeit bei der individuellen Weiterbildung von Beschäftigten zum Einsatz. 16 Prozent der befragten Unternehmen nutzen KI bereits für diesen Zweck. Weitere 58 Prozent können sich einen solchen Einsatz vorstellen. Damit ist die tatsächliche Nutzung gegenüber 2024 gestiegen: Damals setzten erst 12 Prozent der Unternehmen KI für die Weiterbildung ein.
Auch bei der Erstellung von Arbeitszeugnissen wird KI zunehmend eingesetzt. 14 Prozent der Unternehmen greifen bereits auf entsprechende Anwendungen zurück. Weitere 52 Prozent zeigen sich offen für einen künftigen Einsatz. Im Vorjahr konnten sich dies lediglich 45 Prozent vorstellen.
KI unterstützt beim Onboarding
Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört zu den Einsatzfeldern. 14 Prozent der Unternehmen nutzen dafür bereits KI, weitere 36 Prozent können sich einen Einsatz vorstellen. 2024 lag der Anteil der Unternehmen mit tatsächlicher Nutzung noch bei 11 Prozent, während sich 28 Prozent einen Einsatz vorstellen konnten.
Auch bei internen Personal-Anfragen kommt KI zunehmend zum Einsatz. 13 Prozent der Unternehmen nutzen entsprechende Systeme bereits zur automatisierten Beantwortung oder Bearbeitung von Anfragen. Weitere 53 Prozent können sich einen solchen Einsatz vorstellen.
Deutlich gestiegen ist zudem die Bedeutung von KI bei der Bewertung der Arbeitsbelastung. Hier setzen inzwischen 13 Prozent der Unternehmen auf entsprechende Anwendungen – mehr als doppelt so viele wie 2024, als der Anteil bei 6 Prozent lag. Weitere 28 Prozent stehen einem solchen Einsatz offen gegenüber. Im Vorjahr waren es 19 Prozent.
Datenschutz und AI Act bremsen die Entwicklung
Trotz des wachsenden Interesses bleibt der Einsatz von KI im Personalwesen insgesamt vergleichsweise verhalten. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder sieht die Hemmschwelle insbesondere wegen der sensiblen Personaldaten als hoch an. Unternehmen seien vielfach zurückhaltend, weil sie befürchten, beim Einsatz von KI gegen Datenschutzvorgaben zu verstoßen.
Hinzu kommen Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung des europäischen AI Act. Bestimmte KI-Anwendungen im Personalbereich werden darin als Hochrisiko-Systeme eingestuft. Für Unternehmen bedeutet das zusätzliche Anforderungen und erhöhten Prüf- und Umsetzungsaufwand.
Für die repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom wurden 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland im Zeitraum von KW 18 bis KW 25 2026 telefonisch befragt. Die Fragestellung lautete: „Wie sieht es mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die folgenden Personalaufgaben in Ihrem Unternehmen aus? Bitte geben Sie an, ob Sie aktuell KI hierfür nutzen bzw. sich vorstellen können, KI künftig zu nutzen.“



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