BARMER-Morbiditätsatlas

Menschen in Hamburg sind am gesündesten

pr
Hamburgs Bürgerinnen und Bürger sind in Deutschland die gesündesten, gefolgt von Baden-Württemberg und Bremen. Das geht aus dem neuen Morbiditäts- und Sozialatlas hervor, den die BARMER heute vorgestellt hat.

Der Atlas bildet laut BARMER erstmals – in interaktiven Grafiken und auf Basis von anonymisierten und standardisierten Versichertendaten – die Krankheitslast der Bevölkerung bundesweit ab. Danach sind die Menschen in Hamburg die gesündesten Bürger Deutschlands. Ihre Krankheitslast liegt bei 0,87 (der Bundesdurchschnitt ist 1,0), gefolgt von den Einwohnern Baden-Württembergs (0,88) und Bremens (0,88). Thüringen stellt im Gesundheitsranking das Schlusslicht dar (1,31).

Laut BARMER-Chef Prof. Dr. Christoph Strau belegen epidemiologische Studien regelmäßig, dass der soziale Status die Gesundheit und Lebenserwartung der Menschen beeinflusst. Der neue Atlas der BARMER mache diesen Einfluss nun für Deutschland sichtbar. Dafür wurden die Routinedaten der BARMER durch das bifg unter Einbeziehung von soziodemografischen Faktoren, Regionalität und Morbidität auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands hochgerechnet.

die Krankheitslast hängt auch von der Berufsgruppe ab

Wie aus dem Atlas hervorgehe, hängt die Krankheitslast auch von der zugehörigen Berufsgruppe ab, führt Straub weiter aus. So stehen beim Anteil an Menschen mit Kopfschmerzen oder Migräne Mitarbeitende im Gesundheits- und Sozialwesen an der Spitze. Im Jahr 2020 waren deswegen 66 von 1.000 Einwohnern in ärztlicher Behandlung.

Straub: „Erkenntnisse wie diese sind elementar, um Unternehmen mit passgenauen Angeboten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützen zu können.” Straub nannte dazu etwa Trainings zur Stärkung von Kreislauf, Kraft und Beweglichkeit bis hin zu gesunder Ernährung im Betrieb oder das Erlernen von Entspannungstechniken.

Die gesündesten Herzen haben die Hamburger, Bremer und Baden-Württemberger

Dem Atlas zufolge gibt es nicht nur bei der Krankheitslast insgesamt deutliche regionale Unterschiede, sondern auch bei einzelnen Erkrankungen. Ein Beispiel dafür sind Herzerkrankungen. So liegt der Anteil der Herzkranken in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt um bis zu 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. In diesen drei Bundesländern hatten im Jahr 2020 zwischen 357 und 362 von 1.000 Einwohnern Herzerkrankungen. Die gesündesten Herzen hatten demnach die Hamburger, Bremer und Baden-Württemberger mit 195 bis 219 Betroffenen je 1.000 Einwohner.

Aber auch in Bayern gibt es laut Atlas vergleichsweise wenig herzkranke Menschen, so dass sich ein deutliches Gefälle zwischen dem östlichen und südlichen Teil Deutschlands beziehungsweise den beiden nördlichen Stadtstaaten abzeichnet. Darüber hinaus sind Herzerkrankungen dem Atlas zufolge auch ganz klar altersabhängig. Während nicht einmal zwei Prozent der 18- bis 29-Jährigen darunter leiden, steigt der Anteil bei Menschen ab 65 Jahren auf 69 Prozent an. Männer leiden in allen Altersklassen etwas häufiger an Herzproblemen als Frauen.

Die Thüringer haben am häufigsten Migräne

Ein weiteres Beispiel: Migräne oder Kopfschmerzen. Auch hier gibt es regionale Unterschiede. So hatten in Bremen 30, in Hamburg 31 und – am häufigsten – in Thüringen 38 je 1.000 Einwohner Migräne beziehungsweise Kopfschmerzen. Betrachtet man die einzelnen Landkreise in ganz Deutschland reichte die Spanne sogar von 25 bis 57 Betroffenen je 1.000 Einwohnern und zwar in den Kreisen Lörrach und Hildburghausen. Dabei ist der Anteil der betroffenen Frauen bundesweit mehr als dreimal so hoch wie der der Männer.

Anders als bei den Herzproblemen sind hier eher die jüngeren Altersklassen betroffen. So nimmt die Zahl der erkrankten Frauen zunächst mit zunehmendem Alter zu, hat ihren Höhepunkt bei den 50- bis 59-Jährigen und nimmt danach sukzessive ab. Unter den Männern hingegen ist der Anteil der Betroffenen von Kopfschmerz oder Migräne zwischen 18 und 69 Jahren relativ konstant.

„Der Morbiditäts- und Sozialatlas verdeutlicht, wie stark die Krankheitslast in einzelnen Berufsgruppen verteilt ist. Auf Basis dieser Daten kann zum Beispiel der Bereich Prävention weiter gestärkt werden”, sagte Straub. Auf die Frage, wie sich die regionalen Unterschiede der Krankheitslast erklären lassen, gibt der neue Morbiditätsatlas keine Antworten. Hier ergäben sich Ansatzpunkte für weitere, noch folgende Analysen, so Straub auf der Pressekonferenz. „Wir brauchen mehr Analysen von Routinedaten.” Hier geht es zum Morbiditäts- und Sozialatlasmit Angaben zu Bundesländern, Altersgruppen, Krankheitskategorien und ausgewählten Erkrankungen der Jahre 2018 bis 2020.

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