Oral-B Up-To-Date: Dresden managt den Biofilm

von mr
Industrie
Im oralen Biofilm organisieren sich hunderte verschiedene Bakterienarten, etablierte Prophylaxeregeln müssen in Frage gestellt werden, und modernes Biofilm-Management dient auch der Vorbeugung systemischer Erkrankungen – mit Erkenntnissen wie diesen brachte Oral-B Anfang Dezember rund 240 Fortbildungsteilnehmer in Dresden auf den aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis.

Im Rahmen der laufenden Oral-B Up-To-Date-Reihe „Biofilm-Management im Fokus der Allgemeingesundheit – Konzepte der Vorsorge & Nachsorge“ präsentierten renommierte Referenten, worauf es bei der täglichen Prophylaxe im Spiegel aktueller Forschungsergebnisse wirklich ankommt – Tipps zur stressfreien Umsetzung in der Praxis inklusive.

Bekannt ist, dass ein effektives Biofilm-Management die Grundvoraussetzung für dauerhafte Mundgesundheit ist. Doch dafür ist wiederum ein profundes Verständnis des Biofilms erforderlich. Hier hat die Wissenschaft in den letzten Jahren wichtige neue Erkenntnisse gewonnen, die in einem Beitrag für die Zahnärzte unter den Fortbildungsteilnehmern im Dresdner Taschenbergpalais von Prof. Dr. Johannes Einwag, Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart, präsentiert wurden. So existieren schätzungsweise 10.000 bis 20.000 verschiedene Bakterienarten im oralen Biofilm, wovon aber nur 500 bis 700 bekannt (kultivierbar)  sind. Die Mikroorganismen leben dabei in Gemeinschaften, sie kommunizieren miteinander und erschaffen komplexe Gebilde. „Die Fähigkeit der Gemeinschaft übersteigt die Fähigkeiten der Einzelnen“, so Einwag. Dabei sei die exakte Zusammensetzung des Biofilms individuell von Mensch zu Mensch verschieden, und jeder reagiere auch anders auf die potenziell schädlichen Stoffwechselprodukte der Bakterien in Form von Toxinen und Säuren. Um einer schädlichen Wirkung entgegenzusteuern, empfiehlt der Vorsitzende der Gesellschaft für Präventive Zahnheilkunde eine gründliche Bakterienreduktion, bevor der Biofilm pathogen wird.

Effektives mechanisches Biofilm-Management

Dabei fokussieren sich nach Meinung des Referenten die Möglichkeiten zur Prävention auf ein effektives mechanisches Biofilm-Management. „Der Dreck muss weg, aber schonend“, forderte er eindrücklich. So sei es wichtig, die Beläge regelmäßig sanft zu entfernen, damit der Speichel seinen positiven Effekt auf den PH-Wert und die Pufferwirkung auf Säuren entfalten kann. „Wir machen den Weg frei für den körpereigenen Abwehrtrupp“, brachte Einwag die Strategie auf den Punkt. Um diese umsetzen zu können, gibt es verschiedene Hilfsmittel, wobei der Prophylaxeexperte auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse die Entfernung des Biofilms mit der elektrischen Zahnbürste unter direktem  Borstenkontakt favorisiert: Das A und O der Zahnreinigung ist der direkte Bürstenkontakt. Für klinisch relevante „Fernwirkungen“ außerhalb des Einflussbereiches der Borsten gibt es keine Nachweise. Auch die Wirkung des „chemischen Biofilmmanagements“ (z.B. von Chlorhexidin)  relativiert er: „Chemie wirkt auf Einzelbakterien – nicht auf Biofilme! Chemie ist kein Ersatz für eine unzureichende mechanische Belagentfernung!“

Ein effektives Biofilm-Management dient dabei nicht nur der oralen Gesunderhaltung, sondern auch der Vorbeugung systemischer Erkrankungen. So werden Bakterien, die im Zusammenhang mit Parodontitis stehen, schon seit längerem von der Wissenschaft in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Lungenleiden, Schwangerschaftskomplikationen und kardiovaskuläre Ereignisse gebracht. Zeitlich parallel zum zahnärztlichen Vortrag von Einwag über den Biofilm beschrieb daher Dr. Michael Müller-Kern von der Zahnklinik Josefstadt in Wien, Wahlarzt der Akademie für orale Implantologie und Spezialist für Parodontologie der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie, in seinem Beitrag für das Team die dringende Notwendigkeit, prognostische Risikofaktoren zu ermitteln. Er appellierte an die Teilnehmer, eine detaillierte Anamnese zu erheben. Rauchen, Xerostomie, Gingivahyperplasie und Diabetes wirken sich ungünstig auf eine  Parodontitisprävention oder –behandlung aus. Je nach Situation seien daher Maßnahmen wie Tabakverzicht oder Kaugummikauen und in jedem Fall eine gründliche mechanische Entfernung des mikrobiellen Biofilms angezeigt. Hier wiederum müsse, so der Referent, die Patientenmotivation gestärkt werden – ein durchschnittlicher Verbrauch von nur knapp zwei Zahnbürsten und 50 Zentimeter Zahnseide pro Kopf und Jahr in Österreich unterstreichen die Notwendigkeit.

Umgang mit Stress in der Praxis

Als eine Intensiv-Veranstaltung der Up-To-Date-Reihe bot die Dresdner Fortbildung noch einen dritten Vortrag, der sich anders als die beiden anderen Beiträge nicht speziell an eine Gruppe, sondern sowohl an Zahnärzte als auch an das Team richtete. Trainerin Astrid Böttger, Lehrbeauftragte und Coach an den Universitäten Göttingen und Kassel sowie dem Universitätsklinikum Göttingen, beschrieb darin praktische Strategien zum Umgang mit Stress für ein erfolgreiches Arbeiten in der täglichen Praxis. Dazu führte sie vor Ort eine kurze Übung zur Entschleunigung mit den Fortbildungsteilnehmern durch: einfach zwei Minuten lang auf den Sekundenzeiger blicken und den Atem bewusst wahrnehmen, schon setzt die Entspannung ein. Die Referentin führte im Anschluss zahlreiche Beispiele auf, wie sich Stress im Alltag vermeiden bzw. kompensieren lässt. Da die Wenigsten es sich leisten können, im Alltag zum Beispiel einfach mal eine Stunde abzuschalten, hilft es, sich kurze, alltagstaugliche Praktiken anzueignen: zum Beispiel das bewusste Halten an einer gelben Ampel, statt noch schnell Gas zu geben, oder klare Prioritäten zu setzen und eine realistische Tagesplanung zu verfolgen – mit Maßnahmen wie diesen erteilt man der Hektik eine Absage. Auch der Tipp, sich jeden Tag mindestens eine Sache vorzunehmen, an der man viel Freude  hat, kam gut beim Publikum an.

Ein solches Tageshighlight kann zum Beispiel die Teilnahme an einer der noch ausstehenden Up-To-Date-Veranstaltungen der Saison 2014/2015 sein. Welche Kurse wann und wo stattfinden, zeigt die beigefügte Tabelle. Weitere Informationen sowie Möglichkeiten zur Anmeldung gibt eshttp://www.dentalcare-de.de/up_to_date.aspx _blank external-link-new-window. Für die Teilnahme werden 3 Fortbildungspunkte nach BZÄK und DGZMK gutgeschrieben.

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