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Expertentipps für Gesundheitsfachkräfte

Schlafprobleme? Das können Sie dagegen tun!

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Gesellschaft
63 Prozent der Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, berichten von Schlafstörungen in den letzten zwölf Monaten. Weniger als die Hälfte sucht Hilfe. Dabei kann man die Probleme lösen.

Wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Doctolib zeigt, fühlen sich 77 Prozent der betroffenen Gesundheitsfachkräfte durch den Schlafmangel körperlich erschöpft, 67 Prozent können sich schlechter konzentrieren, 67 Prozent sind weniger leistungsfähig. Dennoch haben nur 27 Prozent haben bisher professionelle Hilfe gesucht.

Die Gründe sind Sorgen, Stress und Schmerzen

Die Ursachen für die Schlafprobleme sind vielfältig: An erster Stelle stehen mit 51 Prozent kreisende Gedanken und Sorgen – etwas mehr als in der Gesamtbevölkerung (50 Prozent). Beruflicher Stress folgt mit 33 Prozent, privater Stress mit 30 Prozent (24 und 28 Prozent in der Gesamtbevölkerung). 20 Prozent der Gesundheitsfachkräfte nennen Schmerzen oder andere gesundheitliche Beschwerden als Grund (in der Gesamtbevölkerung sind es 27 Prozent).

Zudem nennen 21 Prozent der Gesundheitsfachkräfte Schichtarbeit und unregelmäßige Schlafenszeiten als Grund für schlechten Schlaf, in der Gesamtbevölkerung sind es 12 Prozent. Der zirkadiane Rhythmus, auch innere Uhr genannt, wird bekanntlich durch Nacht- und Wechselschichten massiv gestört, was die Schlafarchitektur nachhaltig beeinträchtigt.

Erschöpfung wird zum Risikofaktor

Die Auswirkungen chronischer Schlafstörungen auf Gesundheitsfachkräft betreffen auch die Qualität der Patientenversorgung:

  • 77 Prozent fühlen sich körperlich erschöpft oder weniger belastbar.

  • 67 Prozent sind weniger leistungsfähig.

  •  67 Prozent können sich schlechter konzentrieren.

  • 60 Prozent sind schneller gereizt oder ungeduldiger.

  •  58 Prozent berichten von schlechterer Stimmung am nächsten Tag.

Das rät der Experte

Trotz der massiven Belastung haben 76 Prozent der Gesundheitsfachkräfte mit Schlafproblemen noch nie professionelle Hilfe gesucht. Nur 13 Prozent haben sich an ihre Hausarztpraxis gewandt, 5 Prozent an einen Psychotherapeuten und 2 Prozent waren in einem Schlaflabor. Schlafexperte Prof. Dr. med. Ingo Fietze von der Charité gibt Betroffenen diese Hinweise:

  • Eine konsequente Schlafhygiene ist gerade bei Schichtarbeit essenziell.

  • Machen Sie strategische Power-Naps (maximal 20 Minuten) bei Nachtdiensten zur Leistungserhaltung.

  • Strategischer Schlaf hilft auch vor der Nachtschicht (circa 90 Minuten).

    Lichtmanagement stabilisiert den zirkadianen Rhythmus bei Schichtarbeit (evidenzbasiert).

  • Eine kognitive Verhaltenstherapie hilft bei Insomnie (CBT-I) als First-Line-Therapie.

  • Eignen Sie sich Entspannungstechniken an (Progressive Muskelrelaxation, Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) oder andere).

  • Reduzieren Sie längere Bildschirmexposition direkt vor dem Schlafengehen – nur 17 Prozent der Befragten tun dies konsequent.

  • Passen Sie den Schlafkomfort bei Tagschlaf den Nachtbedingungen an.

  • Suchen Sie einen Schlafexperten auf, wenn unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus dauerhaft den Schlaf stört.

Die Umfrage wurde von YouGov im Auftrag von Doctolib durchgeführt. Befragt wurden 1.447 Personen in Deutschland vom 17. bis 23. Februar 2026, davon arbeitten 434 im Gesundheitswesen. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

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