Hilfe bei der Verschreibung von Antibiotika

US-App spürt lokale Infektionen auf

von mg
Gesellschaft
Aktuell lenkt die Weltgesundheitsorganisation mit einer Aktionswoche den Fokus auf die wachsende Zahl von Antibiotikaresistenzen. In den USA soll nun ein digitales Tool helfen, Fehlmedikationen zu vermeiden.

Das Tool „Bugs + Drugs” speist sich aus anonymisierten ambulanten mikrobiologischen Daten. Ziel ist, Klinikern zu helfen, auf Basis von regionalen Fallzahlen zu Resistenzen und Empfindlichkeiten das bestgeeignetste Antibiotikum auszusuchen.

Die Funktion ist Teil der epocrates-App, die mehr als eine Million Ärzten, Krankenschwestern, Apothekern und andere medizinische Fachkräfte bei klinischen Entscheidungsfindungen unterstützt. Die App konzentriert sich dabei auf Arzneimittelverschreibungs- und Sicherheitsinformationen.

Das Tool listet laut US-Medienberichten viele Bakterien, die in Urin, Haut und anderen Probentypen vorkommen und zeigt die berichtete Häufigkeit ihres Auftretens nach US-Postleitzahlbereichen. Für jeden Organismus schlägt das Tool relevante Antibiotika-Optionen vor mit entsprechenden Informationen zu Empfindlichkeiten, Dosierungen, Details zu Arzneimittelwechselwirkungen, Sicherheitsinformationen sowie berichteten Resistenzen.

Daten stammen aus anonymisierten Laborbefunden

„In einer Zeit, in der antimikrobielle Resistenzen zunehmen, füllt Bugs + Drugs eine große Lücke im ambulanten Bereich. In der Vergangenheit mussten Kliniker fundierte Vermutungen über die Prävalenz verschiedener Bakterien anstellen und darüber, ob diese Organismen anfällig oder resistent gegen verschiedene Antibiotika sind”, erklärt MD Anne Meneghetti von epokrates.

Mit Bugs + Drugs hätten Kliniker jetzt ein innovatives, digitales Tool, das lokalisierte Suszeptibilitätsdaten bietet, um fundierte Point-of-Care-Entscheidungen sicher zu treffen. Die Daten für das Tool stammen aus anonymisierten mikrobiologischen Daten und cloudbasierten elektronischen Patientenakten, heißt es.

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC gab es vor der Pandemie in den USA jährlich 2,8 Millionen Fälle von Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien („Superbugs”), die zu mehr als 35.000 Todesfällen pro Jahr führten.

Ein CDC-Sonderbericht zeigt nun, dass es in den ersten Pandemiejahren zu einem immens erhöhten Antibiotikaeinsatz und gleichzeitig weniger Präventionsmaßnahmen und Datenlücken in der Nachverfolgung von Resistenzen kam. Von den 18 Krankheitserregern, die im CDC-Bericht 2019 als Antibiotikaresistenzbedrohungen aufgeführt sind, fehlen für neun aktualisierte Daten – und für acht Erreger wurde ein Anstieg der gemeldeten resistenten Infektionen um bis zu 78 Prozent verzeichnet,

https://www.fiercehealthcare.com/health-tech/epocratess-bugs-drugs-tool-tracks-local-infections-combats-growing-antimicrobial _blank

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