Wirkstoff könnte Speicheldrüsen vor Strahlenschäden schützen
„Als ehemalige Zahnärztin habe ich aus erster Hand erlebt, welche Schäden eine Strahlentherapie an den Speicheldrüsen einiger meiner Patienten verursachen kann. Mundtrockenheit führt zu Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken, einem erhöhten Risiko für Zahnprobleme und Schlafstörungen“, erklärte Autorin Olga Baker.
Bestrahlung kann zu einer übermäßigen Ansammlung des Proteins Kollagen in den Speicheldrüsen führen. Dies verursacht eine Verhärtung und Schädigung des Gewebes und beeinträchtigt schließlich die Speichelproduktion. Kupfer spielt bei der Kollagenbildung eine Rolle. Da Tetrathiomolybdat (TTM) die Verfügbarkeit von Kupfer für biologische Prozesse reduziert, stellten die Forschenden die Hypothese auf, dass es die übermäßige Kollagenablagerung verringern und so die Speicheldrüsen vor strahlenbedingten Schäden schützen könnte.
Für die Studie verabreichte das Forschungsteam den Mäusen TTM über das Trinkwasser, und zwar sieben Tage vor der Bestrahlung und sieben Tage danach. Die mit TTM behandelten Mäuse behielten ihre Speichelproduktion auch nach der Bestrahlung bei. Dies deutet darauf hin, dass der Wirkstoff die Speicheldrüsen vor Schädigungen schützen könnte.
Von der Forschung zur möglichen Anwendung am Patienten
Die Ergebnisse stellen einen wichtigen ersten Schritt dar. Allerdings sind weitere Untersuchungen erforderlich, bevor TTM als Behandlung beim Menschen erprobt werden kann. Die nächste Priorität der Forschenden besteht darin, sicherzustellen, dass der Wirkstoff die Fähigkeit der Strahlentherapie, Krebszellen abzutöten, nicht beeinträchtigt. Sollten größere präklinische Studien zeigen, dass TTM die Speicheldrüsen schützen kann, ohne die Wirksamkeit der lebenswichtigen Bestrahlung zu verringern, könnte der Forschungsansatz langfristig in klinischen Studien untersucht werden.
Nam K, Maslow FM, Santos HTD, et al. Systemic Copper Chelation Reduces Collagen Deposition and Preserves Secretory Function in Irradiated Mouse Salivary Glands. Adv Radiat Oncol. 2026 Jul 22;11(12):102149. doi: 10.1016/j.adro.2026.102149. PMID: 42668541; PMCID: PMC13524675.



