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Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie

Wissenschaft im Kontext schwindender GKV-Ressourcen

Feierliche Kongresseröffnung im Weinbrennersaal des historischen Kurhauses Baden-Baden. Die Jahrestagung fand vom 30. September bis 3. Oktober 2026 im Kongresshaus Baden-Baden statt. DGKFO, Thomas Ecke
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Zahnmedizin
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Mehr als 2.700 Teilnehmer und 700 Aussteller – die Jahrestagung der DGKFO war auch dieses Jahr wieder hervorragend besucht. Ein großes Thema in den Grußworten und auf den Fluren war die Gesundheitspolitik.

„Die Kieferorthopädie hat eine erhebliche präventive Dimension, begleitet Kinder und Jugendliche während des Wachstums und kann dabei Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen. Dennoch ist die Kieferorthopädie von den Sparmaßnahmen im Zuge des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes betroffen“, sagte Prof. Dr. Dr. Peter Proff, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), in seinem Grußwort. „Diese Entwicklung könnte Auswirkungen auf die gesamte Zahnmedizin haben.“

KFO-Richtlinien sollen neugefasst werden

Das seit Ende Juli 2026 geltende GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht weitreichende Änderungen für die kieferorthopädische Versorgung vor. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) muss bis Ende 2027 die KFO-Richtlinien überprüfen und eine evidenzbasierte Indikations- und Kontraindikationsliste für Panorama- und Fernröntgenaufnahmen erstellen. Bis Mitte 2028 sollen die KFO-Leistungen außerdem zu vier Leistungskomplexen zusammengefasst werden. Für diese Entscheidungen ist wissenschaftliche Evidenz unverzichtbar. Grundlage sollte dabei stets die in den kieferorthopädischen Leitlinien zusammengestellte Evidenz sein. Die Leitlinien geben wissenschaftlich basierte Empfehlungen für den Umfang und die Zeitpunkte diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen sowie zur Behandlungsnotwendigkeit.

Wissenschaftliches Programm: „Aesthetics Follows Function“

Wie wichtig eine solide wissenschaftliche Grundlage ist, zeigte sich nicht nur mit Blick auf die aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen, sondern auch im wissenschaftlichen Programm der 98. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO). Unter dem Motto „Aesthetics Follows Function“ wurden aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen des Fachgebiets diskutiert. Die Tagungspräsidentin, Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer, Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie in Würzburg, setzte mit den Schwerpunkten „Mythos Schönheit – messbar, beeinflussbar?“ und „Future Now – KI / 3D / Biotechnologie“ inhaltliche Akzente. In ihrem Grußwort unterstrich sie die Bedeutung des Zusammenspiels von Ästhetik und Funktion. Das wissenschaftliche Programm bot zudem Einblicke in neue Technologien und klinische Studien. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Kieferorthopädie präsentierten Ergebnisse aus der experimentellen und klinischen Forschung.

Ehrenmedaille für Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nieke

Für ihre langjährigen Verdienste um den kieferorthopädischen Berufsstand wurde Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nieke im Rahmen der DGKFO-Jahrestagung mit der Rolf-Fränkel-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Die vom Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden e. V. gestiftete Medaille würdigt das langjährige Engagement der Direktorin der Hamburger Poliklinik für Kieferorthopädie am Universitätsklinikum Eppendorf. Prof. Dr. Kahl-Nieke war zudem die erste und bisher einzige Frau im Präsidentenamt der DGZMK.

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