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Analyse der Öffnungszeiten von zehn deutschen Branchen

Freitag ab eins macht der Zahnarzt seins?

Am Freitag um eins noch schnell zum Amt oder zum Arzt? Das könnte knapp werden. Antonio Gravante - stock.adobe.com
LL
Praxis
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Freitags um 17 Uhr sind 77,9 Prozent weniger Zahnarztpraxen geöffnet als zur gleichen Uhrzeit von Montag bis Donnerstag. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Telefon- und Büroserviceanbieters ebuero hervor, der die Öffnungszeiten von zehn Branchen untersucht hat.

Damit gehören laut der Auswertung Zahnärzte (neben Ärzten: 78,9 Prozent) zu den Berufsgruppen mit dem stärksten Rückgang am Freitagnachmittag. Ganz anders verhält es sich bei den Apotheken: Bei ihnen liegt der maximale Rückgang bei lediglich 8,3 Prozent.

Der bekannte Spruch stimmt allerdings nur teilweise. Der stärkste Rückgang setzt je nach Branche zu unterschiedlichen Zeiten ein: Bei Behörden ist er beispielsweise häufig bereits um 15 Uhr festzustellen, Ärzte und Zahnärzte hingegen schließen manchmal erst um 17 Uhr. Bei Apotheken lässt sich zwischen Freitag und den restlichen Wochentagen dafür kaum ein Unterschied feststellen. 

Verglichen wurde jeweils der Anteil der freitags geöffneten Standorte mit dem durchschnittlichen Anteil der zur gleichen Uhrzeit von Montag bis Donnerstag geöffneten Standorte. Am deutlichsten zeigt sich der „Freitag-ab-eins“-Effekt laut der Auswertung bei Behörden: Um 13 Uhr haben freitags 70,6 Prozent weniger Standorte geöffnet als zur gleichen Uhrzeit an den Tagen Montag bis Donnerstag.

Bei Banken zeigt sich dagegen das umgekehrte Bild: Um 13 Uhr sind freitags 17,0 Prozent mehr Standorte geöffnet als zur gleichen Uhrzeit an den übrigen Werktagen. Auch bei Apotheken liegt der Anteil um 2,2 Prozent höher.

Der größte Unterschied zeigt sich erst später am Tag

Bei den meisten Branchen ist der Unterschied zu den übrigen Werktagen nicht um 13 Uhr, sondern erst am späteren Nachmittag am größten. Bei Arzt- und Zahnarztpraxen wird dieser ab 17 Uhr besonders deutlich. Zu diesem Zeitpunkt sind freitags 78,9 Prozent weniger Arztpraxen und 77,9 Prozent weniger Zahnarztpraxen geöffnet. Der Büro- und Telefondienstleister untersuchte für den Vergleich 4.242 zahnärztliche Praxen.

Auch bei Banken ist die Abweichung um 17 Uhr mit 61,1 Prozent am größten. Apotheken fallen erneut aus dem Muster: Bei ihnen erreicht der Unterschied erst um 18.30 Uhr seinen Höchstwert und beträgt lediglich 8,3 Prozent. Bei Behörden sind freitags um 15 Uhr 87,2 Prozent weniger Standorte geöffnet als zur gleichen Uhrzeit von Montag bis Donnerstag. Im Handwerk erreicht der Unterschied um 15.30 Uhr mit 31,4 Prozent seinen Höchstwert.

Bei Steuerberatungen und Rechtsberatungen ist die Lücke um 16 Uhr am größten. Dann sind freitags 72,1 beziehungsweise 48,6 Prozent weniger Standorte geöffnet. Bei Immobilienmaklern beträgt der Unterschied zu diesem Zeitpunkt 24,7 Prozent. Versicherungen erreichen ihren Höchstwert eine halbe Stunde später: Um 16.30 Uhr sind freitags 72,0 Prozent weniger Standorte geöffnet.

Über die Untersuchung:
Für die Analyse wurden Öffnungszeiten aus OpenStreetMap ausgewertet. Betrachtet wurden insgesamt 171.178 Einträge aus zehn Branchen: Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Banken, Versicherungen, Rechtsberatung, Immobilienmakler, Steuerberatung, Handwerk und Behörden. Bei 69.312 Einträgen war ein auswertbares Feld mit regulären Öffnungszeiten vorhanden. Für die Branchenanalyse wurde der Anteil der am Freitag geöffneten Standorte mit dem entsprechenden Anteil von Montag bis Donnerstag verglichen. Im ersten Teil der Auswertung wird der Unterschied um 13 Uhr betrachtet. Anschließend wurde für jede Branche der Zeitpunkt ermittelt, an dem der relative Rückgang am größten ist.

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