Zahnärzte informiern über Blutkrebs
Der Patient erfährt in der Praxis, wie er unverbindlich in die Spenderdatei aufgenommen werden kann. Deutschlandweit liegt in vielen Wartezimmern Informationsmaterial zum Verfahren einer Registrierung aus. Ein Flyer erklärt die medizinischen Hintergründe. Fragen zum Prozedere werden vom Zahnmediziner oder seinem Team kompetent beantwortet. Anschließend kann sich der Patient ein Registrierungsset nach Hause bestellen, eine Einverständniserklärung unterschreiben und den Wangenabstrich selbst durchführen.
Eine offensichtliche Schnittstelle
"Für die Zusammenarbeit von Zahnärzten und der DKMS gibt es eine offensichtliche Schnittstelle: den Wangenabstrich. Für beide fängt Gesundheit sozusagen im Mund an“, sagte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel auf der Pressekonferenz in Berlin. "Zahnärzte sind engagiert, wenn es um die Aufklärung geht. In Deutschland wartet immer noch jeder fünfte Patient vergeblich auf den passenden Knochenmark- beziehungsweise Stammzellspender."
Die Praxis erreicht 76 Prozent aller Erwachsenen
Die Einbindung der Zahnärzte Deutschlands hält Dr. Elke Neujahr, Geschäftsführerin von DKMS Deutschland, im Kampf gegen Blutkrebs für einen Gewinn. Der regelmäßige Kontrollbesuch in der Zahnarztpraxis sei für die Mehrheit zur Routine geworden. Neujahr: "Hier erreichen wir 76 Prozent aller Erwachsenen. Zudem ist der Zahnarzt als Mediziner prädestiniert, Fragen zum Prozedere zu beantworten.“
Hintergrund: Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose "Leukämie“. Bezogen auf alle Blutkrebserkrankungen vergehen sogar nur 16 Minuten zwischen zwei Diagnosen. Unter den Erkrankten sind viele Kinder und Jugendliche. Blutkrebs ist der Sammelbegriff für eine Reihe bösartiger Erkrankungen des blutbildenden Systems: Leukämien, Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome und Plasmozytome.