Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Zusammenspiel der Disziplinen

  • Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, spannte für seinen metaphysischen Festvortrag mit allerlei kurzweiligen Einschüben und dem Titel "Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind" einen Bogen von der ersten französischen Nationalversammlung am 26. August 1789 bis in die Zahnarztpraxis der Jetztzeit. Hätte man meinen können. Aber gleich zu Beginn relativierte der Redner selbst: "Das Thema hat in der Tat unmittelbar mit Ihnen nichts zu tun." Immerhin aber seien die Zahnärzte als Akteure des Gesundheitswesens von progressiven wie erhaltenden politischen Strömungen direkt betroffen. Nach einer Herleitung der verschiedenen Grundannahmen "Gesellschaft lasse sich zentral gestalten" (links) und "durch die Erfindung einer ethnischen Homogenität könne das Bestehende bewahrt werden" (rechts), fand Nassehi dann aber doch einen Anknüpfungspunkt für seine Zuhörer. Da in einer komplexen Gesellschaft alle gesellschaftlichen Themen mehrfach codiert seien, bedürfe es eines schlauen Schnittstellenmanagements. An einer dieser Schnittstellen (Leistungserbringer, -träger, Politik und Patient) leisteten Kammern als "intermediäre Funktionäre" wertvolle Übersetzungsarbeit, so der Soziologe. BLZK
Politik
  •  
Wissenschaftlich ging es beim 56. Bayerischen Zahnärztetag um interdisziplinäre Behandlungen in Kieferorthopädie und Kinderzahnheilkunde. Beim Festakt um die Soziologen-Frage: Was ist links? Was rechts?

Gemeinsame Veranstalter des Kongresses waren die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB). Kooperationspartner für das wissenschaftliche Programm war die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO).  Das wissenschaftliche Programm nahm die Behandlungsnotwendigkeit und -möglichkeiten beim Zahndurchbruch, bei Zahntraumata und beim Zahnwechsel in den Fokus.

Prof. Dr. Andrea Wichelhaus, München, zeigte in ihrem Vortrag "Präprothetische kieferorthopädische Behandlungskonzepte“ die Einflüsse neuer Technologien und Materialien auf die Behandlungskonzepte in der Kieferorthopädie. Psychologischen Aspekten bei der kieferorthopädischen Behandlung von Kindern widmete sich die Diplom-Psychologin Dr. Jutta Margraf-Stiksrud, Marburg.

Implantate und Transplantationen bei Jugendlichen

Unter dem Thema "Implantate bei Jugendlichen“ in der KFO berichtete Prof. DDr. Georg Watzek, Wien, über unterschiedliche implantologische Indikationsstellungen. Dr. Klaus Hertrich, Erlangen, widmete sich anhand einer Vielzahl dargestellter Fälle dem Thema, ob eine Lückenversorgung bei fehlenden Zähnen durch einen kieferorthopädischen Lückenschluss erreicht werden kann oder ob entsprechender Zahnersatz vorzusehen ist und zeigte die Vorteile der autologen Transplantation von Zähnen bei Jugendlichen auf.

Dr. Björn Ludwig, Traben-Trarbach, stellte bei seinem Vortrag "Implantate als Verankerungselemente in der Kieferorthopädie“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen der Kieferorthopädie beim Lückenschluss dar und Dr. Anton Schweiger gab einen Überblick über die Möglichkeiten der KFO-Abrechnung aus Sicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns.

Im Referat von Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer, Gießen, ging es um Fragen der Entfernung von Karies, um Möglichkeiten zur Schonung der Zahnhartsubstanz, um adhäsive Zahnheilkunde sowie um die Grenzen der Füllungstherapie im Milchgebiss. Dass aktuell in Bayern rund 80 Prozent der Milchzahnkaries unbehandelt blieben, sei ein unhaltbarer Zustand.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.

Zum Seitenanfang springen