Reaktionen auf die zweite Welle

Corona-News: Europa im Vergleich

+++ Europas Länder im Kampf gegen die zweite Welle der Virus-Pandemie: Was die steigenden Infektionszahlen für Maßnahmen erfordern +++


Europavergleich

Das Vereinigte Königreich gehört zu den Regionen Europas, die am schwersten betroffen sind. Es gelten strikte Ausgangs- und Schließregelungen für das öffentliche Leben und die Gastronomie. Die Akzeptanz der Bürger ist mäßig. Die Zahlen steigen seit Wochen massiv. Um die gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten, sollen nun Drohnen zwischen den Krankenhäusern hin und her fliegen und die Auslieferung von Schutzartikeln und SARS-Cov-2-Tests gewährleisten. Die britische Luftraumbehörde in London hat dafür grünes Licht gegeben.

Das entsprechende Projekt „Apian“ wurde vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS initiiert und von einem Start-up umgesetzt. Der Drohnen-Flug senkt den Zeit- und Personalaufwand sowie das Infektionsrisiko im Gesundheitswesen in der akuten Hochphase der Pandemie. Die Flugobjekte schaffen zwei Kilogramm und eine Strecke von 100 Kilometern bei einer Flughöhe von 90 Metern – auch bei schlechtem Wetter.

Die Zahl der in Spanien Infizierten hat gerade die 1-Million-Marke überschritten. Damit verzeichnet Spanien den höchsten Wert aller westeuropäischen Länder.

Für die Kanarischen Inseln gibt es Entwarnung: Touristen dürfen wieder einreisen. Dies gilt für die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro. 

 

 

 

Frankreich ist der Spitzenreiter im europäischen Vergleich - das Land hat bereits deutlich die 1-Millionen-Marke der SARS-CoV-2-Infektionen überschritten. Und auch mit rund 34.210 Corona-Todesfällen ist das Land nach Großbritannien und nur knapp hinter Spanien mit am schwersten betroffen. Die Regierung rechnet mit einer weit ernsteren Pandemie-Welle als im Frühjahr, denn die Krankenhäuser schlagen Alarm.

Stille Nächte in Paris – von der ab Samstag gültigen nächtlichen Ausgangssperre sind aktuell 46 Millionen Franzosen betroffen, das sind gut zwei Drittel der Bevölkerung. Bislang gilt die Sperre zwischen 21 und 6 Uhr in Paris und acht weiteren Metropolen.

Der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula appellierte in dieser Woche an alle tschechischen Ärztinnen und Ärzte, die derzeit im Ausland arbeiten, sie mögen bitte umgehend nach Hause kommen und den Kampf gegen die Pandemie unterstützen. Prymula: „Wir sind dankbar für jede helfende Hand!“

Angesichts der Sorge, dass die Krankenhäuser in Tschechien bald überlastet sein könnten, richtete die Armee in Prag in Messehallen ein Feldlazarett ein. Am Donnerstagabend wurde der tschechische Gesundheitsminister dabei fotografiert, wie er kurz vor Mitternacht ein Luxusrestaurant verließ – ohne Maske. Sein Begleiter, ebenfalls Politiker, entschuldigte sich im Parlament für sein Fehlverhalten.

Schweden ging während der ersten Welle einen Sonderweg, indem das Land auf strikte Maßnahmen verzichtete. Die mit COVID-19 assoziiere Todesrate war im Verhältnis zu anderen europäischen und besonders im Vergleich mit den anderen skandinavischen Ländern auffällig hoch. In der zweiten Welle steigen die Zahlen - auch weil im Unterschied zu vorher viel mehr Tests durchgeführt werden. Die Regierung schließt einen Lockdown dennoch weiter aus.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass Schweden eine Art Immunität gegen die Krankheit erlangt hat, was zusammen mit allem anderen, was sie tun, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern, ausreicht, um die Krankheit niedrig zu halten“, erklärt Sneppen, Professor am Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen und Mitglied der königlichen dänischen Wissenschaftsgesellschaft, gegenüber der Zeitung Politiken.

Dänemark kam bislang deutlich besser durch die Corona-Pandemie als das Nachbarland Schweden, vermeldet aber inzwischen auch einen Rekordstand bei den Neuinfektionen. Seit heute ist daher die Einreise für deutsche Bürger verboten. Es sei denn, es liegt ein triftiger Grund vor, etwa, wenn ein deutscher Bürger in Dänemark arbeitet oder seine Familie besuchen will. Für viele europäische Länder galt bereits das Einreiseverbot.

In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt inzwischen die Maskenpflicht und es besteht ein Versammlungsverbot ab 50 Teilnehmern. Weitere Verschärfungen der Anti-Pandemie-Maßnahmen behält sich die Regierung vor.

Da in der süditalienischen Region Kampanien in den vergangenen Wochen besonders viele Neu-Infizierte verzeichnet wurden, entschied man daraufhin, alle Schulen und Universitäten zu schließen. Italien kam gut durch den Sommer, nun steigen die Zahlen wie in vielen anderen Ländern.

Das italienische Gesundheitsministerium schätzt, dass rund 80 Prozent der Neuinfektionen im privaten Kreis erfolgt sind. Die Regierung appelliert an die Menschen, auch bei privaten Feiern Distanz zu wahren und mit nicht mehr als sechs Gästen zu feiern.

In Portugal wurde für zwei Wochen der Notstand ausgerufen. Einige schwer betroffene Regionen sind bereits im Lockdown. 3.270 Neuinfektionen binnen 24 Stunden waren der Regierung zuviel. Der Höchstwert wurde damit innerhalb von einem Tag um mehr als 660 Fälle übertroffen.

Die Regionen Paços de Ferreira, Felgueiras und Lousada in Portugals Norden sind seit der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Lockdown. Die Menschen hier dürfen nur noch das Haus verlassen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen.

Um der Entwicklung weiter entgegen zu wirken, dürfen die Bürger in der Woche von Oktober zu November ihre Wohnbezirke nicht verlassen. Dadurch soll der normalerweise starke Reiseverkehr zu den Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen unterbunden werden. Am 2. November wird landesweit der Todesopfer von COVID-19 gedacht.

Binnen kurzer Zeit haben sich die Fallzahlen fast verdoppelt, die Politiker diskutieren die Einführung von örtlich begrenzten „Mini-Lockdowns“. Berücksichtigt man die Einwohnerzahlen, sind die Corona-Zahlen in der Schweiz rund fünfmal so hoch wie in Deutschland.

Im Vatikan herrscht ebenfalls Corona-Alarm, nachdem vier Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde ein positives Testergebnis erhalten haben. Die Wachen schützen die Päpste seit dem Jahr 1506, eintreten dürfen nur Schweizer Staatsbürger.

Die Regierung hat angesichts der steigenden Infektionszahlen ab morgen eine Art Lockdown verhängt. Die neuen Regeln werden zwar nicht so benannt, sind aber genauso streng: Es herrscht die höchste von fünf Stufen. Wer kann, muss bis zum 1. Dezember ins Home-Office. Geschäfte, die keine lebensnotwendigen Waren anbieten, bleiben bis dahin geschlossen. Private Treffen mit Mitgliedern anderer Haushalte sind mit wenigen Ausnahmen verboten.

In den Wintersportorten überlegen die Tourismus-Experten, wie man die Wintersaison noch retten könnte. Die österreichische Post hat derweil ein ganz anderes Thema: Ab sofort gibt es eine Corona-Briefmarke, die aus dreilagigem Toilettenpapier gefertigt wird -ein Sammlerstück. Für jeden verkauften Markenblock „in Form und Größe eines handelsüblichen Blattes Klopapier“ werden 2,75 Euro werden für wohltätige Zwecke gespendet.



Die Zahlen der Infizierten entsprechen den Angaben der Johns Hopkins University (JHU) Stand: Freitag, 23. Oktober 2020, 14 Uhr. Die Einwohnerzahlen folgen den Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat).

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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