Wissenswertes zum Virus

Corona-News kompakt

+++ So viele Corona-Straftaten gab es 2020 +++ Erste Behandlungsrichtlinie +++ AstraZeneca schützt nicht vor milden Verläufen mit B.1.351 +++ Forschungsförderung für Pandemie-Folgen +++ Milliarden für Masken-Gutscheine +++


Corona-News KW 11

Ein neuer Service der Techniker Krankenkasse (TK) macht es möglich: Versicherte können bundesweit online und anonymisiert von ihren Behandlungserfahrungen im Zusammenhang mit COVID-19 berichten – und zwar auf einer speziellen digitale Ereignismelde- und Lernplattform.  Dahinter steckt das Berichtssystem CIRS Health Care. Die Plattform war im April 2020 für die Beschäftigten in den Krankenhäusern eingerichtet worden. Die Initiative wird seit August 2020 von der TK unterstützt und ist jetzt im Rahmen einer neuen Kooperation mit der Krankenkasse erstmals auch für Patientinnen und Patienten geöffnet worden.

Sowohl über positive wie auch negative Erfahrungen kann berichtet werden. Auf der Plattform sind bereits erste Berichte und Handlungsempfehlungen veröffentlicht worden. Versicherte kritisieren dort etwa organisatorische Mängel wie Wartezimmer mit ungenügendem Abstand oder nicht ausreichender Lüftung und leere Desinfektionsspender, die das Ansteckungsrisiko erhöhen. Auch über unklare Zuständigkeiten von Ärzten, Kliniken und Behörden wird berichtet. Ferner werden sehr schwerwiegende Ereignisse wie eine unterbliebene, lebenswichtige Operation oder die fehlende Möglichkeit, Angehörige in den Tod zu begleiten, thematisiert. 

Doch es gibt auch Lob: Erste Berichte beschreiben besonders gute und nachahmenswerte Erfahrungen. So weist etwa ein Betroffener auf das vorbildliche Hygienekonzept in einer Praxis für Kardiologie hin.  Speziell geschulte Risikomanager analysieren die Berichte und machen Anmerkungen zu den einzelnen Fällen. Sie erarbeiten Empfehlungen für Arztpraxen, Kliniken und Versicherte, zum Beispiel für ein besseres Wartezeiten-Management. Zusätzlich bietet die Plattform Antworten auf häufig gestellte Fragen von Patienten und gibt Tipps im Zusammenhang mit COVID-19.

Eine Task Force der European Respiratory Society (ERS) gibt nun zum ersten Mal eine Richtlinie zur klinischen Behandlung von COVID-Erkrankungen heraus. Sie versteht sich als "lebende Richtlinie" und wird fortlaufend auf evidenzbasierten Erkenntnissen aktualisiert und erweitert. Ziel ist unter anderem die qualitative Verbesserung der Behandlung von hospitalisierten COVID-Patienten, die beatmet werden müssen. Sie umfasst beispielsweise die Vergabe gerinnungshemmender Medikamente an beatmungspflichtige Patienten ebenso wie Kortikosteroide bei der Sauerstoffergänzung und den Einsatz monoklonaler Antikörper gegen den Viruserreger.

Für die Einschätzung der Behandlungsoptionen dienen vorrangig systematische Reviews, die Wissenschaftler der Organisation auswerten, einordnen und die dann von anderen Gremien, wie etwa der Chinese Thoracic Society, geprüft werden.

Die ERS ist eine gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in Lausanne, die sich 1990 im Bereich der Atemwegsmedizin entwickelt hat. Zu ihren aktiven Mitgliedern gehören Ärzte und Wissenschaftler in dem Fachgebiet.

Chalmers, J. D. et al: "Management of hospitalised adults with coronavirus disease-19 (COVID-19): A European Respiratory Society living guideline" DOI: 10.1183/13993003.00048-2021

Eine südafrikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Zweifach mit AstraZeneca bei der Variante B.1.351 keine 60-prozentige Wirksamkeit vor einer leichten bis mittelschweren COVID-19-Infektion bietet. Im Abstand von 21 bis 35 Tagen erhielten 1010 Teilnehmer mindestens eine Impfdosis des Placebos, während 1011 Teilnehmern mindestens eine Dosis des Impfstoffs geimpft wurde. Anschließend sind Serumproben von Teilnehmern, die nach der zweiten Dosis entnommen wurden, mit Pseudovirus- und Lebendvirus-Neutralisationstests gegen das ursprüngliche D614G-Virus und die B.1.351-Variante getestet worden. Sowohl der Pseudovirus- als auch der Lebendvirus-Neutralisationstest zeigten eine größere Resistenz gegen die B.1.351-Variante in Serumproben von Impfstoffempfängern als in Proben von Placeboempfängern.

In der primären Endpunktanalyse entwickelte sich leichtes bis mittelschweres COVID-19 bei 23 von 717 Placebo-Empfängern (3,2 Prozent) und bei 19 von 750 Impfstoff-Empfängern (2,5 Prozent), was einer Wirksamkeit von 21,9 Prozent entspricht. Unter den 42 Teilnehmern mit COVID-19 wurden 39 Fälle (92,9 Prozent) durch die Variante B.1.351 verursacht. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen diese Variante betrug 10,4 Prozent. Die Inzidenz von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen war zwischen der Impfstoff- und der Placebogruppe ausgeglichen.

Laut dem Studienleiter kann AstraZeneca immer noch dazu beitragen, Hochrisikopersonen mit Komorbiditäten vor einer schweren COVID-19-Erkrankung zu schützen und eine Überflutung der Krankenhäuser mit schweren COVID-19-Fällen verhindern. Außerdem macht die Studie darauf aufmerksam, dass trotz der frühen Erfolge der Impfstoffe weitere Forschungen zu einer nächsten Generation von COVID-19-Impfstoffen notwendig sind. 

Der Impfstoff von Astrazeneca ist im Vergleich zu den anderen mRNA-Impfstoffen wegen seiner einfachen Lagerfähigkeit und den geringen Kosten für ärmere Länder interessant.

Shabir A. Madhi et. al. „Efficacy of the ChAdOx1 nCoV-19 Covid-19 Vaccine against the B.1.351 Variant.“ The New England Journal of Medicine. Published March, 16 2021. Doi: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2102214

Die Pandemie belastet die Justiz zunehmend. Im vergangenem Jahr kam es zu mehr als 25.000 Strafverfahren, die in Zusammenhang mit der Viruspandemie stehen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und beruft sich auf eine Umfrage des Deutschen Richterbundes (DRB) bei Landesjustizverwaltungen und Staatsanwaltschaften der Länder. Die Verfahren umfassen missbräuchliche Anträge auf Corona-Hilfen, aber auch Betrugsversuche durch den Verkauf gefälschter Schutzmasken, Medikamente oder sogar Impfstoffe, die zu bundesweiten Ermittlungen führten. Dazu kommen das Ausspähen von Kreditkartendaten über Fake-Webseiten, betrügerische Tricks – vor allem gegenüber älterer Menschen und Verstöße gegen da Infektionsschutzgesetz.

Der Deutsche Richterbund rechnet mit deren Aufarbeitung bis Ende 2021. Es dürfte mindestens bis Ende dieses Jahres dauern, ehe Polizei, Staatsanwaltschaft und Strafgerichte die teilweise komplexen Verdachtsfälle abgearbeitet haben, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem RND. Mit 10.000 Straftaten liegen den Ermittlungsbehörden in NRW die meisten Straftaten vor, die meisten wegen Subventionsbetrug. Die zweitmeisten Betrugsfälle wurden in Berlin festgestellt.

Als Lehre aus der Pandemie wird der gesundheitliche Bevölkerungsschutz gestärkt. Das Ziel: mehr länderübergreifende Vernetzung, Koordinierung und Zentralisierung. Dazu wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) umfassend neu ausgerichtet. Innenminister Horst Seehofer und BBK-Präsident Armin Schuster stellten dazu jetzt ein Konzept vor.

Das Bundesamt soll künftig das Bundesgesundheitsministerium beim Aufbau der Nationalen Reserve Gesundheit unterstützen. Dazu gehört, die eigene Sanitätsmittelbevorratung voranzutreiben. Als Dienstleister für alle Bundesressorts soll das BBK die Entwicklung von nationalen Reserven insgesamt unterstützen und zentral überwachen. Dazu gehört beispielsweise auch der Vorrat an Schutzkleidung, Masken oder Not-Nahrungsmitteln, aber auch die Überwachung der Trinkwasserversorgung und nationaler Reserven wie Strom, Erdöl oder Gas. Ein Schlüsselbereich ist die Bildung personeller Reserven – auch im Führungsbereich - zur Bewältigung von Krisenlagen. Die Warn-App NINA wird zu einer Bundes-Warn-App für Notfallinformationen aller Ressorts ausgebaut.

Neu ist auch, dass das BBK ein gemeinsames Kompetenzzentrum mit allen relevanten Partnern in Bund, Ländern und Hilfsorganisationen aufbauen wird. Deutschland soll künftig insgesamt besser auf gesundheitliche Lagen von nationaler Tragweite vorbereitet sein.

Allein der Druck für die fälschungssicheren und in der Bundesdruckerei erstellten Bezugsscheine für FFP2-Masken, die am Jahresanfang an über 60-Jährige und vulnerable Gruppen über alle Apotheken ausgegeben wurden, hat rund 9,6 Millionen Euro gekostet. Weitere rund 360.000 Euro kamen für ihre Lieferung von der Bundesdruckerei an die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsunternehmen beziehungsweise an die von ihnen mit der Versendung der Berechtigungsscheine beauftragten Dienstleister hinzu. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP hervor.

Zudem erhalten die Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen je versendeten Brief einen Verwaltungskostenersatz in Höhe von 60 Cent, heißt es in der Antwort weiter. Dazu müssen sie bis zum 30. April 2021 die Anzahl der von ihnen versendeten Briefe an den GKV-Spitzenverband und den PKV-Verband melden. Die gesamte Bestellmenge belief sich auf 35,3 Millionen Berechtigungsscheine mit jeweils zwei Gutscheinen, teilt die Regierung weiter mit.

Die Kosten für die entsprechenden FFP2-Schutzmasken selbst betragen (ohne Berücksichtigung der Verwaltungskostenerstattung an die Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen) für den ersten Gültigkeitszeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 28. Februar 2021 rund 1,2 Milliarden Euro. Für den zweiten Gültigkeitszeitraum vom 16. Februar bis zum 15. April 2021 belaufen sich die Kosten auf rund 0,8 Milliarden Euro, führt die Bundesregierung weiter an.

Die Unterschiede zwischen den beiden Zeiträumen erklären sich durch die Absenkung des Erstattungspreises für die auf den zweiten Berechtigungsschein abgegebenen Schutzmasken von sechs auf 3,90 Euro je Maske, einschließlich Umsatzsteuer.

 

 

Die europäische Koalition für Impfung (Coalition for Vaccination) ruft alle Gesundheitsberufe europaweit auf, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Gerade in Krisenzeiten wie der Pandemie seien die eigene Gesundheit und das Funktionieren der Gesundheitssysteme von großer Bedeutung, erklärt die Koalition, der unter anderem auch der Council of European Dentists (CED) angehört, in ihrem Appell. Die Koalition führt drei Gründe an, die vor allem für die Impfung sprechen:

  1. Geimpfte Gesundheitsberufe schützen sich vor Krankheit und möglichen lebensbedrohlichen Komplikationen. Besonders Gesundheitsberufe seien einem größeren Risiko ausgesetzt, an COVID-19 zu erkranken.
  2. Die Impfstoffe gegen COVID-19 seien sicher und effektiv. Wissenschaftliche Bewertungen zeigten, dass die Vorteile der zugelassenen Impfstoffe im Hinblick auf Schutz vor Krankheit weitaus größer seien als potenzielle Risiken.
  3. Die Impfung trage zur Sicherung der Kapazitäten im Gesundheitswesen bei. Das Coronavirus habe das Gesundheitspersonal bereits sehr belastet, eine Impfung könne helfen, den Druck zu lindern.

Die Koalition für Impfungen bringt europäische Verbände von Angehörigen im Gesundheitswesen - vor allem aus dem ärztlichen, zahnärztlichen und Krankenhausbereich, aber auch Studentenverbände - zusammen. Sie wurde von der EU-Kommission 2019 einberufen. Ziel ist es, Mythen über Impfstoffe zu bekämpfen, der Öffentlichkeit qualitätsgesicherte Informationen zur Verfügung zu stellen und den Austausch über Impf-Erfahrungen zu fördern.

 

 

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will die Forschung zu den gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie fördern. Und stellt dafür über 15 Millionen Euro zur Verfügung. Eine entsprechende Förderrichtlinie hat das BMBF jetzt veröffentlicht. Mit eingeschlossen werden soll Forschung zu den Maßnahmen mit denen auf die Krise reagiert wurde sowie in Bezug auf ihrer Effektivität beziehungsweise ihren Langzeitfolgen, heißt es in der Richtlinie.

Außerdem soll aus geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive untersucht werden, welche tiefgreifenden Probleme die Corona-Krise zu Tage befördert hat und mit welchen Weichenstellungen diese langfristig gelöst werden können. Bereits vor Ausbruch der Pandemie bestehende Tendenzen, die sich in der Corona-Krise verschärft haben, ebenso wie durch die Pandemie verursachte Herausforderungen, sollen einer gründlichen Analyse unterzogen werden.

Diese fünf Themenfelder will das BMBF mit seinem Vorhaben fördern: 

1.    Familie, Generationenverhältnisse, soziales Zusammenleben
2.    Arbeitsmarkt, Arbeitsorganisationen, Erwerbsbiographien
3.    Bildungssystem und (Aus-)Bildungsverläufe
4.    Gesundheit und Herausforderungen für Gesundheitssysteme
5.    Demokratie, politische Partizipation, Vertrauen in politische Institutionen und die Rolle der Medien

Die Gelder für das Vorhaben stehen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren zur Verfügung. Forschungsprojekte sollen konkrete Lösungsansätze entwickeln.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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