Aktiv gegen die Corona Krise

"Gedanken aus der Praxis"

Letzte Woche habe ich beim Gesundheitsamt Niedersachsen nachgefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, die nicht-nötigen zahnärztlichen Behandlungen einzustellen.

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Es passt nicht zusammen, die Schulen zu schließen und die Praxen für nicht-ernsthaft-Erkrankte offen zu halten. Noch habe ich die versprochene Antwort nicht erhalten, aber ständig denke ich darüber nach – und ich persönlich habe den Eindruck, dass, gerade in Hinblick auf die exponentielle Verbreitung des Virus schnelles, nicht nur konsequentes, sondern auch rigoroses und durchdachtes Handeln von Nöten ist. Haben wir aus den Erfahrungen der anderen Länder denn gar nichts gelernt? Ja, die Universitäten, Schulen, Kindergärten und Freizeitaktivitäten haben seit Montag (16. März) geschlossen – warum nicht mit sofortiger Wirkung nach dem Beschluss? Und warum haben die Gesundheitsämter (zumindest in Osterholz-Scharmbeck und Hannover) keine 24/7– Telefonhotline, sondern nur Bandansagen, die auf die Geschäftszeiten hinweisen?

Ich möchte umsichtig sein dürfen. Ich möchte das unnötige „in die Praxis holen“ von Menschen vermeiden, möchte – auch, wenn die Zahnkontrolle mit Sicherheit die unproblematischste Behandlung ist - unsere ohnehin schon nur rationiert bestellbare, aber schon lange nicht mehr lieferbare kostbare Schutzausrüstung nicht für unwichtige Behandlungen vergeuden. Vielleicht ist das, was an Schutzausrüstung da ist, ja auch wirklich bald in den Krankenhäusern vonnöten? Und ja, unsere Schutzausrüstung, und unsere Desinfektion sollten wir immer richtig anwenden und das hat schon immer für die Behandlung aller noch so schwer kranker Personen gereicht.

"Wir können nicht unsere kostbaren Schutzausrüstungen an die Begleitpersonen der Patienten verteilen"

Aber dieses möglicherweise hohe Aufkommen der Viren, das möglicherweise ständige maximale Belasten unserer Schutzmaßnahmen und auch die Gewährleistung der 100% richtigen Ausführung in jeder Sekunde unseres Tuns – muss das in dieser Krisenzeit wirklich täglich am lebenden Objekt „getestet“ werden?
Sprühnebel ist wie Anhusten. Wir behandeln in unserer Praxis einen hohen Prozentsatz an Kindern, die ja offensichtlich oft Träger sind, obwohl sie keine Symptome zeigen. Wenn wir Kinder behandeln, dann sind die Eltern dabei. Diese sitzen oft zum Händchenhalten innerhalb des 1,5m-Sprühnebelradiusses – wir können nicht auch noch unsere kostbaren Schutzausrüstungen an die Begleitpersonen der Patienten verteilen (...müssten es konsequenter Weise aber ja tun...). 


Alle Leserbriefe zum Thema COVID-19

Dass die Zahnheilkunde sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren gesundheitspolitisch selbst marginalisiert hat, (...) kann nur die beteiligten Dentisten selbst noch verwundern.

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Seit Jahresbeginn sieht die Welt auf Corona, reibt sich ungläubig die Augen, redet und schreibt unablässig über alle erdenklichen Aspekte. (...) Aber wo bleibt die Prävention in der Mundhöhle?

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Vielen Dank für den überaus gelungenen Leserbrief meines Kollegen, Herrn Dr. Manfred Gast. Wir Zahnärzte ertragen ja wirklich viel ohne zu murren und zu knurren, aber Corona hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

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Mit Kollegen diskutiere ich, Zahnärztin und Inhaberin einer Einzelpraxis, seit 25 Jahren, auch die immer wieder geäußerte Forderung nach einem Rettungsschirm für Zahnärzte.

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In Krisenzeiten sollte man Bestehendes hinterfragen und Neues unter anderen Gesichtspunkten begutachten. Hier mal eine Anmerkung zu unseren „geliebten“ MVZ...

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Letzte Woche habe ich beim Gesundheitsamt Niedersachsen nachgefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, die nicht-nötigen zahnärztlichen Behandlungen einzustellen. Es passt nicht zusammen, die Schulen zu schließen und die Praxen für nicht-ernsthaft-Erkrankte offen zu halten. Noch habe ich die versprochene Antwort nicht erhalten, aber ständig denke ich darüber nach – und ich persönlich habe den Eindruck, dass, gerade in Hinblick auf die exponentielle Verbreitung des Virus schnelles, nicht nur konsequentes, sondern auch rigoroses und durchdachtes Handeln von Nöten ist.

Haben wir aus den Erfahrungen der anderen Länder denn gar nichts gelernt? Ja, die Universitäten, Schulen, Kindergärten und Freizeitaktivitäten haben seit Montag (16. März) geschlossen – warum nicht mit sofortiger Wirkung nach dem Beschluss? Und warum haben die Gesundheitsämter (zumindest in Osterholz-Scharmbeck und Hannover) keine 24/7– Telefonhotline, sondern nur Bandansagen, die auf die Geschäftszeiten hinweisen?

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Allein die Lesebriefe sind immer interessant zu lesen. Da ist einerseits jemand, der frustriert ist, immer noch nicht als echtes Mitglied der Ärzteschaft angesehen zu werden, andererseits entdeckt jemand anders gerade erst die Belastung des Aerosols mit Keimen und weiß nicht, was man da so machen kann, um sich und die Mitarbeiter zu schützen.

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Sehr geehrter Herr Richter, in Ihrem Leitartikel, leider nicht auf der Titelseite, weisen Sie im Fließtext darauf hin, z. B. auf PZRs zu verzichten: Es fehlt der überfällige, dringende Hinweis, zum Schutz der Patienten, der Mitarbeiter und der ZA/ZÄ auch auf Zahnpräparationen (Sprühnebel im Behandlungsraum) für einen gewissen Zeitraum zu verzichten! 

Das gesundheitliche und das wirtschaftliche Risiko. Da angeblich sowieso 70 Prozent der Bevölkerung am Coronavirus erkranken werden, ist die Frage weniger ob, sondern lediglich, wann jemand erkrankt. Meine Mitarbeiterinnen treibt vor allem die Sorge vor der Kurzarbeit um. Die Partner habe häufig auch bereits Einbußen, Kredite können nicht mehr bedient werden. Empfehlungen zur Selbsteinschränkung kommen nur aus Quellen, die für die Konsequenzen nicht gerade stehen. 

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Ich bin angestellte Zahnärztin und jetzt auf Kurzarbeit. Habe mich umgehend beim Gesundheitsamt (Kreis Kleve) gemeldet, um mich dem völlig überlasteten übrigen Gesundheitswesen in der jetzt zwangsweise freien Zeit zur Verfügung zu stellen.

Ich bin z.B. gelernte Rettungssanitäterin, kann Blut abnehmen oder dergleichen. Ich bin mir auch nicht zu schade, eigenhändig den Desinfektionslappen zu schwingen oder in der Pflege eingesetzt zu werden. Bekomme aber die Antwort: "Wat sollen 'wer denn mit ner ZAHNärztin anfangen?!" (Zahnärztin so betont, als handle es sich um Hundekacke am Schuh).

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Aber wer uns dazu verpflichtet, muss auch dafür Sorge tragen, dass wir den Infektionsschutz auch einhalten können, und zwar so, wie man ihn von uns fordert! Das KZV-System muss dann aber auch dafür sorgen, dass wir uns selbst, unsere Familien, das Personal und nicht zuletzt die Patienten schützen können! 

"In meiner Praxis wird jährlich die Keimbelastung der wasserführenden Systeme der Dentaleinheiten überprüft. Ergebnis: Keimzahl in den Dentaleinheiten gleich NULL..."

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In dieser für uns alle außergewöhnlichen Zeit der SARS-CoV-2-Pandemie sollten wir unsere Kräfte bündeln, um diese Krise gemeinsam bewältigen zu können. Viele selbstständige Zahnärzte und Fachärzte führen Betriebe, welche aufgrund von fehlenden Mitteln (adäquate Schutzkleidung, Mundschutze, Desinfektionsmittel) und Abwesenheit der Patienten zur Eindämmung der Infektion wirtschaftlich kaum noch aufrechterhalten werden können. Zum einen besteht das hohe Infektionsrisiko für die MitarbeiterInnen – die Weitergabe des Virus, solange der Praxisbetrieb normal weiterlaufen soll, aber auch die medizinische und moralische Verpflichtung, den Patienten und Patientinnen zu helfen.

„Alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, brauchen gerade jetzt unsere volle Unterstützung“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Aber bekommen sie diese auch? Leser Dipl.-Psych. Michael Heckeroth stellt diese Frage in einem offenen Brief an Spahn, der den zm auch als Leserbrief vorliegt – und versucht eine Beantwortung.

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Ich habe den Leserbrief von Kollegin Wenningkamp gelesen und ähnliche Erfahrungen gemacht. Ein erfahrener Zahnarzt soll nicht in der Lage sein, sich sinnvoll bei der Bewältigung der Corona-Krise einzubringen?

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Vernebelt das Aerosol die Sicht auf das RKI oder werden wir im Nebel stehen gelassen? So kann und müssen wir es doch wohl sehen! Das sonst mit erhobenem Zeigefinger agierende Institut schweigt. Wie kann es denn sein, dass beim „Coronatest“ in voller Schutzmontur gearbeitet werden muss, um ein Wattestäbchen in den Mund zu führen, und im Gegensatz dazu für uns keine Empfehlung zu hören ist, wie wir uns schützen können oder was überhaupt zu tun ist? Systemrelevanz oder Himmelfahrtskommando? Der einzige Berufsstand mit Nähe und Aerosol sind wir.

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Sehr geehrter Minister Spahn, mit Dankbarkeit und Überzeugung stelle ich mich jeden Tag auf den Balkon und klatsche all denjenigen zu, die in diesen, für uns alle schwierigen Corona-Zeiten Hilfsbereitschaft zeigen, sich für unsere Mitmenschen einsetzen, ihrer Arbeit im Rahmen des Sicherstellungsauftrags nachgehen und Großartiges für unsere Gesellschaft leisten!

Ich klatsche aber auch inbrünstig für all diejenigen, die keine Solidarität erfahren, die einfach vergessen werden und die bewusst neben dem hochgepriesenen Rettungsschirm platziert werden. Dazu gehören auch meine wunderbaren Mitarbeiter, die sich trotz Sorge um ihre Familien, um sich selbst und um ihre Umgebung täglich bei mir in der Praxis einfinden, um Schmerzen zu lindern, Patienten nicht allein zu lassen und ihrer Versorgungsverpflichtung nachzukommen.

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Zwar wurden Schulen, Horte, Kindergärten geschlossen und die Schüler mit Aufgaben versorgt, aber ohne Handlungsanweisungen für die „Freizeit“ mitzugeben. (Jedenfalls brachte unser Kind nur den „Wascht-Euch-ordentlich-die-Hände-Zettel“ mit.) Wir werden fünf Wochen lang nölige Kinder haben, wenn wir konsequent sind und sie nicht zu Freundesverabredungen schicken. Das muss man auch erstmal aushalten lernen! Dass sie ihre Schularbeiten machen, dass sie nicht alleine den Herd anmachen, dass sie nicht mit Streichhölzern spielen oder anderen Blödsinn machen, kann doch nur gewährleistet werden, wenn mindestens ein Elternteil zu Hause ist. Sie sollten ja auch besser nicht zu Oma und Opa gehen – die gehören ja zu einer der Risikogruppen.

"Wo liegt meine Verantwortung? Beim Schutz der Familien? Beim Aufrechterhalten der Praxis?" 

Nun dürfen die Kinder von Polizei-, Feuerwehr-, Justiz- und Gesundheitsdienstbeschäftigten in die Notbetreuung – aber da durchbrechen wir dann ja auch wieder die Maßnahmen, die eigentlich nötig sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade die, die sich im Gesundheitsdienst engagieren, ihre Kinder guten Gewissens im Not-Hort abgeben können. Dazu kommt, dass es viele private Einrichtungen gibt, für die die bereits vorhandenen Notlösungen gar nicht greifen und die sich jetzt erst einmal damit befassen müssen, wie sie reagieren. Ein großer Teil meiner Mitarbeiterinnen sind von dieser ungeklärten Kinderbetreuung betroffen oder möchten die Notbetreuung nicht, was ich absolut nachvollziehen und verstehen kann. Sie wollen jetzt doch lieber die Großeltern bemühen.

Wo liegt da meine Verantwortung? Beim Schutz der Familien? Beim Aufrechterhalten der Praxis? Und so blöd es klingt: Ich kann nicht einfach schließen. Ich brauch‘ die Sprühnebelbehandlungen, um die Gehälter bezahlen zu können! Auch da habe ich eine Verantwortung. Muss ich meine Mitarbeiterinnen bitten, mir aus Gewissensgründen, aus Verantwortung gegenüber ihren Familien zu kündigen, damit sie Geld vom Amt bekommen (da müsste man auch erst hin, um den Antrag zu stellen...) und sie nach der Krise wieder einstellen? Es darf doch bei der Eindämmung einer Pandemie nicht um Geld und um die Existenz von „Kleinunternehmen“ gehen, oder?

"Müsste nicht das gesamte sprühnebelproduzierende zahnärztliche Personal aktuell getestet werden?"

Wenn Griechenland nicht wirtschaften kann, dann können unsere Steuergelder da einfach hingeschickt werden. Wenn aber uns drohendes Unheil bevorsteht, eine Krankheit sich ausbreitet, die viele das Leben kosten kann und vor allem auch denen als erstes das Leben kosten kann/wird, die andere Erkrankungen haben, aber deren intensive Betreuung nun ausfallen wird, weil sich das medizinische Personal um die Neuinfizierten kümmern muss – haben wir dann nicht die gleiche Portion Geld zur Verfügung, um uns zu schützen und mit dem Schutz unserer selbst auch andere zu schützen, indem einfach einmal für eine Zeit lang alles eingestellt wird, was nicht nötig ist? (Mir schweben bereits Ideen, wie vorgepackte Grundnahrungsmittelpakete vor, damit allein das Einkaufen in all seinen Dimensionen reduziert werden kann.)

Ich bin nicht der Gesundheitsminister, aber ich würde, wenn ich der Gesundheitsminister wäre, bestimmen,

  • dass alle nicht Notdienst leistenden Zahnarztpraxen schließen,
  • die Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel zentralisiert werden,
  • dass ein täglicher zahnärztlicher Notdienst an einer zentralen Stelle von den jeweils eingeteilten Praxen zu leisten ist und
  • die Zahnärzte und das medizinische Personal in der übrigen Zeit in den Krankenhäusern als Hilfspersonal eingesetzt werden.

Hier könnte auch überlegt werden, ob die Altersgrenzen für Risikogruppen bedacht werden, die älteren Zahnärzte also den zahnärztlichen Notdienst übernehmen, während die jüngeren Personen im Krankenhaus tätig werden könnten. Ggf. müsste sogar für diese Gruppe, da sie sich ja in die „Hochrisikogebiete“ des Gesundheitswesens begibt, eine externe Unterbringung außerhalb der eigenen Familie stattfinden. Das ist natürlich alles nicht das, was ich mir wünschen würde. Aber ich hielte es trotzdem für konsequent, so zu handeln! Und müsste nicht das gesamte medizinische (vor allem sprühnebelproduzierende zahnärztliche) Personal aktuell getestet werden? Allerdings gibt es auch nicht genügend Tests um dies zu tun...


P.S. Ähnliches ist natürlich auch für die Allgemeinmediziner und die Fachärzte zu durchdenken, da die Menschenansammlungen in den Wartezimmern auch reduziert und die Schutzausrüstungen gespart werden sollten – und voraussichtlich bald wertvolle Arbeitskräfte in den Krankenhäusern gebraucht werden.

Was ist ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns.

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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