Verbraucherrecht

Gerichtsurteil in Australien: Trivago fälschte Hotelrankings

Das australische Bundesgericht verurteilt Trivago für gefälschte Hotel-Rankings und gab somit dem Verbraucherschutz recht. Nutzer werden seit Ende 2016 getäuscht, weil „Top-Positions“ in 66 Prozent der Fälle gekauft wurden.

Schnell, einfach, Trivago? Nicht ganz! Denn wie ein australisches Bundesgericht jetzt feststellte, platziert die Vergleichs- und Buchungsplattform nicht die wirklich günstigsten Hotel-Angebote im Wettbewerb ganz oben. Sondern diejenigen, die der Website eine Cost-per-Click-Gage zahlen, ermittelt mit einem eigenen Algorithmus dafür.

Nutzer werden durch getuntes Ranking getäuscht

Nutzer erwarten von Trivago einen Preis-Leistungsvergleich und gehen davon aus, dass die am besten zutreffenden Angebote ganz weit oben auf der Website oder in der App angezeigt werden. Je besser der Deal, desto prominenter sichtbar – so die Annahme. Ob das tatsächlich der Fall ist und somit ein fairer Wettbewerb ohne Verbraucher-Täuschung stattfindet, bezweifelte die australische Wettbewerbs- und Verbraucherschutz-Kommission (ACCC) und erhob Anklage.

Dieser wurde nun stattgegeben, da Trivago als Vergleichsportal jene Hotels zuerst anzeigte, die der Plattform eine Provision haben zukommen lassen. Nutzer werden somit getäuscht und auch der faire Wettbewerb wird untergraben, lautet das Urteil des höchsten Gerichts.

der Federal Court befand auch, dass die Preisvergleiche von Trivago, bei denen durchgestrichene Preise oder Texte in verschiedenen Farben hervorgehoben wurden, den Verbrauchern einen falschen Eindruck von Einsparungen vermittelten, da oft ein Angebot für ein Standardzimmer mit einem Angebot für ein Luxuszimmer im selben Hotel verglichen wurde.

Trivago verglich Äpfel mit Birnen

"Trivagos Hotelzimmerpreis-Rangliste basierte in erster Linie darauf, welche Online-Hotelbuchungsportale bereit waren, Trivago am meisten zu bezahlen", sagte der Vorsitzende des ACCC, Rod Sims. "Wir haben diesen Fall vorgebracht, weil wir der Meinung sind, dass das Verhalten von Trivago besonders ungeheuerlich war. Viele Verbraucher mögen durch diese Preisauszeichnungen zum dem Irrglauben verleitet worden sein, sie bekämen große Rabatte. Tatsächlich verglich Trivago Äpfel mit Birnen."

Die Entscheidung des Gerichts soll eine große Signalwirkung in der Branche erzeugen, da immer wieder Ranking von Vergleichsportalen und Suchmaschinen der Käuflichkeit verdächtigt werden. Transparenz werde von Werbung und Provisionen in den Hintergrund gedrängt.

Trivago mit Hauptfirmensitz in Düsseldorf, ist auch auf dem australischen Markt ein bedeutender Mitstreiter in der Tourismusbranche. Seit Ende 2016 sollen die Platzierungen für Geld manipuliert worden sein, entgegen der eigenen Werbung für die beste Preisfindung für den Hotelgast.

Die Frage nach der Seriosität auch in Hinblick auf andere Rankings und Angaben, wie etwas Bewertungen, stellt sich an dieser Stelle ebenfalls. Zu einem späteren Zeitpunkt wird eine Anhörung der Verteidigung stattfinden, dann folgt auch die Verkündung des Urteils einschließlich der Strafen.

66 Prozent der Offerten waren kein Top-Angebot!

"Die Website von Trivago fasst die Angebote von Online-Hotelbuchungsseiten wie Expedia, Hotels.com und Booking.com sowie die verfügbaren Angebote der Hotelbesitzer zusammen und hebt ein Angebot aus allen Online-Hotelbuchungsseiten hervor - das sogenannte "Top-Positionsangebot". Trivagos eigene Daten belegten jedoch, dass in 66,8 Prozent der Fälle höherpreisige Zimmerpreise als Top-Positionsangebot gegenüber alternativen, günstigeren Angeboten ausgewählt wurden."

The Federal Court of Australia

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