Leserbriefe

"Vereinfachung aus Bequemlichkeit?"

Unfassbar – vor allem in Hinblick auf den eher praktisch orientierten (statt abstrakt wissenschaftstheoretischen) Auftrag an das IQWiG, eine Datengrundlage und Entscheidungshilfe für den G-BA zu erstellen.

Sergey Nivens - Fotolia

Leserbrief zu den Beiträgen zum „IQWiG-Vorbericht zu Parodontitistherapie – Immenser Ressourcenverbrauch bei fraglichem Nutzen“, zm 4/2017, S. 32–39.

Was würden Ethik-Kommissionen zu Studiendesigns im Kontext von PA sagen, die den Anforderungen des IQWiG entsprechen würden? Danke für Ihre detaillierte Berichterstattung und den geradezu legendären Fallschirm-Vergleich.

Ist es nicht vielleicht auch eine Frage der Bequemlichkeit und bewussten Vereinfachung, die Messlatte für die einbeziehbaren Studien so hoch zu legen, dass man nur noch wenige Studien betrachten muss (sofern dann zu dieser oder jener Fragestellung überhaupt noch welche übrig bleiben), anstelle sich mit einer Vielzahl von methodisch heterogenen Studiendesigns und in (Teil-)Aspekten manchmal auch mit widersprüchlichen Studienergebnissen herumschlagen zu müssen, die nicht metaanalysetauglich sind?

Letzteres erfordert nämlich eine tief greifende Expertise von erfahrenen Fach-Spezialisten und lässt sich nicht auf komplexe, aber standardisierbare Rechenmodelle von Mathematikern reduzieren. War das IQWiG mit dieser Aufgabe womöglich überfordert?

Das Ignorieren aller Studien und Evidenz unterhalb des allerhöchsten (gegebenenfalls nur theoretisch denkbaren) Levels birgt die Gefahr, jeglichen Fortschritt abzuwürgen, nicht nur in der Zahnmedizin, sondern auch im gesamten Feld der Medizin. Mal abgesehen von bestimmten Arzneimitteln, wo solche Standards tatsächlich realisierbar sein dürften.

Dr. Reinhard Steinmeyer,
Koblenz

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Alle Artikel zum IQWiG-Vorbericht "Parodontitistherapie"

Sie haben gerade eine Paro-Fortbildung gebucht? Stornieren Sie! Wollten Sie gar jetzt im Februar zum Chicago Midwinter Meeting und sich das Symposium über „Perio-Systemic Inflammation Reducing Strategies“ leisten? Fahren Sie lieber an die Niagara-Fälle, sofern Mr. Trump Sie ins Land lässt. Und kommen Sie bloß nicht auf den Gedanken, in neue Paro-Behandlungsgeräte zu investieren. Rausgeschmissenes Geld! Sie lesen das Journal of Clinical Periodontology – an fünfter Stelle von 83 fachspezifischen Zeitschriften mit seinem Impact Factor von 3,688? Zeitverschwendung!

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„Meine Meinung zum IQWiG-Vorbericht? Die Wörter, die mir spontan in den Sinn kommen, dürfen Sie gar nicht drucken, so wütend bin ich!“ Nicht nur aus den Büroräumen der Unikliniken hört man derzeit solche Ausrufe.

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Der Auftrag ist klar umrissen: Das IQWiG soll die systematische Behandlung der Parodontopathien überprüfen. Das Institut legt los, sucht und findet 6.004 wissenschaftliche Arbeiten. 573 davon sind potenziell relevant. Doch nur 43 Publikationen zu 35 Studien genügen seinen strengen Kriterien. Das hat Folgen. Warum? Weil mangels Evidenz der Parodontitistherapie der Nutzen abgesprochen wird.

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Die Kritik am „heiligen Evidenz-Gral“ des IQWiG ist gar nicht so neu. Bereits vor Jahren hatte das renommierte British Medical Journal auf die Konzeptgrenzen hingewiesen. Nähern wir uns dem kritisierten Sachverhalt – glossierend. Denn Sie müssen es glauben: Fallschirme können keinen Nutzen haben.

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Die ersten Reaktionen reichten von ungläubigem Entsetzen über Kopfschütteln bis zum Türenknallen. Der IQWiG-Vorbericht, der einen Großteil der Parodontaltherapie quasi über Nacht für nutzlos erklärte, hat ohne jeden Zweifel für Unmut gesorgt. Die Zahnärzteschaft will sich damit nicht geschlagen geben. Im Gegenteil.

Bereits im vergangenen Jahr hat Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel (Bochum) in seiner Publikation „A change in the NICE guidelines on antibiotic prophylaxis“, veröffentlicht im British Dental Journal, ausgeführt, welche Auswirkungen es haben kann, wenn Empfehlungen auf formal höchstem Evidenzniveau erarbeitet werden. In „Der MKG-Chirurg“ findet sich ein aktueller Kommentar, der hier mit freundlicher Genehmigung des Verlags nachgedruckt wird.

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Das sagen die Kollegen. In jeder Printausgabe der zm finden Sie ein Leserforum, das wir auf dieser Themenseite sukzessive veröffentlichen.

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