Notlage von internationaler Tragweite

Coronavirus - WHO ruft Notstand aus

WHO ruft wegen Virus-Gefahr den Notstand aus +++ Forschung läuft auf Hochtouren +++ 7.700 Infizierte, 121 Tote in China +++ nächster Erkrankter in Bayern +++ Deutsche werden morgen aus Wuhan ausgeflogen.

Weil das Lungenvirus sich so rasant ausbreitet und es noch keinen Impfstoff gibt, arbeiten Forscher nun mit Hochdruck an möglichen Gegenmaßnahmen. Adobe Stock_Naeblys

Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotzustand ausgerufen und gibt damit den Staaten konkrete Anweisungen, um die Ausbreitung über Chinas Grenzen hinaus einzudämmen. Die Lage wird von der WHO als ernst eingestuft, da sich das Virus weltweit weiterverbreiten und tödlich verlaufen kann. Ein Gegenmittel oder Impfstoff existiert nicht.

Deutsche aus Wuhan sollen ausgeflogen und in Quarantäne

Die Forschung daran wird mit dem Notstand nun ausgeweitet und beschleunigt. Den Schaden, den das neuartige Virus in Ländern mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten könnte, wissen Experten biislang noch nicht einzuschätzen. Es müsse demnach gemeinsam dagegen vorgegangen werden, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesu am Donnerstagabend in Genf.


Alle Nachrichten zu dem Corona-Virus

Deutschland hat vier neue Infizierte. Gesundheitsminister Spahn versichert gute Vorbereitung und warnt vor übertriebener Sorge und Verschwörungstheorien. Weltweit sind bislang 6.000 Personen infiziert.

 

Das Robert Koch Institut (RKI) erinnert: Der Mundschutz muss gut abschließend über Mund und Nase gezogen und regelmäßig ausgetauscht werden. Gleichzeitig hat er eine Erinnerungsfunktion für den Träger und die Trägerin, sich nicht mit den eigenen Fingern ins Gesicht zu fassen. | Adobe Stock_marchsirawit

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Behörden bestätigten heute morgen den ersten Krankheitsfall in Bayern. Außerdem liegen erste wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die Antworten zur Ausbreitung und Übertragbarkeit sowie zur Virusbeschaffenheit geben.

 

Die rasante Ausbreitung des Lungenvirus 2019-nCoV gibt Medizinern Rätsel auf. Forschungen mit Erkrankten sollen jetzt mehr Licht ins Dunkel bringen. | Adobe Stock magicmine

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China im Ausnahmezustand: Trotz der umfassenden Maßnahmen zur Eingrenzung des Virus, steigt die Zahl der Infizierten weiter an. Mit rund 50 Fällen im Ausland sind es nun insgesamt fast 3.000!

 

Plakate am Flughafen Tegel weisen auf die Gefährdung durch den Coronavirus hin. | picture alliance_Andreas Gora_dpa

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Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt - bislang sind daran 26 Menschen in China gestorben. Die WHO nennt noch keine Einschränkungen. Das RKI informiert Ärzte und Klinken für den Ernstfall.

 

Das Coronavirus ähnelt vom Erbgut dem SARS-Virus und kann eine schwere Lungenentzündung auslösen. Bislang ist kein Gegenmittel bekannt, nur die Symptome können behandelt werden. | Adobe Strock_Trueffelpix

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Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in China steigt auf 222. Jetzt sind auch Ansteckungen von Pflegepersonal bekannt geworden. Die WHO und das RKI informieren über Hygienemaßnahmen.

 

Das RKI stuft das Risiko der Virusübertragung in Deutschland bislang als sehr gering ein. Das Virus ist nach neuesten Erkenntnissen dem Erbgut des SARS-Virus sehr ähnlich. Wie leicht die Ansteckung erfolgt, ist noch nicht bekannt. | Adobe Stock_Login

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Das Coronavirus bereitet sich in der gesamten chinesischen Volksrepublik mit großer Geschwindigkeit aus. Immer mehr Menschen infizieren sich. Daher plant die deutsche Bundesregierung morgen (Samstag) mit Hilfe der Bundeswehr und dem Roten Kreuz etwa 100 deutsche Staatsbürger, die sich in der schwer betroffenen Region um Wuhan befinden, außer Landes zu bringen. Anschließend ist eine Quarantäne für die Rückkehrer vorgesehen. Die Maßnahme soll die Personen aus der betroffenen Region, ihr Umfeld und die Gesamtbevölkerung vor einer Ansteckung schützen, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Ein weiter Verdachtsfall in Bayern

Inzwischen gibt es einen fünften bestätigten Verdachtsfall in Bayern (Starnberg). Ein weiterer Mitarbeiter der Autozulieferer-Firma Webasto hat sich infiziert. Die bayerischen Gesundheitsämter überprüfen im Zuge dessen die rund 110 Kontaktpersonen. Es hatte sich bereits ein deutscher Mitarbeiter bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Dabei handelte es sich um die erste belegte Übertragung von Mensch zu Mensch.

Ist Deutschlands ausreichend gerüstet?

Das Robert Koch-Institut richtet eine Themenseite ein, auf der sich Ärzte zum Umgang mit Verdachtsfällen informieren können.

Deutschland gilt seitens des Bundesgesundheitsministeriums als gut gerüstet. Die Bundesärztekammer dagegen schätzt die Krankenhäuser hierzulande als nicht ausreichend vorbereitet ein. Es fehle vor allem an Einzelzimmer mit Vorschleusen, um die Epidemie dort im Notfall ausreichend abzuschotten, sagte die Pandemiebeauftragte Susanne Johna gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

ZDF-Diskussion: Panikmache oder berechtigte Angst?

Donnerstagabend lief im ZDF „Margrit Illner“ – der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Medizinblogger und Arzt Johannes Wimmer lieferten sich Wortgefechte. Spahn warnte wegen des Coronavirus vor Panikmache, Wimmer hielt dagegen.

Spahns Argument: „Wir haben mit der Ehec-Infektion schon einmal erfolgreich einen Stresstest bestritten.“ Und: „Wir sind darauf vorbereitet, schnell die Infektionsketten zu unterbrechen.“  Wimmers Ansatz: „Viele Menschen haben derzeit eine Erkältung. Dass da man nachts um drei mal wachliegt und sich sagt ‚Oh Gott, ist das vielleicht doch das Coronavirus, weil ich ja gestern beim Chinesen essen war, ist eine berechtigte Angst.“ Wimmer weiter: „Das Tückische beim Coronavirus ist, dass der Körper versagen kann.“ Der Mediziner erklärte bei „Maybrit Illner“: „Wir haben so viel Glück momentan“ angesichts der in Deutschland bisher geringen Zahl der Erkrankten. Dies sei „purer Zufall“ und könne schnell kippen.

Dem widersprach Jens Spahn. „Ich verstehe die Hektik von Herrn Wimmer nicht“, wandte er ein - selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO habe Deutschland bislang bei der Reaktion auf den Virus ein gutes Zeugnis ausgestellt. „Natürlich würde es irgendwann zu größeren Belastungen kommen, aber ein Gesundheitssystem wie unseres kann das“, versicherte Spahn.

In China breitet sich da neuartige Coronavirus weiter rasant aus. Behörden geben nun insgesamt 7.700 Infizierte an. 81.000 Personen stehen unter Beobachtung. Die Zahl der Todesfäll bedingt durch das Virus stieg dort auf 213, so der Stand am Freitagmorgen. Bereits in 20 Ländern gibt es zusammen gefasst mehr als 100 Infektionen. 

Der Stand der Wissenschaft

Das Coronavirus 2019-nCoV beschäftigt inzwischen Forscher weltweit. Es erscheinen Publikationen zur Entstehung und Ausbreitung unter anderem im Lancet und New England Journal of Medicine. Darunter eine der ersten Erkenntnisse von Prof. Dr. Chaolin Huang vom chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention in Shandong, der mittels Gensequenz-Analysen, die Ähnlichkeit des neuen Virus mit zwei SARS-ähnlichen Coronaviren nachwies, die von Fledermäusen getragen werden. Über einen Zwischenwirt soll die Übertragung auf den Menschen stattgefunden haben. Eine direkte Übertragung von den Fledermäusen wird eher ausgeschlossen, weil sich die Tiere derzeit in der Winterruhe befinden, die erste Infektion beim Menschen aber Anfang Dezember in Wuhan stattgefunden hat. Auf dem dortigen Seafood Market, der als Ursprung der Aufbereitung gilt, gäbe es keine Fledermäuse.

Neun Menschen hatten sie hier angesteckt. Ein weiterer Kranker bewohnte ein dem Markt nahen Hotel. Die den Erkrankten entnommenen Proben zeigten sich fast 99-prozentig identisch und ließen sich daher einer einzigen Quelle zuordnen. Da sich der Virus vom Wirt über einen vermutlichen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen hat, lässt eine weitere Mutationsfähigkeit vermuten, konstatieren die Forscher der Universität von Shandong.

In weiteren Publikationen im Lancet wurden die Symptome der Pneumonie wie Husten und Fieber bei einer Patientengruppe von 99 Personen klinisch festgestellt. 50 davon hatten Diabetes oder kardio- oder zerebrovaskulären Krankheiten, die eine Infizierung und einen schwereren Krankheitsverlauf des Coronavirus begünstigen. Kinder seien bislang deutlich weniger betroffen als ältere.

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