Virchow-Bund appelliert an niedergelassene Ärzte

„Es ist an der Zeit, Vorkehrungen zu treffen“

In einem dringlichen Appell fordert der Bundesvorsitzende des Virchowbundes Dr. Dirk Heinrich Ärzte dazu auf, Vorkehrungen für die Versorgung der kommenden Wochen zu treffen. Sein Weg: Notfallpläne vor Ort.

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„Wir stehen am Beginn einer exponentiellen Entwicklung“, erklärte Heinrich in einem offenen Brief an alle niedergelassenen Ärzte. In Anbetracht der rasanten Ausbreitung von SARS-COVID-19 in Deutschland und der zu erwartenden Extrembelastung der Gesundheitsversorgung sei es an der Zeit, Vorkehrungen für die kommenden Wochen zu treffen. Alle ärztlichen Fachgruppen – egal ob Haus- oder Fachärzte – seien von der Pandemie an vorderster Front betroffen.

Ärzte müssten sich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Krise in Deutschland nicht ähnliche Zustände wie Norditalien erreichen wird. Dabei komme es jetzt ganz entscheidend auf die Vernetzung aller niedergelassener Kolleginnen und Kollegen vor Ort an. Heinrich: „Wir müssen in allernächster Zeit Ressourcen bündeln und Kapazitäten mit den Krankenhäusern koordinieren.“

Zzwei Patientengruppen, um die es sich zu kümmern gilt:

1. Tatsächlich an COVID-19 erkrankte Patienten

Diese werden, soweit sie nicht hospitalisiert werden müssen, in der Häuslichkeit betreut. Die ärztlichen Besuchsdienste werden damit in Zukunft überfordert sein. Heinrich hält es für sinnvoll, sich zu überlegen, ob diese Patientinnen und Patienten nicht in einigen wenigen Praxen konzentriert werden sollten. Er regt an, dass regional Praxen identifiziert werden, die sich an ein oder zwei Vor- oder Nachmittagen speziell um diese Patienten kümmern. Das reduziere Infektionsmöglichkeiten, schone Ressourcen und spare Schutzausrüstung. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Schutzausrüstung vorhanden sei und die Verteilung über die KV begonnen habe. Hier seien hausärztliche und fachärztliche Praxen gefordert.

2. Chronisch kranke Patienten, die zusätzlich einen positiven Test auf COVID-19 aufweisen oder erkrankt sind und eine Spezialuntersuchung benötigen

Auch diese Patienten stellen laut Heinrich ein Infektionsrisiko dar. Hier seien alle fachärztlichen Disziplinen gefordert. Diese Behandlungen könnten in jedem Fachgebiet auch auf einige Praxen konzentriert werden, die sich an einem oder zwei Vor- oder Nachmittagen um diese Patienten, sofern sie hierzu überwiesen wurden.

Dabei gehe es zum Beispiel um die Durchführung einer Echokardiografie bei einem Herzinsuffizienzpatienten, der entweder an Corona erkrankt oder positiv getestet wurde. Auch hier schlägt Heinrich vor, dass in den Regionen solche Praxen identifiziert werden. Diese Pläne seien dann mit der jeweiligen KV zu koordinieren.

Sollte es zu Zuständen wie in Norditalien kommen, so werden in den Krankenhäusern relativ rasch Kolleginnen und Kollegen ausfallen und auch bis zu 30 Prozent des Pflegepersonals, prognostizierte Heinrich weiter. Da es jetzt schon keine Redundanz beim Personal gebe, werde es darum gehen, Ersatz zu schaffen.

Freigestellte Praxen für den Dienst im Krankenhaus 

Heinrich schlägt vor, vor Ort Notfallpläne aufzustellen, um in einem solchen Fall die ambulante Versorgung insbesondere von fachärztlich versorgten Patienten auf einige Praxen zu konzentrieren, damit andere Praxen für den Dienst im Krankenhaus freigestellt werden können. Dies könne dann in einem rotierenden System so sichergestellt werden, dass jede Praxis in beiden Bereichen zum Einsatz kommt. Er sei sich dabei bewusst, dass auch das zu Ausfällen in der Folge führen werde, erklärte er.

Appell: Vorkehrungen für den Ernstfall treffen

Heinrich wörtlich: „Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie, in Absprache mit Ihren Kollegen vor Ort so schnell wie möglich Vorkehrungen für den in den kommenden Wochen leider zu erwartenden Ernstfall zu treffen. Das bedeutet konkret zusätzlich oder alternativ zu den oben genannten Punkten:

Kontaktieren Sie Krankenhäuser und das zuständige Gesundheitsamt in der Region und hinterlassen Sie Ihre Handynummer, falls in der Klinik, in Abstrich-Zentren oder in ähnlichen Notfalleinrichtungen Ärzte benötigt werden.

  • Informieren Sie die Kassenärztliche Vereinigung und die Landesärztekammer über die geplante Notdienststruktur und bereiten Sie Aushänge zur Information der Patienten in den Praxen vor.
  • Versuchen Sie in Eigenregie, an Schutzausrüstung zu kommen. Nehmen Sie Kontakt zu Herstellern wie Draeger, 3M oder anderen auf. Das können auch Ihre MFA übernehmen. Fragen Sie nach direktem Verkauf an medizinische Leistungserbringer.

Bitte informieren Sie immer die Kassenärztlichen Vereinigungen über Ihre Pläne. Die KVen sind zurzeit schon sehr stark organisatorisch gefordert. Unterstützen Sie die KVen mit Ihren Maßnahmen.“

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