Antrittsrede des neuen WMA-Präsidenten Dr. Leonid Eidelman

Fast die Hälfte aller Ärzte weltweit leidet unter Burn-out

Ärzte auf der ganzen Welt leiden unter einer "Burn-out-Pandemie", warnte der neue Präsident der World Medical Association (WMA), Dr. Leonid Eidelman, in seiner Antrittsrede auf der Generalversammlung am 5. Oktober in Reykjavik.

Der Burn-out gefährdet laut WMA-Präsident Dr. Leonid Eidelman nicht nur die betroffenen Mediziner, sondern die gesamte Gesellschaft, "denn die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung hängt von leistungsfähigen Ärzten ab". terovesalainen_Adobe Stock

Fast die Hälfte der weltweit 10 Millionen Ärzte zeigte Symptome von Burn-out einschließlich emotionaler Erschöpfung, zwischenmenschlichem Rückzug und eines geringen Gefühls der persönlichen Leistung, sagte der ehemalige Präsident der israelischen Ärztekammer. Diese Pandemie - ein "Schlag für die moderne Medizin"- werde unter anderem durch sehr dynamische und sich verändernde Arbeitsbedingungen verursacht.

"Der Burn-out steht für ein Gesundheitssystem, das Ärzte zunehmend überfordert!"

"Der Burn-out von Ärzten ist ein Symptom für ein größeres Problem - ein Gesundheitssystem, das Ärzte zunehmend überfordert und ihre gesundheitlichen Bedürfnisse unterschätzt", betonte Eidelman. Der Burn-out gefährde die Gesellschaft. "Jahrelang folgte die Medizin in der Praxis beständigen Traditionen. Ein Arzt verfügte über ein einzigartiges Wissen, das er zum Wohle der Patienten einsetzen konnte. Diese Art der Interaktion zwischen Arzt und Patient war vorrangig und diente als Grundlage für eine persönliche, fürsorgliche Beziehung. Aber die Kräfte, die die Gesellschaft und die Medizin des 21. Jahrhunderts verändern, zerstören diese Tradition."

Eidelman sagte, er werde sein Jahr als WMA-Präsident der Frage widmen, wie die Medizin 2030 aussieht und welche Rolle Ärzte in der Zukunft spielen. "Ich glaube, dass es für die WMA an der Zeit ist, einen ausgeklügelten, wissenschaftlichen und innovativen Blick in die Zukunft zu werfen und sowohl Ärzten als auch Patienten zu helfen, sich auf die großen Veränderungen in der Medizin in den nächsten zehn Jahren vorzubereiten".

So könnten sie heute schon vorhersagen, dass die zukünftige Welt der Medizin eine Welt der elektronischen Gesundheitsakten, Roboter, künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens sowie hoch entwickelter Kommunikationsmittel sein werde. "Wir können voraussagen, dass Ärzte integrierte Behandlung als Teil multidisziplinärer Teams anbieten und komplexere Aufgaben in einem zunehmend komplexen Arbeitsumfeld übernehmen werden, obwohl die Frage bleibt: Wer wird die Führung dieser Teams übernehmen?"

Die Qualität der Patientenversorgung hängt von leistungsfähigen Ärzten ab

Der Burn-out des Arztes beeinflusse die Qualität der Versorgung negativ und verkürze die Zeit, in der der Arzt praktizieren kann. Dies sei ein großes Problem für die Gesellschaft, denn die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung hänge von leistungsfähigen Ärzten ab.

"Ärzte haben mit einer enormen Arbeitsbelastung zu kämpfen, da sie mit wachsendem Verwaltungsaufwand, steigenden Betriebskosten, neuen Technologien und einer steigenden Ansprüchen seitens der Patienten in puncto Behandlungsmöglichkeiten konfrontiert sind", hob Eidelman hervor. "Ungeachtet zukünftiger Veränderungen wird es Patienten und Ärzte immer geben und wir werden auch weiter unseren Gesellschaftsvertrag einhalten."

"Wir haben jeden Tag das große Privileg, in das Leben unserer Patienten eingeladen zu werden!"

"Wir haben jeden Tag das große Privileg, in das Leben unserer Patienten eingeladen zu werden. Wir sind bei Patienten, wenn sie geboren werden und wenn sie sterben; wir bieten Beratung und Heilung; Wir beugen Krankheiten vor und behandeln und behandeln sie. Unsere Patienten vertrauen uns und wir haben unsere Rolle als ihr Anwalt immer sehr ernst genommen. Es ist Teil unserer Professionalität und wir stellen unsere Patienten in den Mittelpunkt unseres Handelns."

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