Deutscher Zahnärztetag

Festakt zur Eröffnung

In neuem Ambiente, im Theater der Stachelschweine in Berlin, fand heute die Eröffnungsfeier zum standespolitischen Teil des Deutschen Zahnärztetages in Berlin statt.

Drei Schwerpunkte sind aus Engels Sicht für die politischen Diskussionen auf der heutigen Bundesversammlung wichtig: der Trend zur Kommerzialisierung, die Chancen und Risiken der Digitalisierung auch für Zahnärzte und Patienten sowie der steigende Einfluss Europas auf die standespolitische Arbeit.

Die Freiberuflichkeit steht laut Engel auf dem Spiel, wenn sich von kommerziellen Interessen geleitete Fremdinvestoren mit ihren Praxen weiter ausbreiten. Es gelte, Wege zu finden, um die Anforderungen an das Gesundheitswesen und an die Interessen der Zahnärzte mit den Werten der Freiberuflichkeit in Einklang zu halten.

Patientendaten: Wenn kommerzielle Interessen dominieren, muss die Ampel auf Rot schalten

Digitalisierung kann, so Engel, große Chancen für die Versorgung bieten, aber auch zur Gefahr für die Datenhoheit von Patienten werden. "Immer dann, wenn Unternehmen auf solche Daten Zugriff bekommen, die vornehmlich kommerzielle Interessen im Auge haben, muss die Ampel auf Rot schalten," sagte er.

Zum Thema Europa erklärte er: "Wir müssen höllisch aufpassen, das der Kern der Aufgaben der Kammern, nämlich flächendeckend für hohe Qualitätsstandards zu sorgen, nicht mit der Einführung der Verhältnismäßigkeitsprüfung durch Brüssel obsolet wird. Wie groß diese Gefahr ist, sehen wir gerade an den ersten Entwürfen für die Umsetzung der Richtlinie in Landesrecht."

Wissenschaft, Standespolitik und Versorgungsforschung müssen zusammenwirken

Der scheidende Präsident der DGZMK, Prof. Dr. Michael Walther, ging auf die Veröffentlichung im britischen Journal The Lancet vom Sommer ein. Dort wurde betont, die Zahnmedizin des 21. Jahrhunderts befinde sich in ein Krise, sie werde großen Herausforderungen nicht gerecht. Walther betonte die Wichtigkeit des Zusammenwirkens von Wissenschaft und Standespolitik und der Versorgungsforschung. In Bezug auf die neue Zahnärztliche Approbationsordnung appellierte er an die Politik, zu tragfähigen Lösungen für die Umsetzung zu kommen.

Walther ging auch auf aktuelle Arbeiten zu Leitlinien ein, die Entwicklung sei langwierig, der Prozess schwerfällig und der Abdeckungsgrad zu gering. Um hier Defizite aufzufangen, arbeite die DGZMK derzeit an einem sogenannten "Kitteltaschenformat" mit komprimierten Fachinformationen, die für die Praxis bestimmt seien.

Insgesamt, so bilanzierte Walther, blicke er positiv in die Zukunft. DGZMK, BZÄK und KZBV hätten gemeinsam viel erreicht: "Darauf lässt sich aufbauen."

Anlässlich der Eröffnungsfeier fanden auch Ehrungen statt. Der langjährige Hauptgeschäftsführer der Landeszahnärztekammer Bayern, Peter Knüpper, und der langjährige Wissenschaftliche Leiter des Instituts der Deutschen Zahnärzte, Dr. Wolfgang Micheelis, (letzterer krankheitsbedingt abwesend) wurden für ihr besonderes Engagement für den Berufsstand mit der Goldenen Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft ausgezeichnet.

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