Medizinische Versorgungszentren

Fremdinvestoren: Ärzte in Nordrhein warnen vor einer Monopolisierung der ambulanten Versorgung

Durch die sich abzeichnende Monopolbildung von Medizinischen Versorgungszentren könne die Wahlfreiheit für Patienten eingeschränkt werden oder sogar verloren gehen, warnte die rheinische Ärzteschaft am Wochenende auf ihrer Kammerversammlung in Düsseldorf.

Wie die Ärztekammer Nordrhein mitteilt, sind in ihrem Bezirk mittlerweile 35,84 Prozent der nephrologischen Sitze in MVZ angesiedelt, die alle von Konzernen betrieben werden. Bei den Laborärzten sind über 80 Prozent der Sitze in MVZ angesiedelt. Dabei hält ein Unternehmen mit zwei Trägergesellschaften alleine 13,93 Prozent der Sitze. Adobe Stock_Kurhan

Der Kammer zufolge sind in Nordrhein mittlerweile 35,84 Prozent der nephrologischen Sitze in MVZ angesiedelt, die alle von Konzernen betrieben werden. Bei den Laborärzten sind über 80 Prozent der Sitze in MVZ angesiedelt. Dabei hält ein Unternehmen mit zwei Trägergesellschaften alleine 13,93 Prozent der Sitze.

"Die Ausbreitung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in der Hand von kapitalgetriebenen Fremdinvestoren bedroht zunehmend die ambulante, flächendeckende medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. In manchen Regionen, besonders in Großstädten, Ballungsräumen und ländlichen, einkommensstarken Regionen, sind alle oder ein Großteil der Arztsitze einer Fachgruppe in der Hand desselben Konzerns."

Delegiertenversammlung der Ärztekammer Nordrhein, 24. November 2018

Diese Monopolisierung erschwere es den Patienten zunehmend, im Umkreis ihres Wohnorts Zugang zu einer unabhängigen ärztlichen Zweitmeinung zu finden. Außerdem berge der Einstieg kapitalstarker Fremdinvestoren in die gesundheitliche Versorgung die Gefahr einer einer Dominanz wirtschaftlicher Interessen gegenüber medizinischen Belangen, was letztlich zu einem Verlust der ärztlichen Diagnose- und Therapiefreiheit führen könne - einem zentralen Merkmal der ärztlichen Berufsausübung. 

Die Monopolisierung gefährdet Diagnose- und Therapiefreiheit

Die Kammerversammlung begrüßten daher, dass der Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) Maßnahmen ergreifen will, um die voranschreitende Konzernbildung in der ambulanten Versorgung zu begrenzen.

Kassenärztliche Bundesvereinigung

13 Prozent Plus: Der Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) steigt im ärztlichen Bereich auf 2.821 - Rekordniveau!

mehr

Eine Beschränkung sei unbedingt erforderlich, um im Interesse der Patienten den freiberuflichen Charakter der ambulanten ärztlichen Versorgung zu erhalten. "Allerdings können die wenigen bisher im Gesetzentwurf vorgesehenen Maßnahmen für sich genommen die kritischen Entwicklungen nicht eindämmen", stellten die Delegierten fest. Sie fordern den Gesetzgeber deswegen auf, weitere wirksame Regelungen in den Gesetzentwurf aufzunehmen.

Sie unterstützen daher ausdrücklich die im Bundesrat beschlossenen Regelungsvorschläge zur Eindämmung von Konzernstrukturen und Monopolisierung in der ambulanten Versorgung.

Konzerne sollten nicht länger MVZ mit einem auf wirtschaftlich attraktive Leistungen eingeengten Spektrum betreiben dürfen!

„Konzerne dürfen nicht länger die Möglichkeit haben, die Gründungseigenschaft von Krankenhäusern zu missbrauchen, um MVZ ohne fachlichen und regionalen Bezug zu einem Krankenhaus zu gründen“, fordern die rheinischen Ärzte in einem Antrag und führen weiter aus: „Konzerne dürfen nicht länger die Möglichkeit haben, MVZ mit einem auf wirtschaftlich attraktive Leistungen eingeengten Tätigkeitsspektrum zu betreiben.“

Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, wünscht sich darüber hinaus mehr Transparenz. „Es muss für Patienten nachvollziehbar sein, wer sie behandelt und wer die Gesellschafter eines MVZ sind, betonte Henke. „Ich fände es gut, wenn auf dem Briefkopf eines MVZ oder einer Homepage auch steht, wem das MVZ gehört.“

Am 11. Mai tritt das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft. Unsere gesammelte Berichterstattung finden Sie hier.

21901072185395218539621853972170643 2190108 2185398
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare