Verzögerte Corona-Testergebnisse in Bayern

Warnung vor Überlastung der Labore

In Bayern kam es zu massiven Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen. Der ALM e.V. (Akkreditierte Labore in der Medizin) warnt vor einer Überlastung der Labore.

Der ALM e.V. (Akkreditierte Labore in der Medizin) warnt vor einer Überlastung der Labore. Derzeit werden bundesweit pro Woche knapp über eine Million SARS-CoV-2-Tests durchgeführt. Adobe Stock_bizoo_n

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bat heute zur Krisensitzung, SPD und FDP fordern den Rücktritt der bayerischen CSU-Gesundheitsministerin Melanie Huml. Grund ist eine schwere Panne bei Corona-Tests an bayerischen Autobahnen: 44.000 Reiserückkehrer warteten länger als geplant auf ihre Ergebnisse, darunter sind 900 nachweislich positiv getestete Reisende.

Grund für die Verzögerung sind eine unerwartet hohe Nutzung des Test-Angebots und der Umstand, dass die Daten händisch übertragen werden, erklärte Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

ALM e.V. warnte bereits vor drohender Überlastung

Bereits Anfang der Woche hatte ALM e.V. vor zu vielen Tests und einer drohenden Überlastung der Labore gewarnt: „Vorhaben wie in Bayern, die Zahl der Tests pro Woche von 20.000 auf 200.000 zu steigern, sind wenig realistisch und setzen falsche Signale“, sagte Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V. „Auf Kosten aller Bürgerinnen und Bürger werden hier Ressourcen versprochen, ohne die Realisierung konkret zu benennen. Für die Versorgung symptomatischer Patienten, in Krankenhäusern und Pflegeheimen und bei der entscheidenden Aufdeckung der Infektionsketten könnten diese Ressourcen am Ende fehlen.“

Neuer Höchststand bei Tests erreicht

In der vergangenen Woche erreichte die Zahl der PCR-Test mit 655.944 einen neuen Höchststand, im Vergleich zur Vorwoche entspricht das einem Anstieg von 26 Prozent. Jetzt warnt ALM e.V., dass die Labore bundesweit mancherorts bereits am Rand ihrer Leistungsfähigkeit arbeiteten. Die Testkapazitäten seien nicht unbegrenzt steigerungsfähig, da die Lieferungen von Geräten und Testmaterialien aus der In-vitro-Diagnostika-Industrie rationiert und begrenzt seien.

Software-Panne führt in USA zu verzögerten Meldung von 250.000 Testergebnissen

Ein abgelaufenes Sicherheits-Zertifikat hat Ende Juli in Kalifornien zu einer verspäteten Meldung von COVID-19-Fällen geführt. Insgesamt waren von der Panne 250.000 bis 300.000 Laborergebnisse betroffen, heißt es. Zunächst hatte ein Datenausfall dafür gesorgt, dass das Meldesystem keine Laborergebnisse von externen Partnern mehr akzeptierte. Zusammen mit einem abgelaufenen Sicherheits-Zertifikat führte dies zu dem jetzt bekannt gewordenen Melde-Rückstand. Von offizieller Seite hieß es, das System sei nicht für die aktuell erreichten Datenvolumen ausgelegt, weshalb Kalifornien mit dem Aufbau eines neuen Berichtssystems begonnen habe.

Der ALM weist zum wiederholten Male darauf hin, dass die Testkapazitäten sinnvoll eingesetzt werden sollten. „Wir sollten PCR-Tests durchführen, die prioritär medizinisch notwendig und im Sinne einer guten Prävention nützlich sind. Das ist die zentrale Aufgabe der Pandemieeindämmung. Auf keinen Fall sollten wir die gut etablierten flächendeckenden Strukturen der fachärztlichen Labore dauerhaft überlasten“, sagt Müller. Derzeit liege die Testkapazität bundesweit bei knapp über einer Million SARS-CoV-2-Tests pro Woche.

Forderung nach mehr Aufklärungsarbeit

Prof. Jan Kramer, Vorstand im ALM e.V., warnt: „Die Zahl falsch negativer und statistisch gesehen auch die falsch-positiver Befunde steigt sogar mit der Zahl der Tests, insbesondere bei der Massenuntersuchung völlig asymptomatischer Personen. Wir sehen schon heute, dass Reiserückkehrer bei der Ankunft zwar einen negativen Test aufweisen, ein paar Tage später jedoch symptomatisch getestet werden. Solche massenhaften anlasslosen Tests wiegen die Menschen nur in falscher Sicherheit.“ Er fordert stattdessen die Einhaltung der „AHA-Regel“, also Abstand halten, Hygieneregeln einhalten und Alltagsmaske konsequent tragen. „Hier könnte noch viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden“, so Kramer.

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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