DGB-Ausbildungsreport 2017

ZFA: Die 5 größten Probleme der Azubis

Überstunden, kein Ausbildungsplan, ausbildungsfremde Tätigkeiten: Der DGB-Ausbildungsreport zeigt, wo es bei der Lehre in den Betrieben hakt - und benennt damit auch die 5 größten Probleme in Zahnarztpraxen.

Mehr als jeder zehnte Azubi verrichtet ausbildungsfremde Tätigkeiten, über ein Drittel schiebt Überstunden oder hat keinen Ausbildungsplan. Der neue DGB-Ausbildungsreport zeigt, wo es in den Betrieben hakt. Fotolia_Peter Atkins

Problem 1: Das Führen des Berichtshefts

Mehr als die Hälfte der angehenden ZFA (53,1 Prozent) gibt an, dass sie "nie" während der Ausbildungszeit das Berichtsheft führen. Ähnlich desolat sieht es bei Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk (52,6 Prozent) und Verkäufern (54 Prozent) sowie den MFA (51,9 Prozent) aus. Bei den künftigen Bankkaufleute sind es dagegen nur 3,7 Prozent  bei den Fachinformatikern 5,1 Prozent.

Hintergrund: Der Arbeitgeber muss den Azubis in ihrer Arbeitszeit die Möglichkeit geben, das Berichtsheft zu führen, weil es integraler Bestandteil der Ausbildung ist. Trotz dieser eindeutigen Regelung gab über ein Drittel der Auszubildenden an, ihren Ausbildungsnachweis "nie" während der Ausbildungszeit zu führen, weitere 8,1 Prozent machen dies nur "selten". Starke Unterschiede sind hier (siehe oben) zwischen den einzelnen Berufen festzustellen.

 

Copyright für alle Tabellen: DGB-Ausbildungsreport 2017

Problem 2: Überstunden

Nur jeweils knapp die Hälfte der Zahnmedizinischen Fachangestellten (43,7 Prozent), der angehenden Friseure (45 Prozent) sowie der Medizinischen Fachangestellten (49,3 Prozent) gaben an, einen Ausgleich für geleistete Überstunden zu erhalten.

In anderen Ausbildungsberufen hingegen ist der Ausgleich von Überstunden gängige Praxis: So bekommen jeweils mehr als vier Fünftel der angehenden Mechatroniker (83,2 Prozent), Zerspanungsmechaniker (82,6 Prozent) und Industriekaufleute (82,8 Prozent) ihre Überstunden entweder in Form eines Freizeitausgleichs oder finanziell vergütet. Auch die Fachinformatiker (82 Prozent), Bankkaufleute (80,9 Prozent) und Industriemechaniker (80,7 Prozent) sind hier weiterhin in der Spitzengruppe vertreten.

Hintergrund: Oft regeln Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen, wie mit dem Ausgleich von Überstunden umgegangen werden soll. Wo sie fehlen, scheuen sich Auszubildende häufig, den Ausbilder darauf anzusprechen. Hinzu kommt, dass Überstunden in einigen Berufen als "normal" angesehen werden und dies dann auch für Auszubildende gilt.

Problem 3: Über- oder Unterforderung

Am häufigsten überfordert fühlen sich mit 19,5 Prozent die ZFA, der höchste Anteil einer Unterforderung entfällt auf die Kaufleute im Einzelhandel (18,2 Prozent).

Viele Auszubildende, die sich weder unter- noch überfordert sehen, finden sich insbesondere bei den angehenden Mechatronikern (86,9 Prozent), Zerspanungsmechanikern (86,1 Prozent), Industriemechanikern (83,5 Prozent) sowie Bank- und Industriekaufleuten (84,7 bzw. 84 Prozent). Unter den Auszubildenden, die "unzufrieden" oder "sehr unzufrieden" sind, sinkt der Anteil derer, die sich weder unter- noch überfordert fühlen, auf 43,3 Prozent. 24,9 Prozent klagen über eine Überforderung und 31,9 Prozent über eine Unterforderung.

Hintergrund: Eine mögliche Über- oder Unterforderung kann ebenfalls Einfluss auf die Ausbildungszufriedenheit haben. Unter den Azubis, die insgesamt "sehr zufrieden" oder "zufrieden" sind, fühlen sich 86,1 Prozent weder unter- noch überfordert. Am wenigsten zufrieden waren Friseure (67,9 Prozent) sowie die Zahnmedizinischen Fachangestellten (69,1 Prozent).

 


Problem 4: Abschalten in der Freizeit

Mit (43,7 Prozent) haben angehende ZFA überdurchschnittlich häufig Probleme, in ihrer Freizeit abzuschalten. Bei den Friseuren sagt dies sogar fast jeder Zweite (47,1 Prozent). Dagegen klagt von den Mechatronikern (8,8 Prozent), Industriekaufleuten (9,7 Prozent) und Industriemechanikern (10,9 Prozent) nur etwa jeder Zehnte, dass er "immer" oder "häufig" Probleme bei der Erholung hat

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Problem 5: Ausbildung im Traumjob

Nur knapp jeder Fünfte unter den Zahnmedizinischen Fachangestellten (19,1 Prozent) und Verkäufern (19,9 Prozent) gab an, eine Ausbildung im Wunschberuf zu absolvieren. 

Hintergrund: Jungen Männern (35,7 Prozent) gelingt es anscheinend häufiger, in ihrem Wunschberuf unterzukommen als jungen Frauen (29,5 Prozent). Für diese stellt ihr aktueller Ausbildungsberuf viel häufiger eine Alternative, die sie eigentlich nicht geplant hatten (25,4 Prozent gegenüber 17,2 Prozent bei den männlichen Auszubildenden), oder sogar eine Notlösung (7,2 Prozent gegenüber 6,4 Prozent) dar.

Demnach ergreifen junge Frauen in der dualen Ausbildung überdurchschnittlich häufig Ausbildungsberufe, die nicht unbedingt ihren ursprünglichen Interessen entsprechen. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass viele der Ausbildungsberufe, die bei jungen Frauen vermeintlich beliebt sind, von den Befragten nicht als Wunschberuf bezeichnet werden. So gaben nur 5,9 Prozent der angehenden Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk an, eine Ausbildung im Wunschberuf zu absolvieren.


Der aktuelle Ausbildungsreport 2017 der DGB Jugend erscheint zum 12. Mal, dieses Jahr mit dem Schwerpunkt "Qualität der Berufsschule". An der repräsentativen Befragung haben sich 12.191 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 häufigsten Ausbildungsberufen beteiligt.

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