Indische Studie

Führt Zahnverlust zu Demenz?

Eine indische Forschergruppe konnte einen direkten Zusammenhang zwischen Zahnverlust und Demenzerkrankungen herstellen.

Indische Forscher konnten belegen: Ein geringer Rest-Zahnbestand trat bei den Probanden zusammen mit einer erhöhten Schwere der Demenzerkrankung auf. Adobe Stock_ beeboys

Insgesamt wurden 300 Patienten im Alter von 50 bis 80 Jahren, davon war der Anteil von Männern höher als Frauen, mit positiver Demenz-Anamnese einer Untersuchung im Neurology Department of Kalinga Institute of Medical Sciences in Bhubaneswar (Indien) unterzogen.

Bei einer Demenz handelt es sich um ein chronisches Syndrom, dessen Leitsymptom eine Gedächtnisstörung darstellt. Die Einstufung des Schweregrades der Erkrankung wurde in dieser Studie anhand der „Mini-Mental Status Examination“ (MMSE) vorgenommen. Diese Untersuchung beinhaltet unter anderem die Prüfung von Orientiertheit, Sprachverständnis, Erinnerungsvermögen sowie motorischer Fähigkeiten.

Es erfolgte eine Einschätzung in Punktwerten. Je niedriger das Gesamtergebnis ausfiel, desto schwerer wurde der Grad der Demenz eingestuft. Zugleich wurde die Anzahl der verbliebenen Zähne eines jeden Patienten dokumentiert.

Der Zahnverlust wurde in dieser Studie als stellvertretender Parameter für das Vorliegen beziehungsweise den Schweregrad einer Parodontitis verwendet. Als weitere Faktoren wurden unter anderem der sozioökonomische Status und der Bildungsstand erhoben.  

Die Forschergruppe konnte unabhängig vom Alter der Probanden einen direkten, statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Anzahl der verbliebenen Zähne und dem MMSE-Score evaluieren. Dies bedeutet konkret: Ein geringer Rest-Zahnbestand trat zusammen mit einer erhöhten Schwere der Demenzerkrankung auf.

Das Ergebnis untermauert die bisherigen Theorien bezüglich des Zusammenhangs von parodontalen Erkrankungen und Demenz. Diese beschreiben, dass die im Rahmen einer parodontalen Erkrankung in erhöhten Plasmakonzentrationen nachweisbaren Entzündungsmediatoren und Lipopolysaccharide Immunreaktionen hervorrufen, die schließlich „zum Tod von Nervenzellen und möglichem Gedächtnisverlust führen können“, wie die Autoren schreiben.

Auch erhöhte Konzentrationen des Bakteriums Porphyromonas gingivalis sowie erhöhte β-Amyloid Konzentrationen und dadurch verstärkte vaskuläre Schäden scheinen in der Entwicklung einer Demenzerkrankung eine kausale Rolle zu spielen.

Zudem konnte in der vorliegenden Studie eine Verknüpfung zwischen einem niedrigen sozioökonomischen Status sowie Bildungsgrad und einer Demenz hergestellt werden. Als mögliche Ursache führen die Autoren an, dass ein niedrigerer Bildungsgrad mit einem geringeren Gesundheitsbewusstsein verknüpft sei.

Ranjan R, Rout M, Mishra M, Kore SA (2019). Tooth loss and dementia: An oro-neural connection. A cross-sectional study. Journal of Indian Society of Periodontology, 23(2), 158.

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