Zahnmedizin

"Mitarbeiter gesucht!"

Niedergelassenen Zahnärzten fällt es zunehmend schwer, Auszubildende oder qualifizierte Mitarbeiter für das Praxisteam zu finden. Über die Ursachen und mögliche Lösungsansätze diskutierten Zahnärzte auf dem Sommerkongress auf Usedom.

"Wir haben vielseitige und anspruchsvolle Arbeitsplätze in unseren Praxen zu vergeben und halten für unsere Mitarbeiter individuelle Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bereit." Die FVDZ-Vorsitzende Kerstin Blaschke im Gespräch mit dem Präsidenten der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Michael Brandt. Fotostudio Messlin, Bansin

"Ein interessantes und verantwortungsvolles Aufgabengebiet und individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen Perspektiven und sind gute Werbung - für den Beruf und für Sie als Arbeitgeber", sagte Janina Vandersee vom Verband medizinischer Fachberufe (VmF), hier mit Heiko Miraß von der Arbeitsagentur Greifswald. Fotostudio Messlin, Bansin

Die FVDZ-Vorsitzende Kerstin Blaschke sprach auf dem Kongress am 19. Juni in Heringsdorf mit Janina Vandersee, Vertreterin vom Verband medizinischer Fachberufe (VmF), Dr. Michael Brandt, Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, und Heiko Miraß, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Greifswald.

"Frauen wünschen sich einen Job mit Zukunft"

Vandersee vom VmF-Landesverband Nord kennt die Probleme der Zahnärzte, geeignetes Personal zu finden. Ihr Appell an den Berufsstand: „Die jungen Frauen wünschen sich einen Job mit Zukunft. Ein interessantes und verantwortungsvolles Aufgabengebiet und individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen Perspektiven und sind gute Werbung - für den Beruf und für Sie als Arbeitgeber.“

Brandt berichtete über das Engagement der Zahnärztekammern, die unter anderem in den Berufsschulen präsent sind oder auf Messen für das Berufsbild der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) werben. Brandt bekräftigte aber auch, dass der Fachkräftemangel facettenreich sei und es weiterer Anstrengungen bedürfe, um dem Prozess entgegenzuwirken.

"Große Konkurrenz beim Werben um die klügsten Köpfe"

Die Folgen des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt stellte Agenturchef Heiko Miraß dar. So gebe es in seinem Bundesland immer weniger Schulabsolventen, diese hätten die Wahl zwischen 164 Ausbildungsberufen. Entsprechend groß sei die Konkurrenz zwischen den Arbeitgebern beim Werben um die klügsten Köpfe. Da müsse das Gesamtpaket stimmen, zu dem unter anderem die Arbeitsbedingungen oder die Bezahlung gehören.

„Wir haben vielseitige und anspruchsvolle Arbeitsplätze in unseren Praxen zu vergeben und halten für unsere Mitarbeiter individuelle Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bereit“, bilanzierte Blaschke. Diese Botschaft müsse allerdings auch beim potenziellen Bewerber ankommen.

Blaschke: "Beim Kampf gegen den Fachkräftemangel müssen wir deshalb alle an einem Strang ziehen und gemeinsam nach praktikablen Lösungen suchen. Der FVDZ bietet dabei seine Expertise und Unterstützung an.“  


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