Repetitorium: Kopf-Hals-Tumore

Entscheidend ist die frühe Diagnose

Bei nicht schmerzhaften Veränderungen der Schleimhaut im Mund oder im Rachen, aber auch bei schmerzhaften Schwellungen und anhaltenden Ulzerationen oder bei einem Fremdkörpergefühl im Hals, bei Heiserkeit oder Schluckstörungen muss ein Tumor als Ursache erwogen werden – hier ist auch der Zahnarzt gefordert. Die Behandlung mit Radiatio führt posttherapeutisch häufig zu pathologischen Veränderungen der normalen oralen Flora.

Plattenepithelkarzinom der links-lateralen Zungenseite, das primär als Ulkus aufgrund einer Reizung durch die ipsilateral vorliegende scharfe Zahnkante diagnostiziert wurde © P. Kämmerer

Radioosteonekrose als Folge einer Bestrahlung aufgrund eines Plattenepithelkarzinoms des Mundbodens © P. Kämmerer
Enorale Ulcera als direkte Folge der Radiatio bei einem Plattenepithelkarzinom des Hartgaumens © P. Kämmerer

Zu den Kopf-Hals-Tumoren zählt eine ganze Reihe verschiedener Tumore wie die Karzinome der Mundhöhle, die Karzinome des Kehlkopfes sowie die Tumore der Speicheldrüsen. Auch auf andere Kopf-Hals-Tumore sollte der Zahnarzt ein Auge haben, beispielsweise auf Tumore im Bereich der Nase, der Nasennebenhöhlen und des äußeren Halses wie etwa ein Schilddrüsenkarzinom.

Epidemiologie

Konkrete Zahlen zur Inzidenz und zur Prävalenz der Kopf-Hals-Tumore fehlen bislang. Weltweit gelten sie als die sechsthäufigsten Malignome. In Deutschland liegt die Häufigkeit Schätzungen zufolge bei jährlich 50 Fällen pro 100.000 Einwohner. In aller Regel handelt es sich dabei um Plattenepithelkarzinome. Eher selten liegt – wie etwa bei den Speicheldrüsenkarzinomen – ein Adenokarzinom vor.

Frauen sind insgesamt deutlich seltener betroffen als Männer, bei denen diese Tumore hinsichtlich der Häufigkeit sogar an fünfter Stelle aller Krebserkrankungen stehen. Ein Anstieg der Inzidenz von Kopf-Hals-Tumoren wird vor allem bei älteren Menschen und bei jungen Frauen gesehen.

Mundhöhlenkarzinom: Von besonderem Interesse für den Zahnarzt sind die Tumore in Mundhöhle und Rachen, die etwa fünf Prozent der malignen Tumore ausmachen. Die Malignome können an der Innenwange, am retromolaren Dreieck, am Alveolarfortsatz, am harten Gaumen und an der Vorderfläche des weichen Gaumens entstehen, an der vorderen Zunge, am Mundboden, am Vestibulum und am nicht keratinisierten Lippenrot.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) erkranken jährlich hierzulande rund 9.900 Männer und 3.900 Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt beim Mann 61, bei der Frau 65 Jahre. Dabei sind die Erkrankungs- und Sterberaten seit der Jahrtausendwende bei Männern rückläufig, während bei Frauen weiterhin ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist.

Aus den USA wird hingegen eine generell zunehmende Inzidenz beim Mund-Rachen-Krebs (Oropharyngealkarzinom) gemeldet bei zugleich jedoch vergleichsweise guter Prognose. Die Daten stammen aus einem großen amerikanischen Krebsregister und zeigen einen Anstieg der Häufigkeit von Mund-Rachen-Krebs von 1975 bis 2012 um fast 63 Prozent. Besonders stark war der Anstieg bei Männern, Weißen und jüngeren Personen. Gleichzeitig besserte sich die 5-Jahres-Überlebensrate bei Männern wie Frauen und vor allem bei Patienten jenseits des 30. Lebensjahres. 

Kehlkopfkarzinom: Vergleichsweise häufig ist mit einer Neuerkrankungsrate von 3.300 bei Männern und 600 Fällen bei Frauen pro Jahr der Kehlkopfkrebs. Er ist mit 30 bis 40 Prozent das häufigste Kopf-Hals-Karzinom. Männer sind auch bei diesem Tumor sehr viel häufiger betroffen als Frauen, bei denen die Inzidenz allerdings zunimmt, was auf das veränderte Rauchverhalten zurückzuführen sein dürfte. Kehlkopfkarzinome lassen sich entsprechend ihrer Lage zu den Stimmlippen unterteilen in supraglottische, glottische und subglottische Karzinome. Dabei entstehen 60 bis 70 Prozent der Tumore im Stimmbandbereich und 30 bis 40 Prozent im supraglottischen Bereich, während die rein subglottischen Tumore vergleichsweise selten sind. Vor allem die glottischen Karzinome führen meist schon im Frühstadium zu Heiserkeit, was die Chancen der Früherkennung erhöht. Die Prognose früh erkannter Kehlkopfkarzinome ist sehr gut. Hat der Tumor die Organgrenzen jedoch bereits verlassen oder ist schon metastasiert, sind die Chancen einer vollständigen Heilung zwangsläufig schlechter.

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