Eine interdisziplinäre Herausforderung

Überzählige Zähne im Ober- und Unterkiefer I

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CME-
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Abbildungen 1 bis 3: Überzähliger Milchzahn 52+ bei einem knapp achtjährigen Knaben mit verzögertem Durchbruch der bleibenden Oberkieferfronzähne. In der digitalen Volumentomografie erkennt man zudem einen überzähligen lateralen Schneidezahn 12+ (1: frontale Ansicht;) © Mossaz et al
Abbildungen 1 bis 3: Überzähliger Milchzahn 52+ bei einem knapp achtjährigen Knaben mit verzögertem Durchbruch der bleibenden Oberkieferfronzähne. In der digitalen Volumentomografie erkennt man zudem einen überzähligen lateralen Schneidezahn 12+ (2: okklusale Ansicht) © Mossaz et al
Abbildungen 1 bis 3: Überzähliger Milchzahn 52+ bei einem knapp achtjährigen Knaben mit verzögertem Durchbruch der bleibenden Oberkieferfronzähne. In der digitalen Volumentomografie erkennt man zudem einen überzähligen lateralen Schneidezahn 12+ (3a: 3-dimensionale Bildrekonstruktion, Ansicht von bukkal) © Mossaz et al
Abbildungen 1 bis 3: Überzähliger Milchzahn 52+ bei einem knapp achtjährigen Knaben mit verzögertem Durchbruch der bleibenden Oberkieferfronzähne. In der digitalen Volumentomografie erkennt man zudem einen überzähligen lateralen Schneidezahn 12+ ( 3b: 3-dimensionale Bildrekonstruktion, Ansicht von oral). © Mossaz et al
Abbildung 4: Multiple überzählige Zähne im Ober- und Unterkiefer bei einem knapp 21-jährigen Patienten. Im Oberkiefer finden sich Distomolaren beidseits, im Unterkiefer überzählige Prämolaren beidseits. © Mossaz et al
Abbildungen 5: Mesiodens bei einem 14-jährigen Patienten, welcher als radiologischer Zufallsbefund vor kieferorthopädischer Behandlung diagnostiziert wurde (Panoramaschichtaufnahme). © Mossaz et al
Abbildungen 6: Mesiodens bei einem 14-jährigen Patienten, welcher als radiologischer Zufallsbefund vor kieferorthopädischer Behandlung diagnostiziert wurde ( Aufbissröntgenbild). © Mossaz et al
Abbildung 7: Im Rahmen eine kieferorthopäsischen Therapie zufällig diagnostizierter überzähliger Prämolar (35+) im linken Unterkiefer bei einer 14,5-jährigen Patientin. Als weiterer relevanter Befund lassen sich Zahnkeime von Distomolaren im Unterkiefer beidseits (sogenannte „9er“) erkennen. © Mossaz et al
Abbildung 8: 17-jähriger Knabe mit überzähligen Distomolaren (sogenannte „9er“) im Oberkiefer beidseits und im Unterkiefer links, welche während einer kieferorthopädischen Therapie zufällig diagnostiziert und zur Entfernung überwiesen wurden. © Mossaz et al
Abbildung 9: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens)mit einer konischen Form bei einem 14-Jährigen (a: koronales Schnittbild der digitalen Volumentomografie). © Mossaz et al
Abbildung 9: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens)mit einer konischen Form bei einem 14-Jährigen (b: sagittaler Schnitt) c: dreidimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al
Abbildung 9: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens)mit einer konischen Form bei einem 14-Jährigen (c: dreidimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al
Abbildung 10: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens) vom tuberkulären (höckerförmigen) Typ bei einem zwölfjährigen Knaben (3-dimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al
Abbildung 11: Überzähliger Zahn im Prämolarenbereich des linken Unterkiefers (34+) mit identischer Zahnform bei einem 23-jährigen Patienten (a: sagittales Schnittbild der digitalen Volumentomografie). © Mossaz et al
Abbildung 11: Überzähliger Zahn im Prämolarenbereich des linken Unterkiefers (34+) mit identischer Zahnform bei einem 23-jährigen Patienten (b: koronaler Schnitt). © Mossaz et al
Abbildung 11: Überzähliger Zahn im Prämolarenbereich des linken Unterkiefers (34+) mit identischer Zahnform bei einem 23-jährigen Patienten (c: 3-dimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al
Abbildung 12: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit einer konischen Form sowie ein zusammengesetztes Odontom disto-kaudal dieses überzähligen Zahnes bei einem 14-jährigen Knaben (a: koronales Schnittbild der digitalen Volumentomographie) © Mossaz et al
Abbildung 12: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit einer konischen Form sowie ein zusammengesetztes Odontom disto-kaudal dieses überzähligen Zahnes bei einem 14-jährigen Knaben (b: sagittaler Schnitt) © Mossaz et al
Abbildung 12: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit einer konischen Form sowie ein zusammengesetztes Odontom disto-kaudal dieses überzähligen Zahnes bei einem 14-jährigen Knaben (c: axialer Schnitt) © Mossaz et al
Abbildung 12: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit einer konischen Form sowie ein zusammengesetztes Odontom disto-kaudal dieses überzähligen Zahnes bei einem 14-jährigen Knaben (d: 3-dimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al
Abbildungen 13 bis 15: Behinderung und deutliche Verzögerung der normalen Eruption der zentralen Inzisiven im Oberkiefer aufgrund überzähliger Zähne (11+ und 21+) bei einer knapp neunjährigen Patientin (13: Panoramaschichtaufnahme). © Mossaz et al
Abbildungen 13 bis 15: Behinderung und deutliche Verzögerung der normalen Eruption der zentralen Inzisiven im Oberkiefer aufgrund überzähliger Zähne (11+ und 21+) bei einer knapp neunjährigen Patientin (14: extraorale Ansicht). © Mossaz et al
Abbildungen 13 bis 15: Behinderung und deutliche Verzögerung der normalen Eruption der zentralen Inzisiven im Oberkiefer aufgrund überzähliger Zähne (11+ und 21+) bei einer knapp neunjährigen Patientin (15: intraorale Ansicht). © Mossaz et al
Abbildungen 16 und 17: Rotation und Lageverschiebung der Oberkieferschneidezähne sowie ein ausgeprägtes Diastema centrale aufgrund eines teils durchgebrochenen Mesiodens bei einem achtjährigen Patienten (16: frontale Ansicht). © Mossaz et al
Abbildungen 16 und 17: Rotation und Lageverschiebung der Oberkieferschneidezähne sowie ein ausgeprägtes Diastema centrale aufgrund eines teils durchgebrochenen Mesiodens bei einem achtjährigen Patienten (17: okklusale Ansicht). © Mossaz et al
Abbildung 18: Überzähliger Zahn (34+) im Prämolarenbereich des linken Unterkiefers mit radiologisch erkennbarer Wurzelresorption mesial beim Zahn 35 bei einem 39-jährigen Patienten (a: sagittales Schnittbild der digitalen Volumentomografie). © Mossaz et al
Abbildung 18: Überzähliger Zahn (34+) im Prämolarenbereich des linken Unterkiefers mit radiologisch erkennbarer Wurzelresorption mesial beim Zahn 35 bei einem 39-jährigen Patienten (b: axialer Schnitt). © Mossaz et al
Abbildung 19: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit zystischer Erweiterung des Zahnsäckchens und radiologisch erkennbarer Resorption der mesialen Wurzel von 11 bei einem 46-jährigen Patienten (a: koronales Schnittbild der digitalen Volumentomographie). © Mossaz et al
Abbildung 19: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit zystischer Erweiterung des Zahnsäckchens und radiologisch erkennbarer Resorption der mesialen Wurzel von 11 bei einem 46-jährigen Patienten (b: sagittaler Schnitt). © Mossaz et al
Abbildung 19: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit zystischer Erweiterung des Zahnsäckchens und radiologisch erkennbarer Resorption der mesialen Wurzel von 11 bei einem 46-jährigen Patienten (c: axialer Schnitt). © Mossaz et al
Abbildung 19: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (21+) mit zystischer Erweiterung des Zahnsäckchens und radiologisch erkennbarer Resorption der mesialen Wurzel von 11 bei einem 46-jährigen Patienten (d: 3-dimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al
Abbildung 20: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens) mit einer konischen Form bei einem elfjährigen Mädchen mit Durchbruch in die Nasenhöhle (a: koronales Schnittbild der digitalen Volumentomographie). © Mossaz et al
Abbildung 20: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens) mit einer konischen Form bei einem elfjährigen Mädchen mit Durchbruch in die Nasenhöhle (b: sagittaler Schnitt). © Mossaz et al
Abbildung 20: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens) mit einer konischen Form bei einem elfjährigen Mädchen mit Durchbruch in die Nasenhöhle (c: axialer Schnitt). © Mossaz et al
Abbildung 20: Überzähliger Zahn im Oberkieferfrontbereich (Mesiodens) mit einer konischen Form bei einem elfjährigen Mädchen mit Durchbruch in die Nasenhöhle (d: 3-dimensionale Bildrekonstruktion). © Mossaz et al

Zusammenfassung

Überzählige Zähne können in der primären oder permanenten Dentition auftreten und kommen im Ober- oder Unterkiefer vor. Basierend auf der Lage unterscheidet man bei überzähligen Zähnen zwischen Mesiodens, einem zusätzlichen seitlichen Schneidezahn, Eckzahn, Prämolar, Paramolar und Distomolar. Bei überzähligen Zähnen werden zudem vier morphologische Typen unterschieden: konisch, tuberkulär (höcker- förmig), überzählige Zähne mit identischer Zahnform und Odontom.

Überzählige Zähne können lange Zeit asymptomatisch bleiben und werden daher nicht selten erst zufällig diagnostiziert. Es werden aber auch eine Vielzahl an möglichen klinischen Komplikationen wie Zahndurchbruchstörungen, Lageverschiebungen/Rotationen sowie Wurzelresorptionen an benachbarten Zähnen und auch Zystenbildung in der Literatur beschrieben. Eine Wurzelresorption an Nachbarzähnen wird in bis zu 22,8 Prozent der Fälle im entsprechenden Röntgenbild beobachtet, wobei besonders häufig überzählige Prämolaren zu Resorptionen führen.

Schlussfolgerungen

 

Überzählige Zähne können in der primären oder permanenten Dentition auftreten und kommen in allen Regionen des Ober- oder Unterkiefers vor. Zusammenfassend lassen sich folgende Punkte zu Epidemiologie, Ätiologie, Klassifikation und mögliche Komplikationen bei überzähligen Zähnen für den Praktiker festhalten:

• Für überzählige Zähne wurden Prävalenzen im Bereich von 0,07 Prozent bis 0,6 Prozent für das Milchgebiss und von 0,3 Prozent bis 3,2 Prozent für die bleibenden Zähne mit deutlichen Variationen publiziert.

• Überzählige Zähne sind häufiger bei Männern als bei Frauen, wobei ein Geschlechterverhältnis von 1,18:1 bis 4,5:1 angegeben wird.

• Die Ätiologie überzähliger Zähne ist immer noch unklar, es werden aber mehrere Theorien wie Atavismus, Zweiteilung der Zahnkeime, Hyperaktivität der dentalen Lamina und genetische oder Umweltfaktoren diskutiert.

• Basierend auf der Lage unterscheidet man bei überzähligen Zähnen zwischen Mesiodens, einem zusätzlichen Schneidezahn (zentral oder lateral), Eckzahn, Prämolar, Paramolar und Distomolar. Mesiodentes werden am häufigsten diagnostiziert, wobei über Prozentsätze zwischen 38,8 Prozent bis 86,3 Prozent der überzähligen Zähne berichtet wurde.

• Bei überzähligen Zähnen werden vier morphologische Typen unterschieden: konisch, tuberkulär (höckerförmig), überzählige Zähne mit identischer Zahnform und das Odontom. Der überzählige Zahn vom konischen Typ ist ein kleiner, zapfenförmiger Zahn und der häufigste im bleibenden Gebiss.

• Überzählige Zähne können zu diversen klinischen Komplikationen wie Zahndurchbruchstörungen, Lageverschiebungen/Rotationen sowie Wurzelresorptionen an benachbarten bleibenden Zähnen und auch zu einer Zystenbildung führen. Wurzel- resorptionen an Nachbarzähnen werden in bis zu 22,8 Prozent der Fälle im entsprechenden Röntgenbild diagnostiziert, wobei dies besonders häufig bei überzählige Prämolaren beobachtet wurde.

Dr. Jessica Mossaz, Prof. Dr. Christos Katsaros
Klinik für Kieferorthopädie, Zahnmedizinische Kliniken d. Universität Bern
Freiburgstrasse 7, 3010 Bern

Prof. Dr. Michael M. Bornstein. Dr. Valérie G. A. Suter
Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie, Zahnmedizinische Kliniken d. Universität Bern
Freiburgstrasse 7, 3010 Bern, michael.bornstein@zmk.unibe.ch

 

Hier geht's zum zweiten Teil des Artikels, der sich mit der Diagnostik und den therapeutischen Konzepten beschäftigt

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