Leitlinie zur instrumentellen zahnärztlichen Funktionsanalyse – Teil 1

Instrumentelle Bewegungsanalyse 1

Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) hat in vier Kapiteln eine S2k-Leitlinie zur instrumentellen zahnärztlichen Funktionsanalyse erstellt. Die wichtigsten Informationen finden Sie hier zusammengefasst, beginnend mit dem ersten Kapitel zu den kinematischen Aspekten des Unter-kiefers: der instrumentellen Bewegungsanalyse.

Abbildung 1: Beispiel für ein gelenknah und berührungshaft messendes System zur Bewegungsaufzeichnung des Unterkiefers (hier: Cadiax compact, Fa. Gamma Dental, mit Artex Gesichts- bogen, Fa. Ammann Girrbach). © Ahlers

Abbildung 2: Beispiel für ein okklusionsebenennah und berührungslos messendes System zur Bewegungsaufzeichnung des Unterkiefers (hier: Jaw Motion Analyser JMA, Fa. Zebris Medical). © Ahlers

Unter dem Begriff der instrumentellen Funktionsanalyse werden Untersuchungsmethoden verstanden, die mittels spezieller Instrumente und Geräte eine quantitative und qualitative Beurteilung der Funktion des kraniomandibulären Systems ermöglichen.

Neben der Bezeichnung „Funktionsstörung des Kausystems“ sind die Begriffe „craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)“ und „temporomandibular disorder (TMD)“ gebräuchlich. Während bei der CMD eher die Dysfunktion im Fokus steht, ist bei der TMD der Schmerz zentral [Hugger et al., 2016].

Die instrumentelle Bewegungsanalyse stellt eine zahnärztliche Untersuchungsmethode dar, die die Unterkiefer-Bewegungsfunktion eines Patienten mit speziellen Messsystemen („Registriersystemen“) erfasst. Die Aufzeichnungen, die neben eigentlichen Bewegungsabläufen auch den Vergleich verschiedener Unterkiefer-Positionen umfassen können, werden nach der Untersuchung vom Zahnarzt analysiert und interpretiert. Seine Schlussfolgerungen betreffen einerseits die funktions- und strukturbezogene Diagnostik des Kausystems, andererseits die okklusionsbezogene und die zahnärztlich-restaurativ orientierte Therapieplanung, Therapiegestaltung wie Rehabilitation.

Bei extraoraler Applikation zeichnen die verschiedenen praxistauglichen elektronischen Messsysteme Unterkieferbewegungen mithilfe entsprechender Sensoren gelenknah (kondylennah), inzisalnah oder okklusionsebenennah auf. Folgende Systemgruppen lassen sich unterscheiden:

• Gruppe 1: gelenkfern/inzisalnah messende Systeme

• Gruppe 2: gelenknah und berührungshaft messende Systeme (Abbildung 1)

• Gruppe 3: gelenknah und berührungslos messende Systeme

• Gruppe 4: okklusionsebenennah und berührungslos messende Systeme (Abbildung 2).

Bei Erfassung aller sechs Freiheitsgrade sind diese Systeme in der Lage, auf beliebige Punkte des Unterkiefers umzurechnen [Hugger, 2000; Kordaß, 1996]

Ziele der instrumentellen Bewegungsanalyse

Die instrumentelle Bewegungsanalyse soll Informationen liefern zu:

• patientenindividuellen Werten mit dem Ziel, zahnärztliche Maßnahmen und zahntechnische Prozesse auf funktionell individuelle Gegebenheiten des Patienten auszurichten und zu optimieren (sogenannte individuelle Artikulatoreinstellung, Artikulatorprogrammierung beziehungsweise Bewegungssimulation).

• der Präzisierung dysfunktioneller bewegungsbezogener Erscheinungsformen im Rahmen funktionsorientierter Diagnostik (Funktionsdiagnostik): Im diagnostischen Prozess dient die instrumentelle Bewegungsanalyse als weiterführendes Unter-suchungsverfahren für zusätzliche auf der klinischen Funktionsanalyse aufbauende Informationen, die zur Spezifizierung klinisch basierter Diagnosen führen (qualitativer Aspekt). Ferner erlaubt sie, das Ausmaß beziehungsweise den Schweregrad funktioneller Beeinträchtigung differenzierter darzustellen (quantitativer Aspekt).

• der Auswertung und Dokumentation bewegungsbezogener Veränderungen im Verlauf der Anwendung therapeutischer Maßnahmen im Rahmen der Funktionstherapie: Im therapeutischen Kontext liefert die instrumentelle Bewegungsanalyse Anhaltspunkte für die Verbesserung des Funktionsgeschehens und dokumentiert funktionsbasierte Veränderungen im Behandlungsverlauf.


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