Ästhetische Zahnmedizin

Die chirurgische Kronenverlängerung

Der vorliegende Fallbericht beleuchtet die Therapie der chirurgischen Kronenverlängerung mit apikalem Verschiebelappen bei unvollständigem passivem Zahndurchbruch.

Der Wunsch einer Verbesserung der Ästhetik der Oberkieferfront stellt ein bedeutendes Tätigkeitsfeld in der Parodontologie dar. Der Begriff der „Rot-Weiß- Ästhetik“ ist mittlerweile Bestandteil fast aller chirurgischen Kongresse und zentrales Thema in implantologischen und parodontologischen Fachzeitschriften.

Definition

Der passive Zahndurchbruch beginnt nach dem vollständigen Durchbruch der anatomischen Zahnkrone und nach Eintreten eines antagonistischen Zahnkontakts (nach aktivem Zahndurchbruch). Er wird über eine fortschreitende Proliferation des Saumepithels nach apikal bewirkt. Diese Proliferation setzt sich bis etwa ein bis zwei Millimeter koronal der Schmelz-Zementgrenze fort und ereignet sich ohne jegliche vertikale Bewegung des Zahns. Ist bei Patienten mit abgeschlossenem Kieferwachstum der passive Durchbruch immer noch nicht beendet, so spricht man vom unvollständigen passiven Zahndurchbruch.

Fallbeispiel

Anamnese: Eine 17-jährige Patientin stellte sich in der Praxis vor. Sie empfand die langen Zahnkronen der beiden oberen Eckzähne als störend (Abbildung1). Der Wunsch des Überweisers und der Patientin war eine Rezessionsdeckung und Kürzung der sichtbar klinischen Kronenlänge, um den Zahnfleischverlauf der Oberkieferzähne zu harmonisieren.

Die kieferorthopädische Behandlung wurde mit einer Multibracketapparatur durchgeführt und galt als abgeschlossen. Kunststoffknöpfchen wurden im Seitenzahngebiet angebracht, um das Settling im Seitenzahngebiet noch zu verbessern. Es lag eine zufriedenstellende Mundhygiene vor. Die Patientin ist allgemein gesund und Nichtraucherin.

Befundung: Die Sensibilitätsprobe und der Plaque-Index zeigen sich unauffällig. Es liegt ein breites Band an keratinisierter Gingiva vor. Der Inzisalkantenverlauf der oberen Frontzähne stimmt weitgehend mit der Form und dem Abstand der Ober- und Unterlippe beim Lachen funktionell und ästhetisch überein. Die dentale Mittellinie liegt annähernd in der Gesichtsmitte und die Bipupillarlinie zeigt sich parallel zur Okklusionsebene. Der Verlauf des limbus alveolaris liegt nahe der Schmelz-Zement-Grenze (im Zahnfilm mit Sonde messbar).

Die Sondierungstiefen der Oberkieferzähne zeigen Auffälligkeiten: Zahn 12-22 vestibulär 5-6 mm und palatinal 3 mm, Zahn 13,23 zirkulär 2 mm, Zahn 14,15,24,25 zirkulär 4 mm. Die OK-Front steht im labialen Kippstand, die Eckzähne im vestibulären Außenstand und in Infraposition. Die Zähne 12 und 22 stehen im distalen Kippstand. Das Breiten-Längenverhältnis der oberen Inzisivi beträgt etwa  1:1 (Abbildung 2). Somit wirken die Zähne quadratisch.

Diagnose: Es liegt ein Mukogingivaldefekt der Zähne 14,15,12-22,24,25 aufgrund eines unvollständigen passiven Zahndurchbruchs vor. 

Therapie: In Lokalanästhesie wurde ein apikaler Verschiebelappen mit einer Osteoplastik und Ostektomie durchgeführt. Nach bonesounding (Sondierung unter LA) wurde die Schnittführung markiert (Abbildung 3).

Im Bereich der Inzisivi und Prämolaren wurde ein paramarginaler Zahnfleischlappen gebildet, im Bereich der Canini eine marginale Schnittführung gewählt (Abbildung 4). Die chirurgischen Papillen wurden in einer split-flap-Technik (teilschichtiger Bindegewebe-Mukosa-Lappen) mit Belassen des Periosts präpariert.

Apikal davon wurde das Periost inzidiert und ein Mukoperiostlappen gebildet. Die belassenen anatomischen Papillen wurden entepithelisiert und dienten als Empfängerbett für die chirurgischen Papillen. Das vestibulär der Zahnwurzeln gelegene Zahnfleisch wurde vollschichtig vom Knochen bis etwa 4 mm apikal des Knochenkamms gelöst.

Anschließend wurden die wulstigen Knochenareale über rotierende Diamanten und Piezochirurgie (Osteoplastik) ausgedünnt. Eine großzügige interdentale Knochenreduktion musste hier ebenfalls vorgenommen werden. Zuletzt erfolgt die Ostektomie bis 1mm apikal der Schmelz-Zementgrenze mit einem Knochenskalpell (Abbildung 5).

Der Zahnfleischlappen wurde über vertikale Matratzennähte und Einzelknopfnähte etwa 1 mm koronal der Schmelz-Zementgrenze adaptiert. Der koronale Anteil der chirurgischen Papillen heilt per sekundam intentionem (Abbildung 6).  

Die Wundheilung gestaltete sich unauffällig. Eine detaillierte Instruktion zur Mundhygiene in der ersten postoperativen Woche wurde durchgeführt. Nach sieben Tagen konnten die Fäden entfernt werden. Die Abbildungen 10 und 11 zeigen die Situation nach vollständiger Abheilung.

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