Aligner-Therapie aus dem Internet

Schöne Zähne per Post

 

„Feedback der Zahnärzte ist positiv“

Auf SunshineSmile habe man „bislang überwiegend interessiertes und positives Feedback aus der Zahnärzteschaft erhalten“, sagt er. Zwar habe er „Verständnis dafür, dass unser Geschäftsmodell von Teilen der Zahnärzte und Kieferorthopäden als ungewünschter Wettbewerb wahrgenommen werden könnte“, doch strebe er mit der Zahnärzteschaft ein „partnerschaftliches Verhältnis“ an. „Wir glauben, dass wir das Thema Ästhetik für alle Marktteilnehmer größer machen können und sind uns klar darüber, dass wir uns auf kosmetische Fälle beschränken und medizinisch schwierige Fälle an unsere Partner, die niedergelassenen Zahnärzte und Kieferorthopäden, verweisen werden.“

 „Der Markt für potenzielle Aligner-Therapien ist wie in anderen Ländern auch in Deutschland mit Sicherheit sehr groß“, bestätigt uns die Deutsche Gesellschaft für Aligner Orthodontie (DGAO). Vor dem Hintergrund gestiegener Ansprüche an das äußere Erscheinungsbild und der zunehmenden Unauffälligkeit und weitgehend einfachen Handhabung der Schienen gehe man von einer wachsenden Nachfrage aus. Untersuchungen aus den Niederlanden hätten gezeigt, dass 1986 bei 39 Prozent aller Erwachsenen ein kieferorthopädischer Behandlungsbedarf vorlag, schreibt der Verband– auf Deutschland übertragen ergäbe sich daraus ein theoretisches Potenzial von knapp 24 Millionen möglicher Behandlungen.

Dr.Smile:Anbieter distanziert sich von „Do-it-yourself“-Idee seiner Mitbewerber

Für Problembewusste: Website des Anbieters Dr.Smile | Screenshot zm

In diesem Markt will auch Jens Frank Urbaniak, Geschäftsführer der Berliner „Urban Technology GmbH“, seine Marke „Dr.Smile“ etablieren, die keine Abdrucksets verschickt, sondern ausschließlich auf Grundlage von 3-D-Scans arbeitet. Auch Urbaniak betont den Qualitätsanspruch seines Unternehmens. „Wir arbeiten ausschließlich mit approbierten, deutschen Zahnärzten und Kieferorthopäden zusammen. Diese untersuchen die Patienten auf ihre medizinische Eignung (medizinische Voruntersuchung, Kontraindikations-Check, KIG-Feststellung) und klären sie zur Aligner-Therapie gründlich auf.“ Sollte der behandelnde Zahnarzt Kontraindikationen feststellen, werde der Patient darüber aufgeklärt und ihm würden gegebenenfalls operative Methoden – soweit indiziert – empfohlen. In jedem Fall gelte: „Während der Behandlung werden die Patienten eng vom jeweiligen behandelnden Zahnarzt und dem Dr.Smile-Team betreut. Bei Bedarf finden auch weitere Vor-Ort-Termine mit dem behandelnden Zahnarzt statt.“

Das Unternehmen distanziert sich ausdrücklich von der „Do-it-yourself-Kieferorthopädie“ und dem Geschäftsmodell von SmileDirectClub – Abdrucksets an die Patienten zu verschicken und die Therapie anschließend auf Grundlage dieser Abdrücke zu konzipieren. „Die Patientensicherheit steht bei uns an erster Stelle – einen Patienten kieferorthopädisch ausschließlich aus der Ferne zu behandeln, ohne ihn vorher gründlich von einem Zahnarzt untersuchen und beraten zu lassen, empfinden wir als kritisch“, sagt Urbaniak. Darin sehe er den Fahrlässigkeitsvorwurf begründet, der dem US-Unternehmen Ende 2017 juristische Verfahren in 36 US-Bundesstaaten einbrachte.

„Kieferorthopäden und MKGler sind mit an Bord“

Ein Blick in den „Smile Shop“ des Anbieters Dr. Smile | Foto: Dr.Smile

Urbaniaks Ansatz ist augenscheinlich ein anderer, und zwar über die Urban Technology GmbH – also über „Dr.Smile.xyz“ – jene Dienstleistung zu vertreiben, die angestellte Zahnärzte und Kieferorthopäden für seine zweite Gesellschaft, die Deutsche Zahnklinik GmbH (DZK) erbringen. Deren Gesellschaftszweck sind „die Planung, die Errichtung und der Betrieb von Kliniken für human- und zahnmedizinische Leistungen“ sowie deren Erbringung „durch angestellte Ärzte“. Auf die Frage, ob die DZK bereits Zahnärzte beschäftigt, antwortet Urbaniak ausweichend: Man habe „ein erfahrenes medizinisches Team, bestehend aus Zahnärzten, Kieferorthopäden, MKGlern und Zahntechnikern, […] an Bord.“ Und die Zusammenarbeit könne perspektivisch „sowohl in bereits existenten ärztlichen Räumlichkeiten (zum Beispiel einer Praxis oder Klinik) als auch in speziell auf unsere Aligner-Behandlung fokussierten Standorten unter zahnärztlicher Betreuung erfolgen.“

SmileMeUp: Abdruck beim Partner-Zahnarzt möglich

Für Verspielte: Website des Anbieters SmileMeUp | Screenshot zm

Verschlossener ist man beim dritten deutschen Anbieter, der „SmileMeUp GmbH“ aus Düsseldorf. Auf wiederholte schriftliche Anfragen heißt es, der Geschäftsführer Dr. Walid Fahmy sei auf Dienstreise: „Sollte er daran Interesse haben, Ihre Fragen zu beantworten, würden wir uns nochmal bei Ihnen melden.“ Das hatte er offenbar nicht, aber auf der Webseite erfährt man ,dass SmileMeUp mit „Kooperationspartnern“ zusammenarbeitet, die Kunden bei Bedarf helfen, den Abdruck zu erstellen. Eine Übersicht dieser Partner gibt es nicht, eine Anfrage beim Live-Support per Chat ergibt nur, dass es einen Partner-Zahnarzt in Berlin gibt, dessen Kontaktdaten aber erst nach einer kostenpflichtigen Bestellung herausgegeben werden. Danach wird der Nutzer aufgefordert, für eine „kostenfreie professionelle Aligner-Einschätzung“ Fotos von Ober- und Unterkiefer sowie Seitenansichten hochzuladen und seine Kontaktdaten und Behandlungswünsche zu übermitteln. Auf der Webseite heißt es, die Kooperationspartner hätten es „Hunderten von Kunden ermöglicht, ihren Zahnabdruck zu Hause zu erstellen.“ Die angezeigten Erklärvideos verzeichnen knapp 3.000 Aufrufe. 

 

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Leserkommentare (2)
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G ZwielichRezessionen&Fenestration per Post
Wie der Kollege bereits bemerkte, ist ein Stripping nicht möglich und die Platzbeschaffung kann nur durch eine Expansion des Zahnbogens geschehen (transversal und frontal). Abgesehen von einer hohen Rezidivgefahr besteht das Risiko von parodontalen Rezessionen
mehr anzeigen ...
und Fenestrationen.
Ich zeige meinen Patienten den Youtube-Film eines Kollegen, der das sehr anschaulich dargestellt hat:
"What Invisalign does not tell " Jeffrey Miller
https://www.youtube.com/watch?v...Y

Vor 2 Jahren 10 Monaten
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Stefan Mauß
Es wäre einmal sehr interessant, die Ergebnisse dieser Online-Behandlungen betrachten zu können. Leider wird bei der Aligner Diskussion in der Laienpresse/Netz häufig komplett außer Acht gelassen, dass bei den meisten Patienten, die eine solche Therapie
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bevorzugt zur Ausformung der OK/UK-Front wünschen, eine Engstand/Platzmangel besteht, der nach wie vor aufgelöst werden muss. Durch die approximale Schmelzreduktion verteilt auf mehrere Interdentalräume funktioniert das auch sehr gut. Das schaffen in den meisten Fällen die Schienen alleine eben nicht, dazu bedarf es einer Modellanalyse und eines Slicing-Protokolls, damit einerseits die Bewegung koordiniert durchgeführt werden kann, andererseits aber eben auch keine Restlücken nach der Behandlung übrig bleiben. Dazu bedarf es neben ein wenig Erfahrung auch eines Stripping-Tools und einer Messlehre, um genau den Platz interdental zu schaffen, den man benötigt. Ich frage mich, wie so etwas bei einer Online-Behandlung funktionieren soll: Bekommt der Patient dort eine Nagelfeile mitgeliefert, mit der er sich vor dem Badezimmerspiegel den nötigen Platz schafft?

Vor 2 Jahren 10 Monaten
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